Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.06.2016

15:54 Uhr

Nach Amoklauf von Orlando

Arbeitgeber von Attentäter stürzt an der Börse ab

Der Arbeitgeber des Orlando-Attentäters erlebt einen schwarzen Montag an der Börse. Das Papier von der Sicherheitsfirma G4S fiel zum Wochenstart auf den niedrigsten Stand seit sieben Jahren.

Der Attentäter von Orlando war bei der britischen Sicherheitsfirma angestellt. Die Aktie des Unternehmens sank jetzt um sechs Prozent. dpa

Aktie von G4S im Sturzflug

Der Attentäter von Orlando war bei der britischen Sicherheitsfirma angestellt. Die Aktie des Unternehmens sank jetzt um sechs Prozent.

LondonDer Attentäter von Orlando ist beim britischen Sicherheitsunternehmen G4S angestellt gewesen – dies hat die Aktie der Firma zum Wochenstart abstürzen lassen. Sie verlor an der Londoner Börse bis zum späten Montagvormittag sechs Prozent und sank auf ihren niedrigsten Stand seit März 2009.

Omar Seddique Mateen hatte in der Nacht zum Sonntag in einem beliebten Schwulen- und Lesbenclub in Orlando im US-Bundesstaat Florida 49 Menschen getötet und etwa 50 weitere verletzt. Der 29-jährige US-Bürger afghanischer Abstammung wurde von der Polizei erschossen. Seit 2007 war Mateen bei G4S angestellt.

Was über das schlimmste US-Massaker bekannt ist

Opfer

Mindestens 50 Menschen sind tot. 53 wurden verletzt, die meisten von ihnen befanden sich am Sonntag noch in kritischem Zustand. Die Opferzahl dürfte laut den behandelnden Ärzten noch steigen.

Der Schütze

Der 29-jährige Omar M. ist US-Bürger, wurde in New York geboren und hat afghanische Wurzeln. Er lebte in Fort Pierce fast 200 Kilometer südlich von Orlando und arbeitete seit 2007 für den privaten Sicherheitsdienst G4S. Deshalb hatte er auch eine Schusswaffenlizenz. Zweimal, 2013 und 2014, nahm das FBI Ermittlungen gegen ihn auf, stellte sie aber wieder ein. Im ersten Fall ging es um aufhetzerische Aussagen gegenüber Arbeitskollegen, im zweiten um seine möglichen Verbindungen zu einem amerikanischen Selbstmordattentäter.

Motiv

Ermittlern zufolge rief er vor der Tat beim Polizei-Notruf an und bekannte sich zur Terrormiliz Islamischer Staat. Der Vater des Angreifers schloss einen religiösen Hintergrund aus, deutete aber an, dass sein Sohn von Schwulenhass getrieben gewesen sein könnte. M. sei vor zwei Monaten wütend geworden, als er gesehen habe, dass sich zwei Männer küssten, sagte der Vater dem Sender MSNBC.

Was ist passiert

Der Angreifer Omar M. kam am Sonntag gegen zwei Uhr früh mit einem Sturmgewehr und einer Pistole bewaffnet in den gut besuchten Schwulenclub Pulse in Orlando und eröffnete das Feuer. Wenig später lieferte er sich laut der Polizei ein Feuergefecht mit einem Sicherheitsbeamten des Clubs. Daraufhin sei der Schütze in das Gebäude zurückgegangen und habe Geiseln genommen. Eine Spezialeinheit der Polizei stürmte Stunden später den Club und tötete Omar M.

In einer Mitteilung an die Londoner Börse erklärte das Unternehmen, es habe Mateen bei seiner Einstellung einer „detaillierten Überprüfung“ unterworfen. 2013 sei er erneut überprüft worden – „ohne negative Ergebnisse“.

Zudem hätten sich US-Sicherheitsbehörden mit Mateen befasst. G4S seien dabei keine Ergebnisse mitgeteilt worden. Die US-Bundespolizei FBI hatte erklärt, Mateen sei in den Jahren 2013 und 2014 wiederholt zu angeblich radikalen Reden bei seiner Arbeit als Sicherheitsmann und zu Kontakten zu einem späteren Selbstmordattentäter befragt worden.

Nach Amoklauf in Florida: Spurensuche in Orlando

Nach Amoklauf in Florida

Spurensuche in Orlando

Der Attentäter von Orlando hat sich allem Anschein nach selber radikalisiert. Anzeichen für ein internationales Netzwerk gibt es nicht. Trotzdem ist das Massaker Öl in das Feuer des US-Wahlkampfs.

G4S zeigte sich „zutiefst schockiert“ von den Ereignissen in Orlando. „Die Gedanken von allen bei G4S sind bei den Opfern und deren Familien.“ Das Unternehmen unterstütze die Ermittlungen der US-Sicherheitsbehörden.

G4S hat weltweit rund 623.000 Angestellte und bezeichnet sich selbst als „weltgrößter Anbieter von Sicherheitslösungen“. Ungefähr 20 Prozent der Mitarbeiter sind in Nordamerika im Einsatz.

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×