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06.10.2011

10:38 Uhr

Nachruf Steve Jobs

„Folgt immer eurem Herzen und eurer Intuition“

VonAxel Postinett

Steve Jobs hat mit seinen genialen Produkten ganze Branchen auf den Kopf gestellt und Konkurrenten ratlos gemacht. Nach langer Krankheit ist der Apple-Gründer nun am Mittwoch gestorben. Ein Nachruf.

„Wir sind hier, um eine Delle im Universum zu hinterlassen.“ Quelle: Reuters

„Wir sind hier, um eine Delle im Universum zu hinterlassen.“

San FranciscoSteve Jobs ist tot. Der 56-jährige Vater von vier Kindern starb am 5. Oktober 2011 nach schwerem Krebsleiden. Er sei friedvoll im Kreise seiner Familie verstorben, teilte Apple in Cupertino mit. Er wird in Erinnerung bleiben als Genie, Rebell und Idol.

Er hat uns Produkte gebracht, von denen wir nicht einmal wussten, dass wir sie brauchen, bis er sie uns gezeigt hat. Er hat die Art und Weise verändert, wie wir hören, wie wir sehen und kommunizieren. Sein Gespür und sein Instinkt für das, was die Menschen wollen.

Steve Jobs - Stationen seines Lebens

Der Visionär

56 Jahre alt ist Steve Jobs geworden, dann starb der Apple-Gründer im Kreise seiner Familie. Ein Überblick über wichtige Stationen im Leben und in der beruflichen Laufbahn des Computer-Visionärs.

Kindheit und Jugend

Stephen Paul Jobs kommt am 24. Februar 1955 zur Welt. Seine leiblichen Eltern geben ihn zur Adoption frei, Paul und Clara Jobs nehmen ihn auf - er ist Automechaniker, sie ist Büroangestellte. 1972 schreibt sich Steve im Reed College in Portland im US-Staat Oregon ein, er bricht das Studium aber nach einem Semester ab. Er experimentiert mit Drogen und beschäftigt sich mit dem Hinduismus. 1974 nimmt er einen Job beim Videospiele-Hersteller Atari an und besucht zusammen mit seinem einige Jahre älteren Schulfreund Steve Wozniak Treffen des Homebrew Computer Clubs.

1974: Der erste Job

Jobs arbeitet für den Videospiele-Hersteller Atari und besucht zusammen mit seinem wenige Jahre älteren Schulfreund Steve Wozniak Treffen des Homebrew Computer Clubs.

Von der Garage an die Börse

Kein Scherz: Jobs und sein Kumpel Steve Wozniak gründeten die Firma Apple Computer am 1. April 1976. Der dritte, heute fast vergessene Gründer war Ron Wayne. In einer Garage im Silicon Valley bauten die beiden den Prototypen des Apple I, der im Sommer für einen Preis von 666,66 Dollar auf den Markt kommt. 1977 stellt das Unternehmen den Apple II vor, den ersten Heimcomputer, der Farbgrafiken generieren kann. Er bringt den Durchbruch und einen Jahresumsatz von einer Million Dollar. 1980 geht Apple an die Börse, Jobs wird zum Multimillionär. Zwei Jahre später steigt der Jahresumsatz auf eine Milliarde Dollar. Jobs' Freundin Chrisann Brennan bringt 1978 die gemeinsame Tochter Lisa zur Welt.

1977: Apple wird AG

Apple wird als Aktiengesellschaft eingetragen und stellt den Apple II vor, den ersten Heimcomputer, der Farbgrafiken generieren kann. Er bringt dem jungen Unternehmenden Durchbruch und einen Jahresumsatz von einer Million Dollar.

1978: Das erste Kind

Jobs' Freundin Chrisann Brennan bringt die gemeinsame Tochter Lisa zur Welt.

1980: Der IPO

Apple geht an die Börse. Zwei Jahre später steigt der Jahresumsatz auf eine Milliarde Dollar.

Jobs gibt die Kontrolle ab

Mit dem Börsengang geben die Gründer die Mehrheit ab. Ein erfahrener Manager soll an die Unternehmensspitze - Jobs wirbt 1983 für den Posten des Apple-CEO John Sculley von Pepsico ab. Apple entwickelt den Computer Lisa, der aber zum Misserfolg wird und nach zwei Jahren wieder vom Markt verschwindet. Anfang 1984 kommt der erste Mac auf den Markt, den ein Team um Steve Jobs entwickelt hat. Vermarktet wird der Rechner mit einem mittlerweile berühmten Werbespot von Regisseur Ridley Scott. Ein Jahr später kommt es zum Zerwürfnis zwischen Jobs und Sculley, das zu Jobs' Rücktritt führt. Auch Wozniak verlässt das Unternehmen.

