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15.07.2011

09:28 Uhr

Murphy's Law bis Vorführeffekt

200 Psychotricks für den Büroalltag

VonTina Groll
Quelle:ZEIT ONLINE

Warum verhagelt mir der Vorführeffekt meine Präsentation? Warum ist der Kollege ein Drückeberger? Ein neues Buch stellt psychologische Phänomene vor - und verrät, wie man sie für die Karriere nutzen kann.

Wer gegen Superstars wie Golf-Profi Tiger Woods spielt, hat weniger Lust, sich anzustrengen. Quelle: Reuters

Wer gegen Superstars wie Golf-Profi Tiger Woods spielt, hat weniger Lust, sich anzustrengen.

DüsseldorfEin Drittel aller Berufstätigen träumt nachts vom Job, und 800.000 Beschäftigte nehmen regelmäßig leistungssteigernde Medikamente. Beides muss nicht sein – wenn man sich mit psychologischen Phänomenen auskennt und diese für die Karriere nutzt. Das jedenfalls behaupten die Journalisten Jochen Mai und Daniel Rettig.

Die beiden Redakteure der „Wirtschaftswoche“ (die wie das Handelsblatt zu DvH Medien Dieter von Holtzbrinck GmbH gehört) haben 200 dieser Effekte und Phänomene zusammengetragen, von den bekannten Murphy-Gesetzen des Scheiterns (Alles, was schief gehen kann, geht schief) bis zur Pendler-Amnesie (Pendler stehen unter so großem Stress, dass sie sich an den Großteil der Strecke nicht mehr erinnern können und so im Laufe einer Woche einen ganzen Arbeitstag aus dem Bewusstsein verlieren) und der 72-Stunden-Regel (Wenn Aufgaben nicht in den ersten 72 Stunden erledigt werden, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sie umgesetzt werden, auf ein Prozent). Sie alle finden sich in dem 384 Seiten langen Buch "Ich denke, also spinn ich". Es zeigt auf, wie psychologische Effekte im Berufsalltag wirken und erklärt, warum wir uns oft anders verhalten, als wir eigentlich sollten – oder wollen.

Da wäre zum Beispiel der Superstar-Effekt: Wer hätte gedacht, dass allein die Anwesenheit eines Ausnahmetalents Konkurrenten negativ beeinflusst? Nachgewiesen hat dieses Phänomen die Amerikanerin Jennifer Brown. Als die Professorin an der Kellogg School of Management in Chicago die Statistiken von Golfturnieren der Profiliga auswertete, stellte sie fest, dass die Leistungen der Profigolfer überdurchschnittlich schlecht waren, wenn Superstar Tiger Woods ebenfalls antrat. War Woods nicht dabei, zeigten die Sportler durchweg bessere Leistungen. Der Superstar-Effekt wurde später auch in Experimenten bei Schülern und Studenten nachgewiesen. Das Ergebnis war stets das gleiche: Sobald die Besten in einem Wettkampf antraten, forderte sich der Rest weniger ab.

Für Unternehmen heißt das: Bonuszahlungen und Prämien nützen wenig, um alle Mitarbeiter anzuspornen. Die Mehrheit geht ohnehin davon aus, dass nur die besonders leistungsstarken Kollegen die Belohnung bekommen. Weil sie sich selbst keine Chancen ausrechnen, strengen sie sich gar nicht erst an. Zugleich wirkt die Belohnung korrumpierend. Jegliche innere Motivation, sich anzustrengen, wird durch Boni vernichtet. Auf Dauer kann das sogar dazu führen, dass die Gesamtleistung sinkt – während Boni und Prämien das Unternehmen ungleich mehr kosten. Denn wird die Leistung eines Einzelnen – beispielsweise durch die Auszeichnung "Mitarbeiter des Monats" – besonders honoriert, demotiviert das alle anderen.

Dieses Phänomen ist auch als N-Effekt bekannt: Je größer die Konkurrenz, desto weniger Leistung zeigt der einzelne. Herrscht in einem Unternehmen besonders große Konkurrenz unter den Mitarbeitern, ist die Gesamtleistung nicht sehr hoch.

Kommentare (1)

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FCB

15.07.2011, 10:02 Uhr

Der Artikel wäre sicherlich auch für den Fußballclub FC Bayern München interessant, insbesondere für das Management und Präsidium.
Zumindest haben die hohem Spoilergehälter niht den erwarteten Erfolg gebracht. Man(n) darf auf die nächste Saison mit Argusaugen beobachten, was sich dann dort mit dem neuen Trainer abspielt.
Für ihn wäre der Artikel bestimmt nicht weniger interessant. Aktuell hat er ja seinen Traumspieler erhalten.
Ob es was nützt, werden wir sehen.

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