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16.09.2011

16:05 Uhr

Möbel-König Demuth

Nachts in Haft, am Tag Berater

Er war Europas Möbel-König, jetzt tritt Rolf Demuth seine Strafe an: Dreieinhalb Jahre muss er im „offenen Vollzug“ verbüßen. Das heißt: Tagsüber darf er arbeiten - wahrscheinlich wird er eine Möbelhandelsgruppe beraten.

Der ehemalige Geschäftsführer des größten europäischen Möbelherstellers, Rolf Demuth, (Foto  von 2004) tritt jetzt seine Haftstrafe an. dpa

Der ehemalige Geschäftsführer des größten europäischen Möbelherstellers, Rolf Demuth, (Foto von 2004) tritt jetzt seine Haftstrafe an.

BielefeldFünf Monate nach seiner Verurteilung wegen Kreditbetrugs muss der ehemalige Möbel-König Rolf Demuth seine Strafe antreten. Bis zu diesem Samstag muss sich der 72 Jahre alte Gründer der Schieder-Gruppe, einst Europas größter Möbelproduzent, in der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Senne melden. Die dreieinhalbjährige Strafe darf er im offenen Vollzug verbüßen; das heißt, er kann vermutlich tagsüber einer Arbeit in oder außerhalb der JVA nachgehen.

Demuth werde zunächst einige Zeit auch tagsüber in Haft bleiben, sagte JVA-Leiter Uwe Nelle-Cornelsen. Erst später werde über Anträge für eine auswärtige Arbeit oder andere Hafterleichterungen entschieden. Die Arbeitsstelle müsse im Umkreis der JVA sein, Dienstreisen ins Ausland seien ausgeschlossen.

Nach Information der Zeitung „Neue Westfälische“ beantragt Demuth eine schnelle Arbeitsgenehmigung. Er wolle eine gut bezahlte Beratertätigkeit bei einer lippischen Möbelhandelsgruppe ausüben. Dort seien bereits andere Ex-Manager der insolventen Schieder-Gruppe tätig.

Demuth war im April vom Detmolder Landgericht verurteilt worden. Zusammen mit drei seiner Manager hatte er die Finanzlage des Unternehmens geschönt, Geldgeber getäuscht und sich so Kredite in dreistelliger Millionenhöhe erschlichen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sind im Zusammenhang mit der Schieder-Pleite noch zwei Verfahren gegen ehemalige Beschäftigte der Gruppe anhängig.

So wird weiterhin gegen den langjährigen Finanzchef ermittelt. Dazu sollte Demuth am Freitag befragt werden. Er erschien zwar bei der Staatsanwaltschaft, habe jedoch keine Angaben zur Sache gemacht.

Von

dpa

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