1984: Der Mac

Der Macintosh Computer kommt auf den Markt. Ein Jahr später kommt es zum Zerwürfnis zwischen Jobs und Sculley, das zu Jobs' Rücktritt führt. Auch Wozniak verlässt das Unternehmen.

Jobs ohne Apple: Next und Pixar

Im Herbst 1985 verlässt Jobs mit einigen Vertrauten Apple und gründet Next. Das Unternehmen entwickelt hochwertige, teure Computer, die sich schlecht verkauften. 1993 stellt Next die Hardware-Produktion ein und konzentriert sich auf Software. Mehr Erfolg hat Jobs mit dem Trickfilmstudio Pixar, das er für zehn Millionen Dollar kauft. Die Firma bringt 1995 „Toy Story“ in die Kinos, den erste vollständig computeranimierten Film. Bald danach geht die Firma an die Börse. 2006 verkauft wird Pixar für 7,4 Milliarden Dollar an Disney verkauft. Jobs wird größter Einzelaktionär des Unterhaltungsriesen. 1991 heiratet er Laurene Powell, mit der er drei Kinder bekommt.

Apple ohne Jobs: Krisenzeiten

Apple und IBM gehen 1991 eine Kooperation zur Entwicklung neuer Microprozessoren und Software ein. Apple stellt das PowerBook vor, das einigen Erfolg hat. 1993 stellt das Unternehmen den Newton vor, einen tragbaren Computer. 1995 kommen die ersten Mac-Klone anderer Anbieter heraus. Unter dem Druck der Windows-Konkurrenz rutscht Apple in die roten Zahlen, schließlich wird CEO Sculley im Februar 1996 vom bisherigen Apple-Präsidenten Michael Spindler abgelöst.

1993: Apple in Not

Apple stellt den Newton vor, einen tragbaren Computer. Das Unternehmen rutscht in die roten Zahlen, und CEO Sculley wird vom bisherigen Apple-Präsidenten Michael Spindler abgelöst.

1995: Erfolge mit Pixar

Die ersten Mac-Klone gehen in den Handel. Microsoft gibt Windows 95 heraus. Apple steht unter starkem Druck der Konkurrenz. Pixar bringt „Toy Story“ in die Kinos, den erste vollständig computeranimierten Film. Pixar geht an die Börse.

Die Rettung von Apple

Apple braucht 1996 dringend ein neues Betriebssystem und kauft Jobs' Unternehmen Next für 430 Millionen Dollar. Ein Jahr später kehrt Steve Jobs zu Apple als Berater und bald als De-Facto-Chef zurück - er nennt sich iCEO: Interimschef. Jobs krempelt das Management des fast insolventen Unternehmens um und räumt die Produktpalette auf, die Mac-Klone werden eingestellt. 1998 kehrt Apple in die Gewinnzone zurück und stellt den iMac vor. Im Jahr 2000 wird Jobs wieder CEO.

1998: Wieder Gewinn

Apple kehrt in die Gewinnzone zurück und stellt den iMac vor. Im Jahr 2000 wird Jobs wieder CEO von Apple.

iPod, iPhone, iPad

In wenigen Jahren krempelt Apple mehrere Branchen um. 2001 kommt der iPod heraus, zwei Jahre später geht die Musik-Plattform iTunes wird mit 200.000 Songs für jeweils 99 Cent online. In der ersten Woche werden eine Million Songs verkauft. 2007 folgt das iPhone, das den Handymarkt revolutioniert. Menschenmassen warten in der Nacht vor dem Verkaufsstart vor den Geschäften, um eines der ersten Telefone zu erwerben. 2010 kommt das iPad heraus - es wird zu einem Renner: 15 Millionen Exemplare gehen in nur neun Monaten über den Ladentisch. Mit dem iPad wird die neue Kategorie der Tablet-Computer begründet.

2006: Verkauf von Pixar

Verkauf von Pixar an Disney für 7,4 Milliarden Dollar. Jobs wird Disneys größter Einzelaktionär.

2007: Das iPhone

Das iPhone kommt auf den Markt. Menschenmassen warten in der Nacht vor dem Verkaufsstart vor den Geschäften, um eines der ersten Telefone zu erwerben.

