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12.01.2007

07:00 Uhr

Nachfolger für Christiansen gesucht

Jauchs große Show

VonHans-Peter Siebenhaar

Der designierte Nachfolger von Sabine Christiansen lässt die ARD im Regen stehen. Nicht des Geldes wegen, sagt er. Kommt jetzt Frank Plasberg?

Moderator Günther Jauch während des RTL-Jahresrückblicks 2006. Foto: dpa Quelle: dpa

Moderator Günther Jauch während des RTL-Jahresrückblicks 2006. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Der neue ARD-Vorsitzende Fritz Raff hatte bereits vor Tagen per "Spiegel"-Interview die Losung ausgegeben: "Ohne Jauch geht die ARD-Welt nicht unter." Ob er Recht hat, darf jetzt beobachtet werden: Günther Jauch wirft entnervt die Flinte ins Korn - der 50-Jährige verzichtet auf die Nachfolge der ARD-Talk-Show von Sabine Christiansen am Sonntagabend.

Jauchs Begründung: Die ARD habe in Nachverhandlungen zu seinem Vertrag inakzeptable Bedingungen gestellt. Er wollte keine Zusage geben, journalistisch exklusiv nur noch für das Erste zu arbeiten.

Diese unnachgiebige Haltung des Fernsehunternehmers mit abgebrochenem Jura-Studium war den Intendanten zu viel: "Dem Publikum wäre schwerlich zu vermitteln gewesen, wenn Günther Jauch am Sonntag in der ARD eine politische Talk-Show moderiert und uns in der Woche bei RTL mit einem journalistischen Format als Konkurrent entgegentritt", sagte gestern WDR-Intendant Fritz Pleitgen zusammen mit seiner Nachfolgerin Monika Piel in Köln.

Jauchs Absage kam wohl nicht aus heiterem Himmel. Vermutlich spürte der kapriziöse Großverdiener, dass er in der ARD am Ende nicht auf viele Freunde zählen konnte.

Der empfindliche Entertainer wollte bei der ARD-Talk-Show nach eigenem Gusto schalten und walten. Eine übergeordnete Chefredaktion war nicht nach dem Geschmack des Medienunternehmers.

Jauch verwies gestern bei seiner Absage darauf, dass er es an gutem Willen nicht habe mangeln lassen. Für die ARD habe er sogar seine Werbeverträge gekündigt oder auslaufen lassen. Wie kaum eine andere Fernsehikone hat es der Villenliebhaber aus Potsdam in den vergangenen Jahren geschafft, lukrative Werbeverträge zu sammeln wie andere Menschen Briefmarken.

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