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09.01.2008

15:07 Uhr

Wettbewerb

Ein Engel für alle Fälle

VonAnja Steinbuch

„Erdwärme nutzen, um Häuser zu beheizen, Geld zu sparen und die Umwelt zu schützen.“ Mit dieser Geschäftsidee wollte Ralf Hanswille vor zehn Jahren den Markt erobern. Es hat funktioniert. Sein Familienunternehmen ERW-Wärmepumpentechnik entwickelt sich gut. Unterstützung fand der Mittelständler bei den so genannten Business Angels.

HAMBURG. Die Konkurrenz ist groß; um mit größeren Wettbewerbern mitzuhalten, entschied Hanswille Anfang 2007, dass er für das Wachstum seiner Firma Unterstützung braucht. Die holte sich der Mittelständler von Business Angels.

Business Angels sind private Geldgeber, die vor allem für ihre Investitionen in junge Technologiefirmen kurz nach der Gründung bekannt sind. Doch auch für bereits etablierte Mittelständler können sie eine interessante Möglichkeit zur Finanzierung sein. „Uns ist es egal, ob sich eine Firma noch in einer Frühphase befindet, schon etabliert ist oder vor einer Übernahme steht. Entscheidend ist das Wachstumspotenzial“, sagt Jörg Kroschinski, Mitglied des Investorenkreises Brainstoventures (b-to-v), der im vergangenen August bei ERW im nordrheinwestfälischen Wadersloh eingestiegen ist.

Im Gegensatz zu vielen Wagniskapitalgesellschaften, die nur investieren und möglichst schnell mit hohen Gewinnen wieder aussteigen wollen, bringen Business Angels – häufig ehemalige Unternehmer – neben dem Kapital ihr Wissen mit ein. In acht von zehn Fällen, so das Bundeswirtschaftsministerium, unterstützen sie ihre „Klienten“ auch im operativen Geschäft. Mehr als die Hälfte der Business Angels stehen den Unternehmen mindestens drei Tage im Monat zur Verfügung. Nicht selten übernehmen sie eine Position im Aufsichts- oder Beirat.

So ähnlich funktioniert auch die Beteiligung bei der ERW-Wärmepumpentechnik. Hier tritt Kroschinski in Form des Mitunternehmers in Erscheinung. Der 45-jährige Geldgeber und der Investorenkreis b-to-v haben zusammen 750 000 Euro investiert. Die Beteiligung wurde über eine Kapitalerhöhung bewerkstelligt. Kroschinski hilft der Firma „Strukturen für die bevorstehende Expansionsphase aufzubauen“, wie er sagt. Dazu ist der Hamburger drei Tage pro Woche vor Ort. Er öffnet dem Management des Wärmepumpenbetriebes Türen, stellt Kontakte her. Ein Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit mit Rabtherm, einem Unternehmen, das mit einer ähnlichen Technik wie ERW Wärme aus Abwasser gewinnt – und ebenfalls eine b-to-v-Beteiligung ist.

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