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28.06.2013

17:15 Uhr

Nach Insolvenz des Baukonzerns

Alpine-Gläubiger müssen länger auf Geld warten

Die Gläubiger des insolventen Baukonzerns müssen sich gedulden. Alpine Bau werde keine sehr hohe Quote zahlen können. Bessere Aussichten gibt es für die Arbeitnehmer.

Weil die Alpine Bau nicht zahlen kann, könnten auch Zuliefererfirmen in finanzielle Schwierigkeiten geraten. dpa

Weil die Alpine Bau nicht zahlen kann, könnten auch Zuliefererfirmen in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

WienDer Alpine-Insolvenzverwalter macht den Geldgebern der insolventen Baufirma keine Hoffnung auf eine rasche Rückzahlung ihrer Gelder. „Faktum ist, dass die Gläubiger der Alpine Bau GmbH mit keiner sehr hohen und vor allem nicht mit einer kurzfristig auszuzahlenden Quote rechnen können“, sagte Stephan Riel am Freitag in einem Interview mit dem ORF-Radio. Es sei daher nicht ausgeschlossen, dass auch andere kleinere Zulieferfirmen in finanzielle Schwierigkeiten kämen.

Mehr Hoffnung machte er den rund 4900 in Österreich von der Pleite betroffenen Arbeitnehmern. „Ich gehe doch davon aus, dass die Baustellen nach Ende der jetzt eine Woche dauernden Schrecksekunde fortgesetzt werden können und dass dafür auch Mitarbeiter benötigt werden“, sagte er.

Offen sei, was mit den an die Alpine Bau angegliederten Auslandstöchtern geschehe. „Dort, wo das Auslandsgeschäft von der Alpine Bau GmbH selber in Form von Niederlassungen geführt wurde, wird es im Wesentlichen um Liquidationen gehen.“ Dies gelte aber nicht für Beteiligungsunternehmen der Gruppe. „Das muss man sich einzeln ansehen“, sagte Riel. Bislang hat lediglich die deutsche Alpine-Tochter mit 1500 Beschäftigten Insolvenz angemeldet.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Das frühere Österreich-Geschäft der Alpine soll nun unter den Wettbewerbern aufgeteilt werden. Strabag, Porr und kleinere Firmen wie Swietelsky oder Habau haben Interesse bekundet.

Zum Zug komme, wer den höchsten Preis biete, sagte Riel. „Primär ist es meine Aufgabe, ein optimales Ergebnis für die Gläubiger zu erzielen. Ich meine aber, dass das in der Regel Hand in Hand damit geht, dass die Baustellen fortgeführt werden. Das wiederum wird dazu führen, dass die Mitarbeiter auf den Baustellen einen Arbeitsplatz bekommen.“

Der in Salzburg ansässige Baukonzern hatte vor gut einer Woche Insolvenz angemeldet, weil die spanische Mutter FCC und die Gläubiger kein weiteres Geld mehr in das marode Unternehmen pumpen wollten.

Von

rtr

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