Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.10.2015

16:38 Uhr

Neuer Chef für DB Schenker Rail

Siemens-Manager soll kriselnde Güterbahn führen

Der Schienen-Güterverkehr der Deutschen Bahn kriselt und verliert ständig Marktanteile an Konkurrenten. Jetzt soll es ein neuer Vorstandsvorsitzender richten: Jürgen Wilder kommt von der Regionalzug-Sparte von Siemens.

Das Unternehmen DB Schenker Rail bekommt einen neuen Chef. Jürgen Wilder, bislang Kopf der Siemens-Hochgeschwindigkeits- und Regionalzug-Sparte, wird Ende des Jahres neuer Vorstandsvorsitzender. obs

Güterzug der DB Schenker Rail

Das Unternehmen DB Schenker Rail bekommt einen neuen Chef. Jürgen Wilder, bislang Kopf der Siemens-Hochgeschwindigkeits- und Regionalzug-Sparte, wird Ende des Jahres neuer Vorstandsvorsitzender.

BerlinDer Siemens -Manager Jürgen Wilder soll den Schienen-Güterverkehr der Deutschen Bahn aus der Krise führen. Der Chef der Siemens-Hochgeschwindigkeits- und Regionalzug-Sparte werde Ende des Jahres Vorstandsvorsitzender von DB Schenker Rail, sagten mit der Personalie Vertraute am Montag der Nachrichtenagentur Reuters.

Wilder hatte erst Anfang 2013 den Posten bei Siemens angetreten, nachdem der Münchner Konzern erhebliche Schwierigkeiten bei Entwicklung und Auslieferung von ICE-3-Velaro-Zügen für die Bahn hatte. Weder Siemens noch die Deutsche Bahn wollten sich zu der Personalie äußern.

Eine Projektgruppe „Zukunft Bahn“ sucht derzeit nicht nur bei der Güterbahn, sondern auch in anderen Sparten wie dem Personenverkehr nach Lösungen, um die wegbrechenden Gewinne des Staatskonzerns zu stoppen. Beteiligt ist auch die Unternehmensberatung McKinsey. Geführt wird die Projektgruppe von Vize-Konzernchef Volker Kefer, Personen- und Güterverkehrsvorstand Berthold Huber sowie Arbeitsdirektor Ulrich Weber.

Zuvor waren bereits große Teile des Vorstands ausgetauscht und Aufgaben neu verteilt worden.

Gutachten der Monopolkommission: Deutsche Bahn soll Privatkapital aufnehmen

Gutachten der Monopolkommission

Deutsche Bahn soll Privatkapital aufnehmen

Die Bahn soll Netz und Betrieb komplett trennen – das fordert die Monopolkommission seit Jahren. Bahnchef Rüdiger Grube wehrt sich. Doch mit ihrem aktuellen Gutachten könnten die Wettbewerbshüter auf offene Ohren stoßen.

So musste auch der bisherige Chef des Schienen-Güterverkehrs, Alexander Hedderich, im Sommer seinen Posten räumen. Die Güterbahn (DB Schenker Rail) steckt seit Jahren in einer Krise, die sich zuletzt noch verschärft hat. Nach Angaben aus Konzernkreisen peilt die Bahn im Zuge des Sanierungskurses den Abbau Tausender Arbeitsplätze an. Allein bei der Güterbahn ist demnach die Streichung von bis zu 5000 Arbeitsplätzen im Gespräch.

Anfang November wird sich der Bahn-Aufsichtsrat in einer Sondersitzung mit den Problemen befassen. Im Dezember sollen dann tiefgreifende Entscheidungen folgen. Inwieweit Wilder darauf noch Einfluss nehmen kann, ist offen. Er selbst wird den Angaben zufolge seinen Posten erst im Dezember antreten.

Schenker-Rail ist immer noch Europas größte Güterbahn. Allerdings verliert der einstige Fast-Monopolist ständig Marktanteile an Konkurrenten. Derzeit soll Schenker-Rail für noch etwas über 60 Prozent des Marktes stehen.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×