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15.05.2013

13:23 Uhr

Neue Audi-Aufseherin

Wie Ursula Piëch die Männerwelt aufmischt

VonMark C. Schneider

Heute wird Ursula Piëch in den Aufsichtsrat der Volkswagen-Tochter Audi gewählt. Die Ehefrau des VW-Patriarchen Ferdinand Piëch wird zur mächtigsten Frau der Autoindustrie – allem Unmut zum Trotz.

Offiziell stellte sich Ursula Piëch heute den Audi-Aktionären vor. „Als Aufsichtsmitglied der Volkswagen AG habe ich heute schon ein besonderes Auge auf unsere Premiummarke geworfen“, sagte sie. dpa

Offiziell stellte sich Ursula Piëch heute den Audi-Aktionären vor. „Als Aufsichtsmitglied der Volkswagen AG habe ich heute schon ein besonderes Auge auf unsere Premiummarke geworfen“, sagte sie.

HamburgSie ist ein Pflichtmensch. Die Frau des Volkswagen-Patriarchen Ferdinand Piëch stellt persönliche Befindlichkeiten hintan, wenn es notwendig ist. Doch an eines kann sich die bald 57-Jährige – Sonntag hat sie Geburtstag – in ihrer neuen Rolle als Aufsichtsrätin des Dax-Konzerns Volkswagen nicht gewöhnen: den Rummel um ihre Person. „Jedes Wort, das ich öffentlich sage, wird sofort ausgedeutet“, sagt Ursula Piëch. „Deshalb bin ich vorsichtiger geworden.“

Dabei geht die Blondine sonst gern offen auf die Menschen zu – ihren Mann an einem Arm, die obligatorische Handtasche am anderen, meist strahlend lächelnd, wie es zuletzt beim traditionellen GTI-Treffen Himmelfahrt am Wörthersee zu sehen war. Sie gilt im Konzern als Außenministerin des meist schweigsamen Piëch. Ursula Piëchs Waffe ist ihr Charme. Und, dass viele Männer die gelernte Kindergärtnerin aus Braunau am Inn unterschätzen – so, wie die Manager einst die ausdauernde Unternehmerin Maria-Elisabeth Schaeffler unterschätzten.

In Schaefflers Fall hatte die Österreicherin erst mit ihrem Mann Georg und nach dessen Tod mit dem damaligen Conti-Lenker Hubertus von Grünberg Lehrmeister, die sie in die Details einführten. Im Fall von Ursula Piëch, geborene Plasser, ist es ihr Mann, der sie seit Jahrzehnten zu allen wichtigen Terminen mitnimmt. Das ist aber keine Einbahnstraße: Piëch hört auf ihren Rat und ihre Menschenkenntnis.

Die zehn größten Autohersteller Europas 2012

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,42 Millionen (-6,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,5 Millionen (-3,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,63 Millionen (-3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,77 Millionen (-1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,78 Millionen (-16,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,91 Millionen (-13,2 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,98 Millionen (-13,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 1,03 Millionen (-19,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,43 Millionen (-12,9 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,98 Millionen (-1,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

Heute wird Ursula Piëch mit der 99,55-prozentigen Mehrheit von VW auf der 124. Ordentlichen Hauptversammlung von Audi am Standort Neckarsulm in den Aufsichtsrat der bayerischen Premiumtochter gewählt. Geeinigt haben sich darauf Niedersachsens neuer Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und VW-Chefaufseher Ferdinand Piëch. Mit Christine Hawighorst, die bis zur Wahl im Frühjahr die niedersächsische Staatskanzlei von Weils abgewähltem CDU-Vorgänger David McAllister führte, lag das Mandat bisher in den Händen von VW-Großaktionär Niedersachsen. Das Land hält gut 20 Prozent der VW-Stimmrechte.

Zustimmung kommt auch vom mächtigen VW-Betriebsrat, der die Rolle der Matriarchin nach gut einem Jahr im Aufsichtsrat von VW lobt. „Ursula Piëch setzt das, was wir von ihr kennen, im Aufsichtsrat um. Sie hat den Blick für die Standorte und die Beschäftigten im Konzern“, sagt Volkswagens Betriebsratschef Bernd Osterloh dem Handelsblatt. Aber sie verstehe auch eine ganze Menge vom Produkt und vom Design.

„Automobile faszinieren sie“, stellt Osterloh als Beifahrer von Ursula Piëch fest. „Das färbt offenbar in der Familie ab. Jetzt sorgt sie im Aufsichtsrat von Audi für Kontinuität. Für die Arbeitnehmer ist das eine gute Nachricht“, sagt der Betriebsratschef, der ebenfalls im Aufsichtsrat und Präsidium von VW sitzt.

Kommentare (13)

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Account gelöscht!

16.05.2013, 13:36 Uhr

"Ihre Waffe ist Charme" - Puuh, da haben sich aber zwei Turbo-Sympathen gefunden ....

happie

16.05.2013, 14:23 Uhr

Ober-Volumen paßt zu einem Kleinen Ober-Flieger.

Account gelöscht!

16.05.2013, 14:23 Uhr

was nun gerade per Hexenjagt in der Politik verteufelt wird, intersiert in der Industrie keine Sau..., im Gegeteil, da ist es fast notwändig, vor lauter Intriganten und Speichellecker

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