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09.03.2006

12:39 Uhr

Mobilfunk

Vodafones globaler Marketingboss geht

Bei Vodafone lichten sich die Reihen. Mit Peter Bamford verlässt ein weiterer Direktor aus der Zeit des charismatischen Firmenkäufers Christopher Gent das Board. Der 52-jährige Marketingchef geht schon zum nächsten Ersten, wie der britische Mobilfunkkonzern überraschend mitteilte.

Peter Bamford. Foto: Vodafone plc.

Peter Bamford. Foto: Vodafone plc.

LONDON. Da der stellvertretende Vorstandschef Julian Horn-Smith, 57, zur Hauptversammlung im Juli ausscheidet, bleiben dem Weltmarktführer nur noch drei Exekutivdirektoren: der 51-jährige Vorstandschef Arun Sarin, sein 2005 berufener Finanzchef Andy Halford, 46, und der deutsche Technikchef Thomas Geitner, 50.

Bei der Berufung neuer Direktoren wird der designierte Chairman Sir John Bond, derzeit noch Chairman der Bankengruppe HSBC, ein gewichtiges Wort mitreden. Er wird im Juli mit der Hauptversammlung sein Amt von Lord MacLaurin of Knebworth übernehmen, der schon Gent als Chairman begleitete.

Bamfords Abschied geht nach Angaben eines Konzernsprechers mit einer grundlegenden Überprüfung der Marketingstrategie einher. Diese sei bereits in vollem Gange. Womit der Konzern bisher unzufrieden war, wollte er nicht sagen. Einen Konflikt mit Bamford verneinte er. Vodafone habe die vertragsgemäße Frist für die Beendigung des Vertrags eingehalten.

In der Werbung arbeitet das Unternehmen bisher mit der Agentur JWT zusammen, einer Tochter der WPP Group. Im Sponsoring gab es zuletzt einige Änderungen: Vodafone kündigte den Trikotwerbevertrag mit dem Fußballclub Manchester United zwei Jahre vor Vertragsende und sponsort jetzt die Uefa-Champions-League. In der Formel 1 wechselte der Konzern von Ferrari zu McLaren-Mercedes.

Bamfords Aufgaben übernimmt Frank Rövekamp, ehemaliger Geschäftsführer der deutschen Tochter Vodafone D2. Der 51-Jährige arbeitete von 1978 bis 1999 für KLM, zuletzt als Leiter des weltweiten Vertriebs und Marketings der niederländischen Fluggesellschaft. Nach einem Intermezzo als Chef des Internet-Reiseportals Beyoo kam er Anfang 2002 zu Vodafone und schloss als Marketingchef den Markenwechsel von Libertel zu Vodafone ab. Im Mai 2004 wechselte er in gleicher Funktion nach Deutschland. Dem Sprecher zufolge ist noch nicht klar, ob es künftig wieder einen Chief Marketing Officer im Board geben werde.

Analysten sahen in Bamfords Abschied ein Zeichen, dass Sarin das Vodafone-Board fester unter Kontrolle bekommt. Seine eigene Position, die durch eine schwache Kursentwicklung und massive Kritik von Anlegern angeschlagen ist, könne sich durch den Wechsel des Chairmans festigen.

Von den nicht-exekutiven Direktoren im Board, zehn außer dem derzeitigen und dem künftigen Chairman, sind vier seit Sarins Amtsantritt im August 2003 gekommen. Sechs sind bereits länger da, unter ihnen Ex-Daimler-Chef Jürgen Schrempp. Zwei Board-Mitglieder, darunter Vize-Chairman Paul Hazen, kommen von dem 1999 übernommenen US-Mobilfunker Airtouch, von wo auch Sarin einst zu Vodafone wechselte.

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