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17.11.2014

14:00 Uhr

Murdoch-Imperium

BSkyB-Manager wechseln zu Sky-Deutschland

Schachzug des Großmeisters: Medienmogul Rupert Murdoch lotst zwei Aufsichtsratsmitglieder BSkyB zu Sky-Deutschland. Jeremy Darroch und Andrew Griffith sollen das Aufsichtsgremium des deutschen Ablegers kontrollieren.

Der Chef diktiert den Kurs: Rupert Murdoch. Reuters

Der Chef diktiert den Kurs: Rupert Murdoch.

MünchenDer Medienmogul Rupert Murdoch wechselt nach der Vereinigung seiner europäischen Pay-TV-Sender zwei Aufsichtsratsmitglieder bei Sky Deutschland aus. Der britische Sender BSkyB soll als neue Dachgesellschaft Vorstandschef Jeremy Darroch und Finanzchef Andrew Griffith in das Kontrollgremium des deutschen Ablegers entsenden, wie Sky am Montag mitteilte.

Murdochs Konzernholding 21st Century Fox zieht dagegen zwei Aufsichtsratsmitglieder zurück, die noch im Oktober ihre Kandidatur zur Wiederwahl angekündigt hatten: Der Chef von 21st Century Fox, Chase Carey, und Europa-Chef Jan Koeppen treten auf der Hauptversammlung am Mittwoch nun nicht mehr an. Die Wahl gilt als ausgemachte Sache, weil BSkyB seit November fast 90 Prozent der Anteile an Sky Deutschland besitzt.

Murdoch hat seine Bezahlsender in Deutschland, Großbritannien und Italien zum größten privaten Fernsehkonzern Europas mit einem Umsatz von 14 Milliarden Euro gebündelt. Dafür verschob Murdoch den 57-prozentigen Sky-Deutschland-Anteil seiner Konzernholding 21st Century Fox zu BSkyB. Anschließend kaufte der britische Sender weitere Aktien hinzu und kommt seit Mitte November auf 89,71 Prozent.

Das Imperium des Rupert Murdoch

Geerbtes Unternehmen

Rupert Murdoch kam 1931 in Australien zur Welt. Das Unternehmertum liegt in der Familie: Sein Vater kaufte sich in die Zeitungskette News Limited ein, Sohn Rupert erbte sie 1952 – und baute sie zu einem Medienimperium aus, zu dem heute neben den Zeitungen in aller Herren Länder auch der Buchverlag Harper Collins, Internetbeteiligungen, Fernsehsender und mit „20th Century Fox“ ein legendäres Hollywood-Studio gehören.

Von der „Sun“ bis zum „Wall Street Journal“

Begonnen hat alles mit der Zeitung „The News“ aus dem australischen Adelaide, die der damals Anfang 20-jährige Rupert von seinem Vater übernahm. Später verleibte sich Murdoch in Großbritannien die renommierte Londoner „Times“ ein, außerdem das Massenblatt „Sun“. Die britische Sonntagszeitung „News of the World“ stampfte Murdoch nach einem Abhörskandal kurzerhand ein. Im Jahr 2007 landete Murdoch einen seiner größten Coups, indem er den US-Konzern Dow Jones übernahm, den Herausgeber Wirtschaftsblatts „Wall Street Journal“.

Fox-Fernsehsender

Flaggschiff des Konglomerats sind die amerikanischen Fox-Fernsehsender, die wegen ihrer konservativen Ausrichtung berühmt-berüchtigt sind. Hier ist aber auch die Heimat der Kultsendung „Die Simpsons“. Die gelbe Zeichentrick-Familie mit Oberhaupt Homer und der guten Seele Marge nimmt in vielen Folgen den Sender und seinen Patriarchen selbst auf die Schippe.

Auch in Deutschland aktiv

Murdoch hält die Mehrheit am Bezahlsender Sky, dem früheren Premiere. Sein Sohn James ist seit 2016 wieder Vorsitzender des Aufsichtsrates beim britischen Mutterkonzern.

Schiffbruch mit MySpace

Murdoch erkannte früh die Chancen des Internet und traute sich als einer der ersten großen Verleger, Geld für Nachrichten im Netz zu verlangen. Mit einem anderen Projekt erlitt er indes Schiffbruch: Das einstmals größte Online-Netzwerk MySpace ist nach dem Siegeszug von Facebook heute nur noch ein Schatten seiner selbst.

Aufspaltung in zwei Bereiche

2013 spaltete Murdoch sein Imperium in zwei Reiche auf: die profitable Filmsparte 21st Century Fox und das schwächelnde Verlagsgeschäft News Corp.

Wegen des zusammengeschrumpften Streubesitzanteils gilt Sky Deutschland im Nebenwerteindex MDax als möglicher Abschiedskandidat. Sky Italia gehörte bereits vor der Umgruppierung komplett zu Murdochs Reich. Die Muttergesellschaft British Sky Broadcasting (BSkyB) will ihren Namen auf Sky verkürzen, so dass die Sender künftig europaweit unter derselben Marke auftreten.

Von

rtr

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