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13.11.2014

09:59 Uhr

MLP bangt um Jahresziel

Finanzdienstleister räumt Schwierigkeiten ein

Kann der Finanz- und Versicherungsvertrieb MLP sein Jahresziel erfüllen? Vermutlich nicht, räumt die Konzernspitze ein. Trotz starkem dritten Quartal hinkt man den noch im August bestätigten Ansprüchen weit hinterher.

Der Finanzdienstleister MLP bezweifelt, dass er sein Jahresziel wird erfüllen können. dpa

Der Finanzdienstleister MLP bezweifelt, dass er sein Jahresziel wird erfüllen können.

FrankfurtBeim Finanz- und Versicherungsvertrieb MLP wackelt das Ergebnisziel für das laufende Jahr. Zwar sei das für den Erfolg entscheidende vierte Quartal im Geschäft mit Lebensversicherungen gut angelaufen, in der Krankenversicherung lahme der Verkauf aber.

Damit sei fraglich, ob das Unternehmen aus Wiesloch wenigstens den unteren Rand der bereits eingegrenzten Prognosen erreichen werde, räumte Finanzchef Reinhard Loose am Donnerstag ein. Das wäre ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 50 Millionen Euro.

Dieses Ziel sei nach den ersten neun Monaten „ambitionierter geworden“, sagte Loose. „Um es zu erreichen, ist in den letzten Wochen des Jahres eine sehr hohe Dynamik notwendig.“ Noch im August hatte MLP bis zu 65 Millionen Euro Ebit für möglich gehalten.

Das dritte Quartal war für MLP mit 4,9 (7,3) Millionen Euro Ebit zwar das beste in diesem Jahr, lag aber deutlich unter dem Vorjahresniveau. Nach neun Monaten steht der Finanzmakler bei 10,4 Millionen Euro, ein Minus von 15 Prozent. Die Erträge sind nur um zwei Prozent auf 345,7 Millionen Euro gestiegen.

Die größten Beratungsunternehmen in Deutschland

Berater in Deutschland

Unternehmensberatungen sind gefragt wie nie. In Deutschland hat sich der Branchenumsatz seit 2010 jährlich um zwei Milliarden Euro auf zuletzt 22,3 Milliarden Euro erhöht. Der Wunsch der Kunden lautet häufig Betriebsoptimierung, manchmal aber auch Schadensbegrenzung. Die Liste zeigt die acht größten in Deutschland aktiven Beraterfirmen.

Quelle: Bundesverband Deutscher Unternehmensberater

Platz 8

Deloitte mit hiesigem Sitz in Düsseldorf setzte 2012 in Deutschland 275 Millionen Euro um. Die Mitarbeiterzahl beläuft sich auf 1405.

Platz 7

Die US-amerikanische Strategieberatung Oliver Wyman füllte die eigenen Kassen 2012 mit einem Umsatz von 280 Millionen Euro. In Deutschland beschäftigt das Unternehmen 730 Mitarbeiter. Die Kunden der Firma kommen aus den verschiedensten Branchen etwa Verkehr, Energie und Industrie. Insgesamt lassen sich in Deutschland am meisten Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes von Beratern unter die Arme greifen. Finanzdienstleister und Firmen, die aus öffentlicher Hand finanziert werden, sind ebenfalls häufig Kunden.

Platz 6

Die irische Beratungsfirma Accenture setzte im vergangenen Jahr 296 Millionen Euro um (825 Beschäftigte). Generell ist die Umsatzentwicklung innerhalb der Branche bis auf eine minimale Ausnahme in 2009 stetig gestiegen. Erwirtschafteten Managementberater 2003 noch 12,2 Milliarden Euro, stieg der Umsatz im vergangenen Jahr in Deutschland um zehn Milliarden auf 22,3 Milliarden Euro.

Platz 5

Der US-Riese Price-Waterhouse-Coopers erwirtschaftete 2012 in Deutschland 315 Millionen Euro – mit 1470 Beschäftigten. Die Kundenliste der Beratungsgruppe ist alles andere als schlecht besetzt: Bayer, Lufthansa und Lanxess sind einige Namen.

Platz 4

KPMG machte in Deutschland 403 Millionen Euro Umsatz. Der Wirtschaftsprüfer und Unternehmensberater ist weltweit aufgestellt. Großkunden sind keine geringeren als Adidas und BMW. In Deutschland betreuen 2150 Mitarbeiter die Belange der Firmen.

Platz 3

Die deutsche Unternehmensberatung Roland Berger machte 2012 445 Millionen Euro Umsatz. Die Firma benannt nach ihrem Gründer und Unternehmer Roland Berger beschäftigt 1250 Mitarbeiter.

Platz 2

The Boston Consulting Group – mit rund 1880 Beschäftigten – berät Unternehmen seit 1963. Im vergangenen Jahr setzte der Konzern 490 Millionen Euro um.

Platz 1

McKinsey machte mehr als 600 Millionen Euro Umsatz in Deutschland im vergangenen Jahr. Die Berater sind nicht nur in der Unternehmensberatung aktiv, sondern entwickeln auch Strategien für Parteien. So ließ sich die CDU 2003 bei einem Parteiprogramm von McKinsey unterstützen. Das Unternehmen mit deutschem Sitz in Düsseldorf beschäftigt 2300 Mitarbeiter.

Und das Umfeld bleibe schwierig: Sowohl in der Lebens- als auch in der privaten Krankenversicherung erwarteten Experten in diesem Jahr weniger neue Abschlüsse.

Von

rtr

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