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18.08.2015

14:56 Uhr

Neuer Lieferdienst

Deutsche Post will auch in Österreich Pakete zustellen

Bisher befördert die Deutsche Post nur bis zur Grenze Österreichs. Das soll sich bald ändern, denn der Online-Handel im Nachbarland boomt. Das Unternehmen nimmt einen dreistelligen Millionenbetrag in die Hand.

Folgen des Post-Streiks

Umsatz-Tief der Deutschen Post: 100 Millionen Euro Verlust

Folgen des Post-Streiks: Umsatz-Tief der Deutschen Post: 100 Millionen Euro Verlust

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BonnDie Deutsche Post will künftig auch in Österreich Pakete zustellen und greift damit die Post des Nachbarlandes im wichtigen Wachstumsmarkt Online-Handel an. Der Bonner Konzern plant bis 2016 den Aufbau eines eigenen Paketnetzwerks in Österreich und investiert dafür einen dreistelligen Millionenbetrag, wie die Post am Dienstag mitteilte.

In einem ersten Schritt habe der Geschäftsbereich DHL Paket bereits eine Zentrale in Wien bezogen, von dort aus solle der Aufbau des neuen Netzwerks gesteuert werden. Mehrere Tausend Arbeitsplätze könnten durch das neue Zustellnetz geschaffen werden. Ein Sprecher der Österreichischen Post sagte, sein Unternehmen nehme den Schritt des Wettbewerbers sehr ernst. „Die Deutsche Post ist schließlich nicht irgendwer.“

Die Konkurrenten der Deutschen Post

DPD

DPD Deutschland gehört zur DPD Group, nach eigenen Angaben das zweitgrößte Netzwerk von Paketdiensten in Europa. Die Zentrale des Unternehmens mit 7500 Mitarbeitern ist in Aschaffenburg (Bayern). Im März 2015 kündigte der Paketdienst an, die Deutsche Post DHL mit einer einheitlichen europäischen Marke herauszufordern. So soll das Paketnetz europaweit auf 22.000 Stationen erweitern werden.

Quelle: dpa

Pin Mail AG

Bei dem Postdienstleister mit Sitz in Berlin dominiert die Farbe Grün - statt Post-Gelb. Die Firma hat rund 1150 Mitarbeiter und beförderte 1999 in der Hauptstadt die ersten Briefsendungen.

Hermes

Der international tätige Handels- und Logistikdienstleister ist ein Tochterunternehmen der Otto Group und beschäftigt rund 9000 Mitarbeiter in Deutschland. In Europa bewegte die Hamburger Firma im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 530 Millionen Sendungen im Paket- und Logistikgeschäft. Deutschland gehört zu den Kernmärkten.

TNT

Das niederländische Unternehmen ist nach eigenen Angaben einer der weltweit führenden Anbieter von Expressdienstleistungen für Geschäftskunden. Dazu gehört die deutsche TNT Express GmbH mit Sitz in Troisdorf (Nordrhein-Westfalen) mit etwa 3700 Mitarbeitern. Im Jahr 2013 hatten die EU-Wettbewerbshüter eine Fusion mit dem US-Paketdienst UPS untersagt.

UPS

Der US-Paketdienstleister bezeichnet sich als der größte Express- und Paketzustelldienst weltweit mit rund 435 000 Mitarbeitern. Im April 2015 kündigte UPS-Deutschland-Chef Frank Sportolari in der „Wirtschaftswoche“ an, dass der Konzern eine Milliarde Euro in Europa investieren wolle - unter anderem in den Ausbau seiner Sortierzentren und in neue Paketshops.

Immer mehr Verbraucher bestellen bei Online-Händlern wie Amazon oder Zalando Waren, die die Deutsche Post oder ihre Konkurrenten an Haushalte ausliefern. Der Bonner Konzern wächst in dem Bereich rasant, in den Benelux-Ländern, Polen, Tschechien und der Slowakei betreibt er eigene Netzwerke. Die Sparte hatte den Umsatz im zweiten Quartal um 12,2 Prozent gesteigert.

Die Österreichische Post ist dagegen größter Anbieter in ihrem Heimatmarkt – und will die Position verteidigen. „Wir haben ein vernünftiges Preis-Leistungsverhältnis und eine super Qualität und das muss die Deutsche Post erst einmal zusammenbringen“, unterstrich der Sprecher.

In Österreich will die Post nun auch Paketshops und Packstationen aufbauen. Zustellzeiten aus Deutschland sollen zudem verkürzt werden – sie sollen durchschnittlich einen Tag nach dem Versand beim Empfänger in Österreich eintreffen, versprach die Post. Diese Ankündigung dürfte auch der heimische Konkurrent mit Interesse verfolgen: Rund 60 Prozent des Paketaufkommens der Österreichischen Post im Online-Handel stammen aus Deutschland. Das Unternehmen erwartet zudem ein Wachstum des heimischen Paketmarkts zwischen fünf bis sechs Prozent.

Von

rtr

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