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31.08.2013

12:11 Uhr

Wilde Wasserrutschen

Freefall und Cannonball sind im Trend

Auf die Rutsche, fertig, los! Wasserrutschen sind die Spaß-Bringer in Schwimmbädern. Der deutsche Marktführer kommt aus Hessen und kreiert immer wildere Modelle. Höher, länger und spektakulärer lautet die Devise.

Höhe, schneller, weiter: Die schöne, neue Wasserrutschen-Welt wird immer rasanter. dpa

Höhe, schneller, weiter: Die schöne, neue Wasserrutschen-Welt wird immer rasanter.

RasdorfDie schöne, neue Wasserrutschen-Welt wird immer rasanter. Cannonball-, Freefall- und Looping-Rutschen sind die neuesten Trends und ziehen abenteuerlustige Badegäste in ihren Bann. „Die Adrenalin-Junkies wollen immer abgefahrenere Rutschen“, berichtet Hendrik Wiegand, Geschäftsführer beim größten deutschen Wasserrutschen-Hersteller. Die Firma Wiegand Maelzer produziert im osthessischen Rasdorf und hat ihren Vertrieb in Starnberg (Bayern).

Kaum ein Schwimmbad kommt mehr ohne Wasserrutsche aus. Vor allem, wenn es sich über den Spaß definiert. Der Geschäftsführer der European Waterpark Association, Klaus Batz, sagt: „Die Rutschen und der Thrill-Faktor sind mittlerweile zentrales Thema in vielen Bädern. Das zieht Besucher an, vor allem junge Leute. Das Angebot hat sich enorm vergrößert. Es gibt laufend Innovationen.“ In den vergangenen Jahren seien Hunderte neuer Rutschen in Deutschland gebaut worden. „Auf manchen hat man ähnliche Erlebnisse wie auf einer Achterbahn.“

Besonders im Sommer suchen Badegäste den Nervenkitzel und stürzen sich schwungvoll hinab. Die Rutschen werden immer spektakulärer. „Der Bedarf an verschiedenen Rutschen-Typen, immer neuen Formen, ist gewachsen“, berichtet Geschäftsführer Wiegand. Das Unternehmen verkauft pro Jahr rund 30 Rutschenanlagen ins In- und Ausland. Die Firma habe einen Marktanteil von 40 Prozent in Deutschland. In Europa sei sie die Nummer zwei hinter dem türkischen Anbieter Polin.

Das Unternehmen ist auch einer der Pioniere beim Bau von Wasserrutschen. Die Hessen waren unter den ersten Herstellern, die Edelstahl verwendeten. Seit dem Verkauf der ersten Wasserrutsche 1981 wurden mehr als 500 Exemplare weltweit verkauft, entweder aus Edelstahl oder glasfaserverstärktem Kunststoff. „Edelstahl hält länger, ist die hochwertigere Variante und vor allem für Freibäder perfekt“, erklärt der 49-Jährige. Veredelt werde das Rutschen-Erlebnis zunehmend von Spezialeffekten. Es gibt (LED-)Beleuchtung in den Rutschen, Sound und Wassernebel.

„Wiegand produziert mit die interessantesten Rutschen in Deutschland“, findet Julian Tschech. Der 20-jährige angehende Student aus Velbert (NRW) ist ein umtriebiger Wasserrutschen-Tester. Er hat nach eigenen Angaben in vier Jahren 600 Exemplare im In- und Ausland ausprobiert. Seine Tests dokumentiert er mit Fotos und Videos. Die Ergebnisse präsentiert der junge Mann auf seiner Internetseite www.tuberides.de. Tschech liebt Looping- und Turborutschen, in denen er die Fliehkräfte besonders intensiv spürt. Abgefahren seien auch Rutschen mit einem Falltür-Start in einer Kapsel.

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