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06.01.2017

10:10 Uhr

Motivation

So verjagen Sie den Januar-Blues

VonKerstin Dämon
Quelle:WirtschaftsWoche Online

Sind Sie gut ins neue Arbeitsjahr gestartet? Oder graut Ihnen noch vor dem Arbeitstag? Nach dem Urlaub ist es um die Motivation vieler Arbeitnehmer nicht gut bestellt. Dagegen können Chefs etwas tun.

Frisch zurück aus dem Urlaub fehlt es manchem Mitarbeiter an Motivation im Joballtag. dpa

Zurück im Büro

Frisch zurück aus dem Urlaub fehlt es manchem Mitarbeiter an Motivation im Joballtag.

Nun ist Schluss mit Feiertagen und Ferien: Spätestens am 9. Januar sollte die Mehrheit der Arbeitnehmer aus dem Ski- oder Weihnachtsurlaub zurück sein. Dann müssen Sie zeigen, was aus den Karrierezielen der Deutschen für 2017 – mehr verdienen, befördert werden, effizienter arbeiten, nebenher weiterbilden – wird.

Viele Angestellte starten nach all den Plätzchen und der Ruhe jedoch eher besinnlich in das Arbeitsjahr. Nach der Weihnachtspause beobachten viele Arbeitgeber niedrigere Produktivität und eine gedrückte Stimmung, wenn die Arbeitnehmer zur Arbeit zurückkehren. Das amerikanische Beratungsunternehmen CEB hat die Motivation von Mitarbeitern rund um den Globus analysiert und für den gemächlichen Start ins Jahr einen Begriff geprägt: „Januar Blues“.

Den Blues haben - damit wird im englischen Sprachraum Traurigkeit und Niedergeschlagenheit bezeichnet. Den „Januar Blues“ definiert das Nachschlagewerk für Umgangssprache „Urban Dictionary“ so: „Es beginnt am 2. Januar und dauert bis zum 1. Februar, manchmal auch bis zum Presidents Day am dritten Montag im Februar“. Der Januar Blues wird als die „unschöne Zeit“ beschrieben, wenn die Weihnachtsfeiertage schon vorüber, der Frühling aber noch weit entfernt und das Wetter kalt und unfreundlich ist.

Sozio- und Psychologen kennen, wenn vielleicht auch nicht den Januar Blues, dann zumindest seine Geschwister, den „Monday Blues“ und den „Holiday Blues“. Diese drei Blautöne beschreiben alle das gleiche Phänomen: Nach einer längeren Pause fällt der erste Tag im Büro oder der Werkstatt schwer.

So gehen laut einer Studie zur Arbeitsmotivation des Personaldienstleisters ManpowerGroup aus dem Jahr 2016 ganze 85 Prozent der Deutschen montags mit schlechter Laune in die Woche. Im Januar kommt noch hinzu, dass das meist eher miese Wetter auf die Stimmung schlägt und viele nach all den Weihnachtsfeiern, Terminen und Veranstaltungen mit Freunden und Verwandten in ein Loch fallen.

Die eigene miese Laune ist natürlich Sache eines jeden Einzelnem. Dem Januar Blues keine Chance zu geben, das ist aber vor allem eines: Chefsache. Denn laut des Global Talent Monitors des Technikunternehmens CEB sind unmotivierte Mitarbeiter kein saisonales Problem. Es ist nach den Feiertagen nur besonders schlimm. Das liegt daran, dass zum Jahreswechsel Menschen gerne Bilanz ziehen. Frei nach dem Motto „Neues Jahr, neues Glück“ wird bewertet: Wo stehe ich, wo will ich hin - und warum bin ich noch nicht längst auf dem Weg dorthin?

Top-Karriereziele 2017

Platz zehn: Beförderung

Der Personaldienstleister ManpowerGroup hat mehr als 1000 Arbeitnehmer nach ihren Karrierezielen für das Jahr 2017 befragt. Auf Platz zehn landet die Beförderung. Zwölf Prozent der Befragten wollen sich im kommenden Jahr bemühen, auf der Karriereleiter eine Sprosse nach oben zu gelangen.

Quelle: Studie "Karriereziele 2017"

Platz neun: Engagement

Ein Pony springt nur so hoch wie es muss. 13 Prozent der Befragten wollen im nächsten Jahr allerdings ein bisschen höher springen als verlangt und sich stärker im Job engagieren.

Platz acht: Stunden reduziueren

Mehr Engagement heißt aber nicht zwangsläufig mehr Stunden: Ebenfalls 13 Prozent wollen im nächsten Jahr weniger arbeiten und beispielsweise Stunden reduzieren.

Platz sieben: Netzwerken

Vitamin B ist alles: 13 Prozent wollen im nächsten Jahr mehr Networking betreiben.

Platz sechs: Lernen

14 Prozent wollen sich neben dem Job weiterbilden.

Platz fünf: Jobwechsel

Dem Boss wird es nicht gefallen: 16 Prozent der Befragten wollen sich 2017 bei einem anderen Arbeitgeber bewerben.

Platz vier: Zeigen, was man kann

Ebenfalls 16 Prozent wollen nächstes Jahr ihre Kompetenzen noch selbstbewusster präsentieren.

Platz drei: Effizienz

18 Prozent wollen im nächsten Jahr effizienter arbeiten.

Platz zwei: Locker bleiben

Trotzdem wollen 33 Prozent die Arbeit im nächsten Jahr lockerer sehen.

Platz eins: Abschalten

Vollgas geben, okay, aber nur innerhalb der Arbeitszeit: 34 Prozent wollen in Zukunft nach Feierabend besser abschalten.

Und dann ziehen viele Angestellte den Schluss, dass es an ihrem Arbeitgeber liegt, wenn es mit dem beruflichen Vorankommen nichts wird. So konnten sich mehr als 50 Prozent der Deutschen 2016 vorstellen, ihren derzeitigen Arbeitgeber zu wechseln. Die Hauptgründe dafür waren ein als ungerecht empfundenes Gehalt, eine schlechte Arbeitsatmosphäre oder fehlender Respekt und Anerkennung von Vorgesetzten. Dennoch haben nur wenige aktiv nach einem neuen Job gesucht. Der Rest quittiert den Dienst, kommt aber dennoch regelmäßig weiter zur Arbeit - nur eben ohne Elan.

„Trotz einer Vielfalt an Beschäftigungsmöglichkeiten sehen wir, dass Mitarbeiter bei ihrem Arbeitgeber bleiben, obwohl sie dort weder glücklich noch erfüllt sind“, bestätigt André Fortange, Managing Director für Deutschland, Schweiz und Österreich bei CEB. Also bleiben sie und ärgern sich über ihre fehlende Perspektive beim aktuellen Arbeitgeber, wie die CEB-Daten zeigen.

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