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13.02.2014

15:43 Uhr

Neuer Chef bei Autozulieferer

Klaus Deller soll Schaeffler anführen

Der Aufsichtsrat der Schaeffler AG hat Klaus Deller zum neuen Vorstandsvorsitzenden bestellt. Deller wird die Position am 1. Juli 2014 übernehmen, bis dahin leitet weiter Finanzchef Klaus Rosenfeld das Unternehmen.

Klaus Deller wechselt von Knorr-Bremse zu Schaeffler. Pressefoto

Klaus Deller wechselt von Knorr-Bremse zu Schaeffler.

HerzogenaurachDer Wechsel an der Spitze von Schaeffler ist perfekt: Klaus Deller wird neuer Mann an der Spitze des Autozulieferers. Der bisherige Manager der Knorr-Bremse AG solle zum 1. Juli die Position des Vorstandsvorsitzenden übernehmen, teilte die Firma Schaeffler am Donnerstag in Herzogenaurach mit. Über den Wechsel war bereits im Januar spekuliert worden. Bis dahin werde das Unternehmen weiterhin von Finanzvorstand Klaus Rosenfeld geführt; er war nach dem Ausscheiden des früheren Schaeffler-Vorstandschefs Jürgen Geißinger im Oktober 2013 zum Interims-Chef berufen worden.

Der 51-jährige Deller ist seit 2009 Vorstandsmitglied der Knorr-Bremse AG und in dieser Funktion für den weltweiten Nutzfahrzeugbereich verantwortlich. Zuvor hatte er leitende Positionen bei den Autozulieferern Brose und Bosch inne. Der Schaeffler-Aufsichtsratsvorsitzende Georg Schaeffler sagte, er sehe in Deller „eine herausragende Führungspersönlichkeit mit langjähriger Erfahrung in der Automobilindustrie“.

Interims-Vorstandschef Rosenfeld werde sich künftig wieder auf seine Aufgabe als Finanzvorstand konzentrieren, heißt es in der Schaeffler-Mitteilung. Daneben werde er als einziges familienfremdes Mitglied der Geschäftsführung der INA-Holding Schaeffler angehören. Über diese Holding hält die Familie Schaeffler ihre Beteiligungen an Continental und der Schaeffler-Gruppe.

Spektakuläre Wechsel in der Autobranche

JOSE IGNACIO LOPEZ

1993 holt Volkswagen den General-Motors-Manager als Einkaufsvorstand zu VW und handelt sich mit GM reichlich Ärger ein: Lopez soll geheime Unterlagen von GM mitgenommen haben. Es folgen jahrelange Rechtsstreitigkeiten, das Verfahren gegen Lopéz wird eingestellt, die beiden Autoriesen einigen sich.

BERND PISCHETSRIEDER

Pischetsrieder fiel 1999 bei BMW wegen des Debakels um die kostspielige Rover-Übernahme in Ungnade. 2000 wurde er als Seat-Chef zu VW geholt und übernahm 2002 den Chefsessel von VW-Patriarch Ferdinand Piëch. 2006 musste er auch bei VW seinen Hut nehmen. Heute ist er Aufsichtsratschef beim Rückversicherer Munich Re.

WOLFGANG BERNHARD

2004 endete Bernhards Zeit im Daimler-Vorstand im Streit mit dem damaligen Vorstandsvorsitzenden Jürgen Schrempp - 2005 wechselte er zu VW. Als Martin Winterkorn im Januar 2007 den Chefsessel in Wolfsburg übernahm, musste Bernhard gehen. 2009 kehrte er zurück zu Daimler und sitzt nun als Nutzfahrzeugchef im Vorstand.

WOLFGANG REITZLE

Reitzle arbeitete sich bei BMW in den Vorstand hoch. 1999 musste er wie Pischetsrieder wegen der Rover-Übernahme gehen und kümmerte sich fortan um die Luxusparte des US-Autobauers Ford. 2002 wechselt er zum Industriegase-Spezialisten Linde, wo er zum Vorstandschef aufstieg.

ALAN MULALLY

Der Boeing-Manager kam 2006 zu Ford und baute den damals von Rückrufen gebeutelten US-Hersteller wieder auf. Als einziger US-Autobauer überstand Ford aus eigener Kraft die Wirtschaftskrise.

KARL-THOMAS NEUMANN

Im März 2013 wechselte Neumann von VW an die Opel-Spitze. Im August 2012 hatte Neumann seinen Posten als China-Chef von Volkswagen verloren. Drei Jahre zuvor hatte ihn ein Machtkampf mit Großaktionär Schaeffler den Chefposten beim Autozulieferer Conti gekostet.

Die Position an der Spitze des Herzogenauracher Wälzlagerspezialisten ist seit Oktober 2013 quasi unbesetzt. Vorstandschef Jürgen Geißinger hatte im Herbst die Chefposition vorzeitig räumen müssen, nachdem es zu Unstimmigkeiten mit den Eigentümern Maria-Elisabeth und Georg Schaeffler gekommen war. Im Umfeld des Unternehmens hatte es geheißen, Geißinger habe zuletzt nicht mehr das Vertrauen von Maria-Elisabeth Schaeffler gehabt. Die Zusammenarbeit zwischen dem Manager und Frau Schaeffler habe sich deshalb schwierig gestaltet.

Zuletzt hatte das schwächelnde Industriegeschäft das Wachstum des Wälzlager-Herstellers gebremst. Da sich zudem Währungseffekte negativ auswirkten, rechnete der Continental-Großaktionär zuletzt mit stagnierenden Erlösen für das Geschäftsjahr 2013. In den ersten neun Monaten 2013 hatte Schaeffler knapp 8,43 Milliarden Euro erlöst - und damit so viel wie in den ersten drei Quartalen 2012.

Das operative Ergebnis (EBIT) sank bis Ende September um 9,3 Prozent auf 1,03 Milliarden. Zugleich stieg der Konzerngewinn um 291 Millionen Euro auf 1,02 Milliarden Euro - einen Großteil davon trug aber die Beteiligung am Hannoveraner Autozulieferer Continental bei. Schaeffler ist seit der Übernahme der Niedersachsen vor fünf Jahren hoch verschuldet. Die Zahlen für 2013 stellt Schaeffler am 20. März vor.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

13.02.2014, 17:17 Uhr

Sehr interessant. Reitzle verliert sein Interresse an Linde, die Performance schnellt kurzfrsitig nach unten. Zugleich kämpft er gegen Geißinger und gewann - nach ewig langem Duell. Nun soll es ein willfähriger Fahrensmann von Reitzle bei Schäffler richten. Fr. Schäffler: haben Sie von irgendetwas Ahnung??? Sonst bleiben sie besser beim Leopardenmantel.

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