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28.01.2014

17:50 Uhr

Worauf ich stolz bin

„Ich war sicher, dass das laufen wird“

VonEkkehard Streletzki

Ihm gehört das größte Hotel Deutschlands: Ekkehard Streletzki führte sein Haus abseits der Touristenströme zum Erfolg. Allen Unkenrufen zum Trotz verwirklichte er seinen Traum – nebeneinem Schrottplatz in Neukölln.

Ekkehard Streletzki, Inhaber des Estrel Hotel. Marc-Steffen Unger für Handelsblatt

Ekkehard Streletzki, Inhaber des Estrel Hotel.

BerlinAls ich das Hotel 1994 abseits der Flaniermeilen Ku’damm & Co. gebaut habe, wurde ich von der Konkurrenz milde belächelt. Keiner hat gedacht, dass ich das schaffe. Ich war ja als Statiker und Bauingenieur fachfremd und hatte mit der Hotelbranche nichts gemein. Wirklich alle haben gedacht, der ist ja verrückt.

Heute bin ich sehr stolz darauf, dass mein Konzept, allen Unkenrufen zum Trotz, erfolgreich ist und dass alles so eingetroffen ist, wie ich mir das damals gewünscht habe. Man hätte das hier nur unwesentlich besser machen können.

Herr Streletzki, vervollständigen Sie...

Mein unerkanntes Talent ist ...

...dass ich sehr gut zuhören kann. Die Meinung von anderen Menschen ist mir sehr wichtig und ich gehöre nicht zu denjenigen Leuten, die von vornherein alles besser wissen.

Einen guten Mitarbeiter erkenne ich ...

...nichts Bestimmtem, das sich an irgendwelchen Kriterien festmachen lässt. Ob jemand ein guter oder ein schlechter Mitarbeiter ist, kann ich letztlich nur dann beurteilen, wenn ich jemanden eine Weile kenne. Ich finde es ganz dramatisch, wenn man einfach nach nur einem Gespräch ein Urteil abgibt, das man anschließend revidieren muss.

Schwach werde ich ...

...bei einem Stück Kuchen am Nachmittag. Das gehört für mich einfach zum Leben dazu. Ich übertreibe das aber auch nicht. Am liebsten mag ich Obstkuchen und ich habe auch nichts dagegen, wenn da ein kleines Häufchen Sahne oben drauf ist.

Die wichtigste Lehre aus meinem bisherigen Geschäftsleben ist ...

...dass man immer ordentlich miteinander umgehen muss. Dazu gehört für mich auch, möglichst nicht nachtragend zu sein und nicht immer alles besser zu wissen.

Fit gehalten habe ich mich zuletzt mit...

...joggen. Das mache ich seit 35 Jahren zwei Mal in der Woche. In der Winterzeit schaffe ich es dann manchmal nur an einem Tag, aber dann gehe ich auch bei richtigem Sauwetter raus. Ich laufe keinen Marathon oder so, sondern immer nur eine halbe Stunde lang vier bis fünf Kilometer; die laufe ich aber nonstop durch. Danach mache ich ein paar Stretchübungen und das war’s. Dann bin ich richtig durchgeschwitzt und fühle mich gut.

Ich war sehr überzeugt von meiner Idee, sonst kann man so was gar nicht machen. Es gibt nur einen unsicheren Moment, den ich nie vergessen werde. Da war hier alles noch eine gigantische Baustelle mit 14 Kränen. Bis 22.30 Uhr durfte betoniert werden und da bin ich immer abends um 22 Uhr noch hergefahren. Und kurz vor der Fertigstellung des Rohbaus stand ich dann mal kopfschüttelnd vor diesen riesigen Kränen und dachte „Ja bist du denn total verrückt!“ Ich habe schließlich sehr viel Eigenkapital hier investiert, damit hätte ich mich auch zur Ruhe setzen können. Da ich aber von Hause aus Optimist bin, war dieser Zweifel ganz schnell wieder verflogen. Ich war sicher, dass das laufen wird und wir haben ja dann auch wirklich vom ersten Monat an Zins und Tilgung zahlen können.

Darüber hinaus macht es mich auch stolz, dass sogar die Berliner zu uns ins Haus kommen und unsere berühmte Doppelgänger-Show Stars in Concert besuchen, obwohl sie genauso gut ins Theater oder die Komische Oper gehen könnten. Das zeigt mir, dass wir hier gut aufgestellt sind mit unserem Motto: Alles unter einem Dach. Das ist unser großer Vorteil.

Aufgezeichnet von Carina Groh-Kontio

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