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07.12.2012

10:22 Uhr

„Neuanfang“ gefordert

Thyssen-Aufsichtsräte drängen Cromme zum Rücktritt

Im Aufsichtsrat des ThyssenKrupp-Konzerns werden nach einem Zeitungsbericht Stimmen laut, die nach dem Umbau des Vorstands auch einen Rückzug von Aufsichtsratschef Gerhard Cromme fordern.

Dem Aufsichtsratsvorsitzenden der ThyssenKrupp AG, Gerhard Cromme, fehlt es an Rückendeckung. dapd

Dem Aufsichtsratsvorsitzenden der ThyssenKrupp AG, Gerhard Cromme, fehlt es an Rückendeckung.

DüsseldorfEinige Aufsichtsräte der Kapitalseite drängten den seit 2001 als Vorsitzenden des Kontrollgremiums amtierenden Cromme dazu, Platz zu machen für eine Person, die nicht von der Vergangenheit des Mischkonzerns belastet sei, berichtete die Süddeutsche Zeitung am Freitag. Es müsse einen „Neuanfang“ geben, zitierte das Blatt einen der Aufsichtsräte. Eine Ablösung Crommes böte die Chance dazu. Ein ThyssenKrupp-Sprecher wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.

Der Personalausschuss des Aufsichtsrates von ThyssenKrupp hatte am Mittwochabend mit der angekündigten Entlassung der Vorstände Olaf Berlien, Edwin Eichler und Jürgen Claassen Konsequenzen aus einer Serie von Unregelmäßigkeiten gezogen.

Drei Vorstände gehen: Thyssen-Krupp räumt in der Chefetage auf

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Edwin Eichler, Olaf Berlien und Jürgen Claassen gehen bereits zum Jahresende.

Das Kontrollgremium insgesamt kommt am Montag zusammen. Dabei wird es auch um den Abschluss des Geschäftsjahres 2011/12 (per Ende September) gehen, der am Dienstag in Essen vorgestellt werden soll. Dieser wird durch Stahlwerke in Übersee belastet, auf die bereits Milliarden-Abschreibungen vorgenommen werden mussten.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

07.12.2012, 11:38 Uhr

So ist das mit dem Kopf der Hydra, der muss halt ab.

Wer Jahrzehnte Kartelle und Megaverlustgeschäfte in der Aufsicht an sich vorüberziehen sieht und nicht handelt, gehört gefeuert.

Berlien z.B. war nur ein Bauernopfer, der hatte es drauf und glänzte mit gelungenen Sanierungen, Exits und anhaltend guten Ergebnissen bei Elevators. Wahscheinlich hatte er den schwersten Job von allen, als er vor 10 Jahren anfing. Jedenfalls war er persönlich das absolute Higlight im Management-Lowlight des gesamten Thyssen-Konzerns.

Damit hat Cromme Thyssen doppelt geschädigt.

Der Mann muss weg. Am besten gleich auch bei Siemens. dann geht uns besser.

Bestatter

07.12.2012, 12:41 Uhr

Dieser charakterlose und selbstgefällige Herr ist so von sich und seiner Unersetzbarkeit überzeugt, dass er schon die Überlegung auf ihn verzichten zu können als Majestätsbeleidigung empfindet. Sein Ziel ist es Herrn Beitz zu beerben; nur der macht offenbar den Joopie und pfeift dem feinen Herrn Cromme eins.
Es ist schon einmalig in der deutschen Wirtschaft, dass ein Manager mit seiner "Erfolgsbilanz" : Vernichtung von Hoesch, Vernichtung aller Produktionsstandorte des ehemaligen Kruppkonzerns, Mißmanagement in Brasilien und Alabama noch Unternehmen wie ThyssenKrupp und Siemens als AR-Vorsitzender beinflussen kann. Dieser Halbgott ist im Grunde einer der größten Versager der deutschen Wirtschaft.
Aber gehen Sie mal davon aus, sein Intrigantenspiel und sein klüngelhaftes Netzwerk werden ihn auch weiter schützen. Wenn Sie mit leitenden Führungskräften sprechen und den Namen Cromme ansprechen macht sich bei Ihren Gesprächspartnern Übelkeit breit. Das zum Thema Mitarbeitermotivation.

An_Interested_Reader

07.12.2012, 21:42 Uhr

The tone of such a "change", is not one of humble authenticity, but one of arrogant image management.

Over the last 50 years there was one person at the top who played a significant role in shaping the culture of the firm, and, if he was not perpetually absent in fulfilling his fiduciary responsibilities, then he also played a key role in the major strategic flops Krupp and ThyssenKrupp have experienced over the last 50 years.

Over the last 20 years, there was one person who played a significant role in broadcasting the desired/allowed culture to the rest of the company, via "the tone at the top". Unless, first as CEO, and later as board chief, this guy had been perpetually sleeping on the job, then he must have known what kinds of corruption and incompetence his direct reports were engaged in.

Whether an admiral who leaves his fleet open to destruction, a captain who fails to notice (or even tolerates) crewmen who repeatedly drill holes below the waterline, or the sailors who perpetrate such foolishness, the admiral, captain, and sailors should be equally discharged from their duties and without expectation of receiving any kind of "parting bonus", protection from suits or judgements,, Officer & Director's Insurance coverage (is TK planning an insurance claim??), or not being sued by the firm for recovery of ill-gotten bonuses.

Only when the Lunkers below and the Blindgangers above are purged from the firm can TK begin to heal by turning its abstract ethical code into real ethical behaviors.

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