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30.04.2013

10:26 Uhr

Nach schwachem 2012

Baukonzern Strabag bleibt optimistisch

Der österreichische Baukonzern Strabag kürzt nach einem schwachen Geschäftsjahr die Dividende um zwei Drittel. Die Branche leidet zurzeit unter heftigem Preiskampf, einige Unternehmen sind bereits in Schieflage geraten.

Baustelle der Konzerns Strabag. 2013 soll ein deutlich besseres Jahr als 2012 werden. dpa

Baustelle der Konzerns Strabag. 2013 soll ein deutlich besseres Jahr als 2012 werden.

WienDer österreichische Baukonzern Strabag erwartet trotz trüber Aussichten für die Branche steigende Gewinne. Der Betriebsgewinn (Ebit) soll im laufenden Jahr auf mindestens 260 Millionen Euro zulegen, nach 207 Millionen Euro im vergangenen Jahr, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. "Der Strabag-Vorstand erwartet für 2013 zwar eine nochmalige leichte Eintrübung der Rahmenbedingungen im europäischen Bausektor, geht aber gleichzeitig davon aus, dass größere negative Einmaleffekte wie im Jahr 2012 ausbleiben", hieß es in der Mitteilung. Während das Geschäft im wichtigen Osteuropamarkt Polen auch in den kommenden Quartalen mau ausfallen dürfte, rechne die Firma mit Zuwächsen im Tunnelbau, außerhalb Europas und in Österreich.

Im vergangenen Jahr machte Strabag der Sparkurs öffentlicher Auftraggeber zu schaffen, die Ausgaben für den Bau neuer Straßen und Infrastruktur scheuen. Hinzu kamen Probleme bei Projekten in Osteuropa: Der Konzern hatte Schwierigkeiten, bei seinen Kunden das Geld für bereits erbrachte Leistungen einzutreiben und musste Verluste bei Gemeinschaftsprojekten verdauen. Strabag hatte daher zwei Mal die Ergebnisprognose gesenkt. Im vierten Quartal schnitt die Firma allerdings deutlich besser ab, als von Analysten erwartet: Der Betriebsgewinn kletterte von Oktober bis Dezember um 62 Prozent auf 206 Millionen Euro.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Der Sparkurs der Auftraggeber und ein ruinöser Preiskampf in der Baubranche haben andere Anbieter in Finanznöte gebracht. In Polen sind bereits einige Firmen Pleite gegangen. Der österreichische Rivale Alpine konnte nur mit einem Forderungsverzicht der Banken vor dem Kollaps bewahrt werden.

Dividende sinkt

Die Aktionäre sollen für das vergangene Jahr eine Dividende von 20 Cent erhalten nach 60 Cent für 2011. Hier hatten Analysten deutlich mehr erwartet.

Die Auszahlung kommt auch Firmenchef Hans Peter Haselsteiner zugute: Er hält 28,9 Prozent an dem Konzern. der 69-jährige Manager will mit Ablauf der Hauptversammlung am 14. Juni zurücktreten - ein Jahr früher als zuletzt geplant. Seine Nachfolge tritt sein Stellvertreter Thomas Birtel an.

Von

rtr

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