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24.01.2013

18:59 Uhr

Neubesetzung

Bischoff und Keitel im EADS-Verwaltungsrat

ExklusivDie Genehmigung kommt von oberster Stelle: Kanzlerin Merkel hat Manfred Bischoff und Hans-Peter-Keitel als neue EADS-Verwaltungsräte abgesegnet. EADS-Chef Tom Enders bleiben Politiker im Gremium erspart.

Ex-BDI-Präsident Hans-Peter Keitel soll in den EADS-Verwaltungsrat rücken. dapd

Ex-BDI-Präsident Hans-Peter Keitel soll in den EADS-Verwaltungsrat rücken.

München/BerlinDaimler-Aufsichtsratschef Manfred Bischoff und Ex-BDI-Chef Hans-Peter Keitel gehen in den Verwaltungsrat des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS. Wie das Handelsblatt aus Regierungskreisen erfuhr, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die von Konzernchef Tom Enders vorgeschlagenen Personalien abgesegnet. Die beiden Spitzenmanager sollen auf der außerordentlichen Hauptversammlung der Airbus-Mutter im März bestätigt werden.

Die Bundesrepublik erwirbt derzeit zwölf Prozent der Anteile an EADS und darf damit ebenso wie Frankreich Einfluss auf das Unternehmen ausüben. Für die französische Seite sind unter anderem der ehemalige EZB-Präsident Jean-Claude Trichet und Alcatel-Chef Philippe Camus im Gespräch.

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Die Neubesetzung des Verwaltungsrats ist nötig, nachdem die beiden Gründungsaktionäre Daimler und Lagardere ihren Ausstieg aus der Airbus-Mutter angekündigt haben. Die Besetzung des Spitzengremiums ist heikel, EADS-Chef Enders hat eine Entsendung von Politikern in den Verwaltungsrat abgelehnt. Anders als ein deutscher Aufsichtsrat bestimmt das Kontrollgremium der EADS in Standort- und Produktionsfragen mit und entscheidet über Rüstungsgeschäfte. Deutschland pocht seit längerem auf mehr Einfluss bei Airbus und EADS.

Neben Bischoff und Keitel waren weitere Kandidaten im Gespräch. Bahn-Chef Rüdiger Grube hatte abgesagt, Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller stand ebenfalls nicht zur Verfügung.

Die bisherige Aktionärsstruktur bei EADS

European Aeronautic Defence and Space Company

EADS mit seiner Flugzeugbau-Tochter Airbus ist Europas dominierender Luft- und Raumfahrtkonzern. Die börsennotierte Aktiengesellschaft European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) umfasst die wichtigsten Flugtechnikanbieter Deutschlands, Frankreichs und Spaniens. Der Konzern entstand im Juli 2000 nach langem Tauziehen um Standorte und Produktionsanteile.

Die französische Seite

Nach einem 2007 vereinbarten Aktionärspakt darf der französische Staat nur 15 Prozent der EADS-Anteile besitzen. Zusammen mit dem Medienkonzern Lagardère kommt er auf 22,45 Prozent der EADS-Aktien, wobei die Anteile in der Gesellschaft Sogeade gebündelt sind. Der Chef der Mediengruppe, Arnaud Lagardère, will seine 7,5 Prozent der Anteile mittelfristig verkaufen, erhebt aber seinen Anspruch auf den Mitte 2012 freiwerdenden Chefposten im Verwaltungsrat des Konzerns.

Die deutsche Seite

Mit 22,45 Prozent ist auch die deutsche Seite an EADS beteiligt. Bisher hielt DaimlerChrysler 15 Prozent und ein Konsortium von Bundesländern, privaten und öffentlichen Banken 7,5 Prozent. Allerdings behielt DaimlerChrysler nach dem ausgehandelten Kompromiss 22,5 Prozent der Stimmrechte und blieb so größter stimmberechtigter EADS-Einzelaktionär. 7,5 Prozent der EADS-Anteile soll nun die Staatsbank KfW übernehmen, so dass sich der Daimler-Anteil auf 7,5 Prozent reduziert.

Die spanische Seite

Weitere 4 Prozent an EADS hält die spanische Staatsholding SEPI, der Rest der Anteile in Höhe von 49,6 Prozent liegt im Streubesitz.

Der Aktionärspakt

Die deutschen, französischen und spanischen Haupteigentümer hatten sich bei der Gründung der EADS auf einen Pakt („Contractual Partnership“) verständigt, um das Unternehmen gegen feindliche Übernahmeversuche zu sichern und um das Heft bei dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern in der Hand zu behalten.

Die Machtzentren

Die EADS hat ihren offiziellen Sitz in Amsterdam, in Paris und München sind die beiden Hauptzentren des Konzerns. Der Hauptsitz und die Zentrale der EADS-Tochtergesellschaft Airbus sind im französischen Toulouse angesiedelt. Hamburg wiederum ist der Sitz der deutschen Airbus-Tochtergesellschaft, die für die deutschen Werke zuständig ist.

Kommentare (1)

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keiner

27.01.2013, 22:38 Uhr

Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion waere vielleicht noch der Hinweis interessant gewesen, dass Herr Keitel auch im Advisory Board von Hakluyt & Company sitzt...

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