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11.11.2014

19:03 Uhr

Neuer Mann für Bilfinger

Ex-Metro-Chef Cordes wird Aufsichtsratschef

Das Personalkarussell bei Bilfinger dreht sich weiter: Ex-Metro-Chef Eckhard Cordes wird neuer Aufsichtsratsvorsitzender des Konzerns und muss erstmal einen neuen Vorstand finden. Das Stühlerücken ist damit nicht vorbei.

Eckhard Cordes wird neuer Oberkontrolleur bei Bilfinger. dpa

Eckhard Cordes wird neuer Oberkontrolleur bei Bilfinger.

Stuttgart/DüsseldorfDer frühere Metro-Chef Eckhard Cordes soll als neuer Chef des Aufsichtsrats den Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger aus der Krise führen. Als zweiter Vertreter des Bilfinger-Großaktionärs Cevian in dem Kontrollgremium wurde Cordes am Dienstag zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Er folgt auf den früheren Dresdner-Bank-Chef Bernhard Walter, der sein Amt zum 4. November niedergelegt hatte.

Dringendste Aufgabe des neuen Oberaufsehers ist es, einen neuen Vorstandschef und einen neuen Finanzchef für den Mannheimer Konzern zu finden. Finanzchef Joachim Müller wird nur noch so lange bleiben, bis ein Nachfolger gefunden ist. Bilfinger ist immer tiefer in eine Krise gestürzt, die mit dem Rücktritt des Ex-Politikers Roland Koch als Vorstandschef Anfang August zu Tage getreten war.

Auslöser waren verfehlte Gewinnziele des MDax-Konzerns, die in erster Linie vom Auftragsrückgang in der Energiesparte herrühren. Bilfinger verdiente immer weniger mit Ingenieurdiensten für Kraftwerke oder Raffinerien, da die Energiekonzerne wegen der wachsenden Konkurrenz durch Ökostrom oder Schiefergas aus den USA kaum noch investieren.

Cevian, mit 25,6 Prozent der größte Bilfinger-Aktionär, hatte einem Insider zufolge seine Vorstellungen beim Management unter Koch nicht durchsetzen können. Nun wolle der Fonds mit Cordes einen Neuanfang im Aufsichtsrat und im Vorstand anstoßen.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Der 63-Jährige gilt als machtbewusst und durchsetzungsfähig. Bis 2010 war er Vorstandschef von Metro. Den Handelskonzern führte er zeitweise gleichzeitig mit dem Familienunternehmen Haniel. Zu dem Mischkonzern aus Duisburg war er an die Vorstandsspitze gewechselt, nachdem er 2005 bei DaimlerChrysler den Kampf um die Führung des Autokonzerns gegen den heutigen Daimler-Chef Dieter Zetsche verloren hatte. Den Ruf als „Mann für schwierige Fälle“ erwarb sich der promovierte Diplom-Kaufmann aus Neumünster Anfang der 1990er Jahre, als er für Daimler den AEG-Konzern umstrukturierte, um ihn zu verkaufen.

Kommentare (2)

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Herr der Ringe

11.11.2014, 19:22 Uhr

>> Ex-Metro-Chef Cordes wird Aufsichtsratschef >>

Die Krähen fallen nie vom Baum.

Nach dem Schuß steigen sie auf, kreisen eine Weile und platzieren sich wieder auf Ästen, meistens höher als vorher.

Herr Heinz Mustermann

12.11.2014, 09:13 Uhr

Nachdem er die Metro fast in die Pleite gejagt hat, bin ich mal gespannt was jetzt mit Bilfinger geschieht.
Es tut weh mit anzusehen wie vermeintliche " Kaufleute" sich anmassen etwas von Technik zu verstehen.

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