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16.12.2015

19:05 Uhr

Nestlé

Führungsriege weist Mobbingvorwürfe zurück

Mehrere Führungskräfte von Nestlé müssen in einem Arbeitsrecht-Prozess aussagen. Dabei geht es um Mobbing von Mitarbeitern und Sicherheitsmängel bei einzelnen Produkten. Der Konzernchef will davon nichts wissen.

Der Neslé-Chef wies die Darstellung der Klägerin zurück. Reuters

Paul Bulcke

Der Neslé-Chef wies die Darstellung der Klägerin zurück.

LausanneDie Nestle-Führungsspitze hat in einem Prozess vor dem Bezirksgericht Lausanne Vorwürfe über Mobbing von Mitarbeitern und Sicherheitsmängel bei einzelnen Produkten zurückgewiesen. Der Nahrungsmittelkonzern stelle selbst hohe Ansprüche an seine Waren, sagte Konzernchef Paul Bulcke am Mittwoch vor Gericht. „Die Qualität unserer Produkte ist für uns nicht verhandelbar.“

Der Firmenchef musste gemeinsam mit anderen Führungskräften des Konzerns in einem Arbeitsrechts-Prozess aussagen. Angestrengt hatte das Verfahren die ehemalige Nestle-Managerin Yasmine Motarjemi. Sie war bei dem Konzern für Nahrungsmittelsicherheit verantwortlich und hat nach eigener Darstellung zuerst ihren Vorgesetzten und dann das Topmanagement auf mögliche Sicherheitsmängel bei Keksen für Babies in Frankreich und Säuglingsmilch in China aufmerksam gemacht. Die Führungsriege habe jedoch nicht reagiert und stattdessen begonnen, sie zu schikanieren bis sie schließlich 2010 entlassen wurde. In dem Prozess verklagt Motarjemi den Konzern auf 2,1 Millionen Franken Schadenersatz für entgangenen Lohn sowie Rechts- und medizinische Kosten.

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Nestle-Chef Bulcke wies ihre Darstellung zurück. „Ich erkenne mein Unternehmen in diesen Anschuldigungen nicht wieder“, sagte er. „Die Klägerin hat über eine Kultur der Angst gesprochen – ich lese Dinge, die nicht der Realität entsprechen.“ Er selbst arbeite bereits seit über 36 Jahren für das Unternehmen in verschiedenen Abteilungen und Ländern – „und Angst habe ich noch nie gehabt“, sagte er. Der Prozess soll Anfang Februar fortgesetzt werden.

Von

rtr

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