Zweifel an Jobs' Gesundheit

Im Herbst 2003 erfährt Jobs, dass er Bauchspeicheldrüsenkrebs hat. Mehrere Monate versucht er, die Erkrankung ohne die Methoden der Schulmedizin zu bekämpfen. Erst 2004 unterzieht er sich einer Operation. Die Sorge um Jobs' Gesundheit bleibt und bewegt sogar den Aktienkurs von Apple. 2009 erklärt der CEO seinen deutlich sichtbaren Gewichtsverlust mit einem behandelbaren hormonellen Ungleichgewicht und bekräftigt, Apple weiterhin zu führen. Im selben Jahr unterzieht er sich einer Lebertransplantation.

2009: Lebertransplantation

Jobs erklärt seinen deutlich sichtbaren Gewichtsverlust mit einem behandelbaren hormonellen Ungleichgewicht und bekräftigt, Apple weiterhin zu führen. Im selben Jahr unterzieht er sich einer Lebertransplantation.

2010: Das iPad

Das iPad wird zu einem Renner: 15 Millionen Exemplare gehen in nur neun Monaten über den Ladentisch. Mit dem iPad wird die neue Kategorie der Tablet-Computer begründet.

Abschied in Raten

Im Januar 2011 kündigt Jobs einen befristeten Ausstieg aus dem Tagesgeschäft aus gesundheitlichen Gründen an, hält aber an seinem Amt als CEO fest und stellt fest, dass er an strategischen Entscheidungen weiterhin beteiligt ist. Im August veröffentlicht Apple eine Erklärung, nach der Jobs als CEO zurücktritt und in den Aufsichtsrat des Unternehmens wechselt. Am 5. Oktober 2011 stirbt der Apple-Gründer.

24. August 2011: Rücktritt als CEO

Apple veröffentlicht eine Erklärung, nach der Jobs als CEO zurücktritt und in den Aufsichtsrat des Unternehmens wechselt.

6. Oktober 2011:

Apple verkündet den Tod von Steve Jobs.

Der Studienabbrecher, der im Alter von 21 Jahren zusammen mit Steve Wozniak in der elterlichen Garage in Los Altos am 1. April 1976 Apple gegründet hat, hat sich nie darum geschert, was Vertriebspartner oder Händler gerne haben wollten, was sich die Chefs der Telefonkonzerne wünschten. Er kreierte die Produkte, von denen er überzeugt war. Nichts anderes. Zusammen mit einem anderen Studienabbrecher, Bill Gates, veränderte Jobs die Welt.

So wie Thomas Edison, ein anderer großer amerikanischer Erfinder, war Jobs ein begnadeter Geschäftsmann. Er überzeugte eine in Schockstarre verfallene Musikindustrie praktisch im Alleingang, zusammen mit ihm eine Alternative zur Musikpiraterie im Internet zu beginnen.

„Er ist immer wieder bei den großen Musikkonzernen vorstellig geworden“, erinnert sich Kunitake Ando, früherer CEO von Sony, „über Monate und Monate. Er hat geduldig auf alle eingeredet. So lange, bis der letzte zugestimmt hat“. Das war Sony. Der iTunes-Store war geboren, Grundstein für den kometenhaften Aufstieg Apples ab 2001, nach langem Niedergang.

Jobs selbst machte einen harten Lernprozess durch. Er schuf 1977 mit Wozniak den Apple II, der das Computern auch für den einfachen Mann erschwinglich machte. Als Apple 1980 an die Börse ging, war er mit 25 Jahren Millionär, der Macintosh wurde ein großer Erfolg, aber dann verlor der oft als starrsinnig und unnachgiebig bezeichnete Jobs sein eigenes Unternehmen, wurde nach einem internen Machtkampf von Bord gefeuert. Den PC-Markt hatte Apple längst an IBM verloren.

Kommentare (15)

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Account gelöscht!

06.10.2011, 05:33 Uhr

All mein Respekt für Steve Jobs,

und das was er uns an medialen Möglichkeiten hinterlassen hat.

Nur wer im Leben mit Überzeugung und Leidenschaft seine Ziele verfolgt und sie so gut es geht erreicht wird ein glücklicher Mensch. Alle anderen werden zurückblickend immer an den verpassten Chancen hadern.

Meine Annerkennung an eine echte Persönlichkeit !

Im Gegensatz zu den Bankstern hat Steve Jobs reale Werte und Möglichkeiten für Millionen geschaffen die den Wohlstand seiner Familie absolut rechtfertigen.

Account gelöscht!

06.10.2011, 07:17 Uhr

R.I.P Steve :-(((

omontono

06.10.2011, 08:40 Uhr

Jetzt können die Apple Jünger virtuelle Kerzen auf ihren phones, pads und macs erzünden.

(Ob es auch Hardliner gibt, welche ihm noch heute ins Apple Walhalla folgen?)

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