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24.02.2015

16:55 Uhr

Neuer 20-Euro-Schein

Die Arbeit mit dem lieben Geld

VonMiriam Binner

Auf den ersten Blick haben sich die 20-Euro-Scheine nur leicht verändert. Aber bevor wir sie in die Hände bekommen, arbeiten Entwickler monatelang auf Hochtouren. Sie lassen die Scheine sogar künstlich altern.

Banknoten-Lesegeräte müssen auf die neuen 20-Euro-Scheine umgestellt werden. Bildquelle: Europäische Zentralbank Pressefoto

Der neue 20-Euro-Schein

Banknoten-Lesegeräte müssen auf die neuen 20-Euro-Scheine umgestellt werden. Bildquelle: Europäische Zentralbank

Immer, wenn ein neuer Geldschein eingeführt wird, stehen Automatenaufsteller vor einer logistischen Herausforderung. Mehr als eine halbe Million Getränke- und Snackautomaten müssen in deutschen Büros, Flughäfen und an Bahnhöfen aufwendig angepasst werden, bevor die neuen 20-Euro-Scheine in den Umlauf kommen. Dazu natürlich die Ticketautomaten an den Bahnhöfen, Zigarettenautomaten – ein weites Feld. Geschieht die Umstellung nicht, haben Kunden ein Problem, denn Automaten erkennen die Scheine sonst nicht.

Wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Dienstag mitteilte, verfügen die neuen Scheine über verbesserte Sicherheitsmerkmale. Ab November werden wir sie in die Hand bekommen. Bevor es soweit ist, wartet allerdings noch eine Menge Arbeit auf die Aufsteller von Warenautomaten und auch Software-Entwickler für Zahlungssysteme. „Recht aufwendig“ sei die Einführung eines neuen Euro-Scheins, sagte Horst Buschmann, Projektmanager beim US-amerikanischen Finanzdienstleister Crane Payment Innovations, der unter anderem Banknotenleser für Ticketautomaten herstellt.

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Die europäische Zentralbank stellte heute in Frankfurt den neuen 20-Euro-Schein vor. Das ist neben dem Fünf-Euro-Schein und dem Zehn-Euro-Schein der dritte Schein der Euroserie der verbesserte Sicherheitsmerkmale bekommt.

Die Lesegeräte müssen mit Informationen versorgt werden, damit sie neue Euro-Scheine überhaupt erkennen können. Wenn ein Kunde am Automaten mit einem Schein bezahlt, läuft die Banknote an einem Sensor vorbei, der zum Beispiel überprüft, wie stark die Farben reflektieren oder wie viel Licht das Papier durchlässt. Über eine Tabelle gleicht das Lesegerät die Sicherheitsmerkmale des Scheins ab, stellt fest, ob er echt ist und ordnet ihm dann einen Betrag zu. Für jeden Euro-Schein steht ein Eintrag in der Tabelle, sie muss also erweitert werden, sobald ein neuer dazukommt.

Allerdings müssen Software-Entwickler diese vitalen Informationen erst einmal selbst ermitteln. Denn von der EZB erhalten sie nur die Testexemplare der Scheine, nicht aber die zugehörigen Sicherheitsmerkmale. Farben zu messen mag nicht so schwierig sein, aber Scheine bleiben nicht immer druckfrisch. Auch abgegriffene, schmutzige oder zerknitterte Banknoten müssen die Lesegeräte erkennen können. „Unsere Entwickler lassen die Scheine künstlich altern“, sagte Buschmann. Das mache den ganzen Prozess so schwierig.

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