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11.03.2014

17:54 Uhr

Neuer Chef

Führungswechsel in der Logistik-Sparte der Post

Bei der Deutschen Post kommt es in der Führung der Logistik-Sparte zu einem Wechsel: Mit sofortiger Wirkung übernimmt John Gilbert das Amt von Bruce Edwards, der in den Ruhestand treten will.

Die Logistik-Sparte der Deutschen Post bietet ihren Kunden die Beschaffung von Gütern, die Lagerhaltung und Lieferung an. dpa

Die Logistik-Sparte der Deutschen Post bietet ihren Kunden die Beschaffung von Gütern, die Lagerhaltung und Lieferung an.

DüsseldorfIn der Führung der Logistik-Sparte der Deutschen Post kommt es zu einem Generationswechsel. Bruce Edwards (59), Vorstandsmitglied und Chef von DHL Supply Chain, will in den Ruhestand treten. Als seinen Nachfolger habe der Aufsichtsrat mit sofortiger Wirkung John Gilbert (50) berufen, teilte die Deutsche Post am Dienstag mit. Unter Edwards' Führung habe sich die Profitabilität der Sparte deutlich erhöht, betonte Post-Chef Frank Appel. Gilbert verfüge über eine umfassende Erfahrung in der Branche und sei „der richtige Mann, um unsere globale Supply Chain Division weiterzuentwickeln“, fügte Appel hinzu.

Die Post-Sparte hatte in den ersten neun Monaten 2013 bei einem Umsatz von über zehn Milliarden Euro einen operativen Ertrag (Ebit) von 263 Millionen Euro eingefahren. Die Sparte bietet ihren Kunden unter anderem die Beschaffung von Gütern, die Lagerhaltung und Lieferung an.

Stärken und Schwächen Deutsche Post

Stärke: Profitabilität

Alle Sparten der Deutschen Posten arbeiten profitabel. Für 2013 rechnet Konzern-Chef Appelt mit einem Gewinn von 2,7 bis 2,95 Milliarden Euro. Besonders stark ist das Briefgeschäft, das 2012 gut ein Drittel am Gewinn ausmachte.

Stärke: Monopol-Stellung im Briefmarkt

Die Post hält 90 Prozent Marktanteil im deutschen Briefgeschäft. Damit ist sie unangefochten die Nummer eins. Das Briefgeschäft soll 2013 zwischen 1,1 und 1,2 Milliarden Euro Gewinn abwerfen.

Stärke: Paket-Geschäft

Die Post ist zwar Marktführer im Briefgeschäft, doch da immer mehr Privat- und Geschäftsleute die elektronische Kommunikation per E-Mail vorziehen, schrumpft der Markt für Papierbriefe seit 2000 stetig. Dafür läuft das Geschäft mit der Paketzustellung dank Internethandel umso besser. Millionen von Kunden bestellen Päckchen online – und schicken sie deutlich öfter als den Versandhändlern lieb ist wieder zurück.

Schwäche: E-Postbrief

Um der Abwanderung der Briefkunden ins Internet nicht tatenlos zuzusehen, startete die Deutsche Post im November 2010 den „E-Postbrief“ - eine rechtsverbindliche, vertrauliche und sichere Form der E-Mail, für die Nutzer 55 Cent pro Sendung zahlen sollen. Der E-Postbrief lässt sich außerdem ausdrucken und per Briefträger zustellen. Bislang nutzen ihn rund eine Millionen Privatkunden, 4000 Mittelständler und 150 Großkunden - deutlich weniger erhofft.
Auch beim elektronischen Briefverkehr der Bundesbehörden kam die Post nicht zum Zug. Diese elektronische Nachrichten müssen nach dem De-Mail-Standard verschlüsselt sein, den die Deutsche Telekom und 1&1 anbieten.

Schwäche: Cashflow

Obwohl die Post 2012 deutlich mehr Gewinn machte als im Vorjahr, wuchs die Nettoverschuldung auf rund zwei Milliarden Euro. Der Grund: Die Post musste Pensionsverbindlichkeiten von rund zwei Milliarden Euro finanzieren. Hinzu kam eine Umsatzsteuernachzahlung in Höhen von 482 Millionen Euro sowie eine Beihilferückforderung von rund 300 Millionen Euro. Die Beihilfen hatte der Staat nach der Post-Privatisierung für Beamtenpensionen gewährt, doch die EU-Kommission hielt sie für zu hoch.
In den ersten sechs Monaten des Jahres hat die Post ihren Cashflow gegenüber dem Vorjahr jedoch deutlich verbessert. Er stieg von -767 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2012 auf 99 Millionen Euro in 2013. Die Nettoverschuldung ist allerdings auf 2,8 Milliarden Euro gestiegen.

Schwäche: Teilweise ungedeckte Pensionsverpflichtungen

14,7 Milliarden Euro Pensionsverpflichtungen kommen auf die Post zu, mehr als 2,5 Milliarden Euro sind nicht gedeckt. Das heißt diese Summe ist weder in der Bilanz erfasst noch durch externes Fondsvermögen abgedeckt.

Schwäche: Hohe Konzernkosten

Rund 400 Millionen Euro kosten den Konzern sein Headquarter jährlich. Analysten halten die hohen Kosten für eine Erbschaft des ehemaligen Staatsunternehmens, das einst von Beamten geführt wurde. Zum Vergleich: Der Logistikkonzern Kühne + Nagel begnügte sich mit Verwaltungsaufwendungen von rund 110 Millionen Euro.

Chance: Einstieg im Fernreise-Markt

Zusammen mit dem ADAC startete die Post am 1. November 2013 den ADAC Postbus. Das neue Fernbusangebot soll schrittweise zu einem deutschlandweiten Netz ausgebaut werden. Bis zum Frühjahr 2014 will die gemeinsame Betreibergesellschaft rund 60 Fernbusse einsetzen und 30 deutsche Städte anfahren. Tickets gibt es über das Internet und in 5000 Postfilialen und ADAC-Geschäftsstellen.

Quelle: WiWo.de

Edwards war 2008 in den Vorstand der Post aufgerückt. Er war nach der milliardenschweren Übernahme des Konkurrenten Exel 2005 zum Bonner Konzern gewechselt. Gilbert kam ebenfalls mit der Exel-Übernahme zur Post.

Von

rtr

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