Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.02.2015

15:14 Uhr

Wegen Kaufhof-Schwäche

Haniel hadert immer mehr mit Metro

Nun schwächelt auch noch Kaufhof: Die Konzernmutter Metro gerät immer mehr unter Druck. Hauptaktionär Haniel äußert öffentlich seine Unzufriedenheit.

Das Haus der Metro-Tochter an der Frankfurter Hauptwache. PR

Kaufhof schwächelt

Das Haus der Metro-Tochter an der Frankfurter Hauptwache.

DuisburgDer Chef des Handelskonzerns Metro, Olaf Koch, bekommt Druck von seinem größten Aktionär, der Duisburger Haniel-Gruppe. „Ich kann nicht sagen, dass wir zufrieden sind“, sagte Haniel-Chef Stephan Gemkow der „Welt am Sonntag“. Die Wertentwicklung bei Metro entspreche seit Jahren nicht Haniels Erwartungen. Die Duisburger Familien-Holding ist mit 30,01 Prozent an Metro beteiligt.

Die negativen Wechselkurseffekte unter anderem durch den Rubel-Verfall und der Verkauf des Real-Geschäfts in Osteuropa hatten den Metro-Umsatz im besonders wichtigen ersten Quartal des Geschäftsjahres 2014/2015 unter dem Strich um 2,2 Prozent auf 18,3 Milliarden Euro sinken lassen. Metro-Chef Olaf Koch hat unter anderem mit einem Dauerstreit bei der Tochter MediaSaturn und Verlusten im Russland-Geschäft zu kämpfen.

Sechs Fakten über die Metro Group

Bedeutung

Die Metro Group ist Deutschlands größter Handelskonzern.

Aufbau

Zum Unternehmen gehören die Metro-Großhandelsmärkte, die Warenhauskette Kaufhof, die Real-Supermärkte und die Elektronikfachmärkte von Media Markt und Saturn.

Umsatz

Metro erzielte 2010 einen Nettoumsatz von 67,3 Milliarden Euro.

Gewinn

Der Gewinn des Handelskonzerns belief sich 2010 auf 936 Millionen Euro.

Filialnetz

Der Konzern verfügt über mehr als 2100 Filialen in 33 Ländern.

Mitarbeiter

Weltweit beschäftigt Metro mehr als 283.000 Mitarbeiter.

Die Metro-Aktie ist mit knapp 30 Euro aktuell nur noch halb so viel wert wie vor fünf Jahren. Das Aktienpaket abzustoßen sei derzeit nicht sinnvoll, sagte Gemkow der Zeitung. Die Papiere seien an der Börse unterbewertet. Zudem habe Haniel Probleme, das Geld anderweitig anzulegen: „Wir haben angesichts des gegenwärtigen Zinsniveaus keine Verwendung für weitere Liquidität.“ Rechnerisch ist das Metro-Paket rund 2,9 Milliarden Euro wert.

Deutlich schlechter als erhofft liefen die Geschäfte auch bei der Warenhaustochter Kaufhof. Dort sorgte der warme Herbst dafür, dass sich die Winterware lange Zeit unverkauft in den Geschäften stapelte. Erst im Dezember kam das Geschäft in Gang. Doch reichte dies nicht mehr aus, um den schwachen Saisonauftakt wettzumachen. Immerhin schlug sich Kaufhof aber mit einem Umsatzminus von einem Prozent deutlich besser als der Konkurrent Karstadt, der im November und Dezember nach eigenen Angaben Umsatzeinbußen von sechs Prozent verkraften musste.

Die Währungsturbulenzen auf dem russischen Markt belasteten vor allem die Großhandelssparte Metro C&C, die noch bis vor kurzem zu den wichtigsten Wachstumsmotoren der Sparte gezählt hatte. Zwar konnte der Konzern trotz aller diplomatischen Spannungen in seinen russischen Großmärkten im Weihnachtsquartal zweistellige Umsatzzuwächse erzielen - wohl auch wegen der durch den Rubel-Verfall ausgelösten Hamsterkäufe und der hohen Inflation im Lande. Doch wurden diese Zuwächse durch den Wertverfall des Rubel bei der Umrechnung in Euro mehr als aufgezehrt.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×