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03.08.2014

14:39 Uhr

Weltmarktführer

Der Stolz der Sieger

VonAnja Müller

Warum schlagen so viele deutsche Unternehmen ihre Wettbewerber? Was zeichnet die insgesamt knapp 1.400 Hidden Champions hierzulande aus und wie überzeugen sie die Nachwuchs-Fachkräfte, auch länger an Bord zu bleiben?

Hartnäckigkeit und Fokussierung auf eine Kernkompetenz: So wird man laut Bundestrainer Joachim Löw (2.v.l.) Weltmeister. Diese Tugenden verhelfen auch dem deutschen Mittelstand zu weltweitem Erfolg. dpa

Hartnäckigkeit und Fokussierung auf eine Kernkompetenz: So wird man laut Bundestrainer Joachim Löw (2.v.l.) Weltmeister. Diese Tugenden verhelfen auch dem deutschen Mittelstand zu weltweitem Erfolg.

DüsseldorfSo schnell wird man nicht Weltmeister. „Zehn Jahre“, sagte Fußball-Bundestrainer Joachim Löw, habe es gedauert, bis seine Mannschaft die Reife für den Titel gewonnen habe. So mancher Weltmarktführer aus der deutschen Wirtschaft brauchte mehr Zeit, eine größere Mannschaft – und hat noch häufiger seine Strategie angepasst als Löw.

Aber die Tugenden Hartnäckigkeit und Fokussierung auf eine Kernkompetenz offenbaren sich auch bei den Unternehmensweltmeistern. Kein anderes Land verfügt über so viele Weltmarktführer wie Deutschland. Von den geschätzten rund 2.800 in ihrem Segment weltweit führenden Unternehmen kommt rund die Hälfte aus Deutschland, hat Hermann Simon, Gründer der Unternehmensberatung Simon, Kucher und Partner, ermittelt.

Die 20 ältesten Weltmarktführer Deutschlands

Achenbach Buschhütten

Gegründet 1452

Branche: Maschinenbau/ Walzwerke

Umsatz 2011: 59,92 Millionen Euro

Isabellenhütte Heusler

Gegründet 1482

Branche: Metallverarbeitung

Umsatz 2011: 96,99 Millionen Euro

Deutsche Post

Gegründet 1490

Branche: Logistik

Umsatz 2012: 55,5 Milliarden Euro

William Prym

Gegründet 1530

Branche: Druckknöpfe

Umsatz 2011: 380,05 Millionen Euro

Voith Turbo BHS Getriebe

Gegründet 1532

Branche: Autozulieferer

Umsatz 2011: 110,00 Millionen Euro

Stahlwerke Annahütte

Gegründet 1537

Branche: Gewindestahl

Umsatz 2011: 224,00 Millionen Euro

Leoni

Gegründet 1569

Branche: Kabel

Umsatz 2012: 3,81 Milliarden Euro

Pfeifer Holding

Gegründet 1579

Branche: Seil- und Hebetechnik

Umsatz 2011: 217,50 Millionen Euro

Hahnemühle FineArt

Gegründet 1584

Branche: Künstlerpapier

Umsatz 2011: 25,43 Millionen Euro

Saxonia EuroCoin

Gegründet 1612

Branche: Blankmünzen

Umsatz 2011: 84,40 Millionen Euro

Heinz Holding

Gegründet 1622

Branche: Glasflakons

Umsatz 2011: 292,87 Millionen Euro

Merck KGaA

Gegründet 1668

Branche: Pharma und Flüssigkristalle

Umsatz 2012: 10,741 Milliarden Euro

WIV Wein International

Gegründet 1675

Branche: Wein-Direktvertrieb

Umsatz 2011: 482,90 Millionen Euro

Metrica Interior Gruppe

Gegründet 1681

Branche: Luxus-Innenausbau

Umsatz 2009: 82,65 Millionen Euro

Lukas Meindl

Gegründet 1683

Branche: Outdoor-Schuhe

Umsatz 2009: 62,00 Millionen Euro

Dillinger Hütte Gruppe

Gegründet 1685

Branche: Stahl/ Grobbleche

Umsatz 2011: 2,498 Milliarden Euro

Lambertz

Gegründet 1688

Branche: Backwaren

Umsatz 2011: 552,40 Millionen Euro

Zapp

Gegründet 1701

Branche: Stahl

Umsatz 2011: 338,60 Millionen Euro

Goldhofer

Gegründet 1705

Branche: Transportfahrzeuge

Umsatz 2011: 141,60 Millionen Euro

Römheld Friedrichshütte

Gegründet 1707

Branche: Fertigungstechnik

Umsatz 2011: 36,00 Millionen Euro

Er hat den Begriff der Hidden Champions erfunden, es sind Unternehmen, die meist inhabergeführt sind und es in einer Nische zur Weltmeisterschaft gebracht haben. Viele von ihnen arbeiten versteckt in der Provinz und tragen Namen, die im restlichen Deutschland kaum jemand kennt.

Zu den bekannteren Weltmeistern zählen der Hochdruckreinigungsspezialist Kärcher, der Laserspezialist Trumpf, die Meyer-Werft, die bei Kreuzfahrtschiffen führend ist, und Fischer mit seinen Dübeln. Zu den Hidden Champions gehören Firmen mit fünf Milliarden Umsatz wie der Autolicht-Spezialist Hella oder mit nur ein paar Millionen wie die Büttenpapierfabrik Gmund.

Ihnen gemein ist – und das ist Teil ihres Erfolgsrezepts: Sie halten im Schnitt pro Mitarbeiter fünfmal mehr Patente als Konzerne. Ihre Chefs bleiben im Vergleich zu Konzernmanagern fast viermal so lange an Bord. Die Mitarbeiter-Fluktuation ist weit weniger als halb so hoch wie bei den großen Konkurrenten.

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