Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.10.2013

10:24 Uhr

Zukauf in China

Trumpf feiert größte Übernahme der Firmenhistorie

Trumpf erwirbt den chinesischen Maschinenhersteller Jiangsu Jinfangyuan. Das Familienunternehmen preist dies als größte eigene Akquise, der Kaufpreis bleibt ungenannt. Der Jahresgewinn ist derweil deutlich geschmolzen.

Laser aus der Herstellung von Trumpf: Der Maschinenbauer kauft in China zu. dpa

Laser aus der Herstellung von Trumpf: Der Maschinenbauer kauft in China zu.

Ditzingen, StuttgartDer Maschinenbauer Trumpf übernimmt einen chinesischen Werkzeugmaschinenhersteller und stärkt damit seine Position auf dem wichtigen Wachstumsmarkt. Nach mehr als zwei Jahren Verhandlungen habe Trumpf eine Mehrheitsbeteiligung von 72 Prozent an der Jiangsu Jinfangyuan (JFY) erworben, gab Firmenchefin Nicola Leibinger-Kammüller am Mittwoch in Ditzingen bekannt. Es sei die größte Akquisition in der 90-jährigen Geschichte des schwäbischen Familienunternehmens. Über den Kaufpreis habe man auf Drängen der chinesischen Partner Stillschweigen vereinbart. Trumpf habe für die Übernahme aber keine Kredite aufnehmen müssen.

Aber: Der Maschinenbauer hat im abgelaufenen Geschäftsjahr zugleich einen herben Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Wie das Familienunternehmen mitteilte, ging der Jahresüberschuss um rund 31 Prozent auf 115,6 Millionen Euro zurück (Stichtag 30. Juni). Als Grund nannte Trumpf neben Investitionen in Standorte und Personal die schwache Konjunktur in einigen Euro-Ländern. Der Umsatz stagnierte mit 2,34 Milliarden Euro nahezu. Ob es im laufenden Geschäftsjahr ein Wachstum gibt, ist den Angaben zufolge noch offen. Die Zahl der Mitarbeiter stieg um rund 4 Prozent auf 9925 Beschäftigte.

Dennoch stemmen sich die Schwaben mit der Übernahme gegen einen Trend, der im vergangenen Jahr für Schlagzeilen gesorgt hatte: Chinesische Unternehmen hatten sich mehrere deutsche Autozulieferer, Solarunternehmen oder Maschinenbauer wie den Betonpumpenhersteller Putzmeister einverleibt.

Diesmal greift ein deutsches Unternehmen im Reich der Mitte zu. Trumpf erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012/13 mit 180 Millionen Euro gut acht Prozent seines Umsatzes in China, dem drittgrößten Markt des Maschinenbauers nach Deutschland und den USA. JFY erzielte 2012 mit 680 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von umgerechnet 67 Millionen Euro und ein operatives Ergebnis von knapp sechs Millionen Euro.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Oliver42

16.10.2013, 10:46 Uhr

Und in paar Jahren dürfen wir dann lesen, das Trumpf von den Chinesen mit Hilfe von anglo-amerikanischen Private-Equity_unternehmen übernommen wurde.

So erging es bereits dem ehemals deutschen Unternehmen Putzmeister.

schmschr

16.10.2013, 11:14 Uhr

Eine 72%-ige Uebernahme sorgt dafuer, dass die chinesichen Partner weiterhin im Boot sind und die technischen Details abgegriffen werden koennen - mal wieder ein Lehrstueck westlichens Denkens...
Was macht ein 2,34 Mrd. Unternehmen mit einer 67 Mio. kleinen Bude? da haette ein eigenes Werk mehr gebracht. Nun ja, der erste Kommentator wird in ein paar Jahren recht behalten.

Wann lernt die deutsche Wirtschft (und die Politik) endlich mit den asiatischen Kulturen umzugehen???

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×