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09.11.2015

07:44 Uhr

Moderationstipps

Wie Sie Ihre Moderation zum Spektakel machen

VonNicolas Zeitler

Podiumsdiskussionen haben einen schlechten Ruf. Doch mit den richtigen Kniffen kann man in einer langweiligen Runde eine anregende Diskussion entfachen. Wie Sie sich vorbereiten – und warum Sie kein Mikrofon benötigen.

Vier Tipps für Ihre Moderation. Imago

Aufgepasst!

Vier Tipps für Ihre Moderation.

Podiumsdiskussionen haben aus gutem Grund einen schlechten Ruf. Viel zu oft langweilen die Teilnehmer ihr Publikum mit den immer gleichen Phrasen, die sie schon woanders von sich gegeben haben. Schuld daran ist nicht selten der Moderator. Wer als CIO eine Runde vor Zuhörern leitet, kann viel falsch machen, schreibt Maryfran Johnson, Autorin bei CIO.com.

Der erste Fehler ist zu wenig Wissen über das Thema und die Standpunkte, die die Teilnehmer der Runde vertreten. „Das muss man beides wirklich drauf haben“, sagt Chris Vein, CIO der Stadt San Francisco und erfahrener Leiter von Diskussionsrunden. „Sobald man merkt, jemand geht in eine ganz andere Richtung, kann man ihn mit kleinen Tricks wieder auf die Bahn bringen“, erklärt er.

Entscheidend ist die Vorbereitung

Der Moderator hat dieselbe Funktion wie der Dirigent eines Orchesters, der darauf achtet, dass jedes Instrument seine Einsätze bekommt und gleichzeitig die gesamte Aufführung reibungslos läuft. „Alle denken, entscheidend ist die Situation auf der Bühne – tatsächlich ist die Vorbereitung viel wichtiger“, erklärt Julia King, die bei „Computerworld“ für Veranstaltungen verantwortlich ist.

Neben guter Vorbereitung sollte der Moderator einer Podiumsdiskussion außerdem vier Ratschläge beherzigen:

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1. Positioniere dich

Positioniere dich: Am Anfang stehen dein Profil und dein Ziel. Wer bin ich, was kann ich, wo will ich hin? Wer nicht weiß, wo er steht, und nicht weiß, wo er hinwill, kann auch keine Route planen, schreibt die Autorin Ute Blindert in ihrem Buch „Per Netzwerk zum Job - Insider zeigen, wie du deine Träume verwirklichen kannst“. Je nachdem, wofür man sich entscheidet, sollte man sich auf jeden Fall Gedanken über seine Strategie machen, zu der dann natürlich die Auswahl der Kommunikationskanäle (Website, Social-Media, Businessnetzwerke, Newsletter) und selbstverständlich auch Überlegungen zum Netzwerken im wirklichen Leben gehören.

2. Jeder hat ein Netzwerk

Jeder hat ein Netzwerk – auch du. Freunde, Kommilitonen, Arbeitskollegen, Vereinsfreunde, Fußballkumpel, Dozenten und Austauschstudenten bilden das Fundament deines Berufsnetzwerks. Ute Blindert rät: „Recherchiere, wer von diesen Kontakten bei Xing, Linkedin oder Facebook ist, und vernetze dich mit diesen.“ Wer auf Jobsuche ist, sollte das dort auch entsprechend zur Sprache bringen.

3. Zeige dich

Zeige dich – online. Wer von Recruitern und Headhuntern gefunden werden will, kommt an einem Profil bei Xing oder Linkedin i.d.R. nicht vorbei. Legt ein durchdachtes Profil an und tretet selbst in Kontakt mit potenziellen Arbeitgebern.

4. Zeige dich Teil 2

Zeige dich – im realen Leben. Auch wenn es vielleicht manchmal schwer fällt, aber der persönliche Kontakt macht das Netzwerk erst stabil und führt zu mehr Verbindlichkeit. Man kann sich auch ein bestehendes Netzwerk (Studierendenorganisation, Berufsnetzwerk, Verband, Verein) suchen, durch das sich schon viele Kontaktmöglichkeiten mit anderen Menschen ergeben.

5. Lerne Leute kennen

Lerne Leute kennen – einfach aus Spass. Die Autorin empfiehlt „systematische Mittagessen“, also zufällig anmutende Begegnungen, bei denen meist ein lohnender Austausch für beide Seiten entsteht. Der Vorteil: Ein Mittagessen oder auch mal der Kaffee zwischendurch sind kurz, aber doch lang genug für den verbindlichen Austausch.

6. Baue dein Netzwerk aus

Baue dein Netzwerk aus – mit Strategie. Identifiziere dazu in deinem (Online-)Businessnetzwerk, wen du unbedingt kennenlernen willst oder wer dir eine Verbindung zu diesem Menschen herstellen kann. Vor allem solltest du wissen, wer eine relevante Person in deiner Branche oder in einem Unternehmen ist. Das kann auch auf einer Konferenz sehr hilfreich sein, da kommst du diesen auch einmal näher - und vielleicht sogar ins Gespräch.

7. Sei aktiv

Wer nie irgendwo präsent ist, wird weniger wahrgenommen, bekommt weniger Empfehlungen und Tipps, wenn der Austausch fehlt. Das gilt auch virtuell, indem du in sozialen Netzwerken präsent bist, Fragen stellst, dich mit anderen austauscht und dich mit deinem Fachwissen als Persönlichkeit zeigst.

8. Teile dein Wissen

Wer dich als kompetent für ein bestimmtes Thema oder als relevant bei einer bestimmten Gruppe wahrnimmt, wird dich vielleicht weiterempfehlen. Das kann für einen neuen Job in einem anderen Unternehmen sein, für ein spannendes Projekt oder auch für einen Vortrag oder eine Podiumsdiskussion bei einer Konferenz.

9. Verzettle dich nicht

Es ist gut, sich ab und zu die Zeit zu nehmen und zu überlegen, welches Engagement was gebracht hat. Auch die beruflichen Kontakte sollte man sich ab und zu anschauen und entscheiden, wen du gern mal wieder treffen möchtest und bei wem du gern mehr Distanz hättest.

10. Gib dir Zeit und bleibe gelassen

Netzwerken zahlt sich nicht immer sofort und auch nicht immer aus. Aber mindestens in der Freude, mit anderen zusammen zu sein und etwas zu unternehmen. Aber auch für die Jobsuche und deine Karriere. Fange daher am besten jetzt mit dem Aufbau deines Netzwerks an.

Quelle

1. Die Teilnehmer sich nicht selbst vorstellen lassen

Die erste Gelegenheit, eine Diskussion zu ersticken, bevor sie überhaupt angefangen hat, bietet sich schon bei der Vorstellung. Wenn jeder Teilnehmer langatmig seinen Werdegang herunterbetet, schalten viele Zuhörer schon ab. Besser ist es, sich vorab von jedem einen aktuellen Lebenslauf schicken zu lassen, ihn auf drei Sätze zusammen zu kürzen und damit als Moderator selbst die Gäste vorzustellen.

Nach der kurzen Vorstellungsrunde muss der Moderator die Diskussion auch flott weiter führen. „Provozieren Sie die Teilnehmer mit Ihren Fragen, dann bekommen Sie mehr aus ihnen heraus“, rät Alan Paller, wissenschaftlicher Leiter beim Sans Institute, einem Unternehmen für Sicherheitsschulung und -forschung. „Fordern Sie die Leute vorher auf, auf der Bühne auf keinen Fall geschwollen zu reden.“

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