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02.12.2016

15:00 Uhr

Nach Kritik der Stadtverwaltung

Airbnb begrenzt Vermietung in London auf 90 Tage pro Jahr

Airbnb schränkt Londoner Kunden ein: Mit einer 90-Tage-Grenze sollen kommerzielle Anbieter von Übernachtungsgelegenheiten abgeschreckt werden. In vielen europäischen Städten steht der Konzern unter Druck.

Viele Städte klagen über professionelle Investoren, die Wohnungen in angespannten Märkten kaufen, um sie über Airbnb weiterzuvermieten. Mit Tagesgrenzen will die Vermittlungsplattform gegensteuern. AFP; Files; Francois Guillot

Airbnb auf Tablet

Viele Städte klagen über professionelle Investoren, die Wohnungen in angespannten Märkten kaufen, um sie über Airbnb weiterzuvermieten. Mit Tagesgrenzen will die Vermittlungsplattform gegensteuern.

LondonPrivatleute in London können ihre Wohnungen künftig nur noch maximal 90 Tage im Jahr über die Vermittlungsplattform Airbnb vermieten. Die Begrenzung gelte ab kommendem Frühjahr, teilte das Unternehmen mit. Eine Überschreitung sei nur möglich, wenn der Anbieter eine explizite Genehmigung der örtlichen Behörden vorlege. Zugleich will Airbnb ab dem Frühling „unwillkommene“ kommerzielle Anbieter von Übernachtungsmöglichkeiten in London aus seinem Angebot entfernen.

Das US-Unternehmen ist mit dem Vorwurf konfrontiert, die angespannte Wohnungslage in der britischen Hauptstadt zu verschärfen. Die Stadtverwaltung beklagt unter anderem, dass professionelle Investoren sich dort Wohnungen kaufen, nur um sie über die Vermittlungsplattform anzubieten.

Airbnb betonte bei Bekanntgabe der neuen Vorgaben am Donnerstag, die „große Mehrheit“ der Anbieter in London seien „normale Leute, die ihre Unterkunft teilen, um in einer der teuersten Städte der Welt wohnen zu können“. Der typische Anbieter vermiete seine Wohnung an 50 Nächten im Jahr und verdiene damit 3500 Pfund (4140 Euro). Insgesamt habe die „Airbnb-Gemeinschaft“ vergangenes Jahr rund 1,3 Milliarden Pfund zur Londoner Wirtschaft beigesteuert.

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Der boomende Tourismus hat auch seine Schattenseite: In Barcelona sollen Airbnb und Homeaway hohe Geldstrafen zahlen, weil die Portale trotz bereits verhängter Strafe weiterhin illegal Wohnungen vermitteln.

Airbnb sieht sich insbesondere in großen Städten mit zunehmender Regulierung und öffentlichem Druck konfrontiert. Erst am Donnerstag beschloss die Stadtverwaltung von Amsterdam, dass ab nächstem Jahr private Zimmer nur noch an 60 Tagen im Jahr über das Portal vermietet werden dürfen. In der vergangenen Woche wurden in Barcelona gegen das Unternehmen und seinen Konkurrenten HomeAway Strafen von jeweils 600.000 Euro angekündigt – sie sollen ohne Genehmigung Wohnungen an Touristen vermittelt haben.

Von

afp

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