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07.10.2014

10:11 Uhr

Neue Buch-Serie

Don Winslow ist wieder da

VonThorsten Giersch

Immer mehr namhafte Kritiker feiern Don Winslow als „besten Thrillerautor unserer Tage“. Sein neuer Roman „Missing New York“ handelt von einem Ex-Cop, der verschleppte Kinder aufspürt. Der fulminante Auftakt einer Serie.

Der amerikanische Schriftsteller Don Winslow hat sein neues Buch „Missing New York“ veröffentlicht. dpa/picture alliance

Der amerikanische Schriftsteller Don Winslow hat sein neues Buch „Missing New York“ veröffentlicht.

DüsseldorfSeine Bücher haben einen unglaublichen Flow, seine Sprache macht einfach nur Freude und seine Helden sind genauso aufregend wie die Bösewichter: Don Winslow zu lesen ist ein Vergnügen. Gerade weil sich der gebürtige New Yorker so wandlungsfähig zeigt.

Während es in seinem großen Meisterwerk „Tage der Toten“ und in den beiden Büchern „Zeit des Zorns“ und „Kings of Cool“ um Drogenhandel in Kalifornien und Mexiko ging, verlegt Winslow die Handlung seines neuen Buches in seine Geburtsstadt New York. Held der fesselnden Geschichte ist der Cop Frank Decker. Die Kollegen schätzen ihn – übrigens mehr als seine Frau, mit der er sich kräftig auseinander gelebt hat.

Sie schätzt ihren Mann für die Verbissenheit, mit der er vermisste Kinder sucht. Aber die Grundlage für eine harmonische Ehe ist unter solchen Bedingungen nicht möglich. Endgültig aus den Fugen gerät Deckers Leben, als die siebenjährige Hailey verschwindet. Die Suche verläuft ergebnislos, als noch ein kleines Mädchen vermisst wird.

Diesmal wird eine Leiche gefunden und Decker fasst auch den geständigen Täter. Dem wird auch der Mord an Hailey angelastet, doch dazu sagt der Psychopath nichts. Haileys Leiche wird nicht gefunden, die Akte dennoch geschlossen.

Frank Decker kann es darauf nicht beruhen lassen. Er kündigt Job und das Zusammenleben mit seiner Frau und macht sich mit dem wenigen Ersparten auf die Jagd. Zig Hinweise verlaufen über ein Jahr lang im Nichts. Bis ihn eine heiße Spur nach New York führt. Und hier wartet unsägliches Grauen auf ihn.

Franck Decker ist gerade für junge Leser eine nicht so coole Figur wie es das Trio Ben, Chon und Ophelia in „Zeit des Zorns“ waren – das unter dem Namen „Savages“ übrigens auch erfolgreich verfilmt wurde. Decker erinnert eher an Art Keller aus „Tage der Toten“. Beide dehnen das Gesetz im Rahmen ihrer persönlichen Moralvorstellung. Beide sind Getrieben von ihrem Willen, dem Unrecht etwas entgegen zu setzen und alles dafür aufzugeben. Und beide sind – jeweils in ihrem Metier – exzellente Fachleute.

Für zart Besaitete ist Don Winslow immer noch nichts, aber wer keine Angst vor der düsteren Realität hat, kommt nur selten besser auf seine Kosten.

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