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27.01.2010

12:16 Uhr

Neuer Novartis-Chef

Jimenez düpiert deutschen Kronprinz

VonMaike Telgheder

Der Amerikaner Jimenez übernimmt als Nachfolger von Daniel Vasella den Vorsitz des Pharmakonzerns - und düpiert den deutschen Kronprinzen. Der bisherige Chef der Pharmasparte will in den kommenden Jahren etliche neue Therapien auf den Markt bringen.

Jimenez und Vasella gestern in Basel: Der neue und der alte Vorstandschef verstehen sich gut dpa

Jimenez und Vasella gestern in Basel: Der neue und der alte Vorstandschef verstehen sich gut

BASEL. Die Kameras kannten auf der Bilanzpressekonferenz gestern in Basel nur ein Motiv: Joe Jimenez. Dass der 50-jährige Amerikaner der neue Vorstandschef des Schweizer Pharmakonzerns Novartis wird, war ein Überraschungscoup par excellence. Denn seit der noch amtierende Konzernchef Daniel Vasella im Herbst 2008 Jörg Reinhardt zum Chief Operating Officer des Unternehmens ernannt hatte, galt der Deutsche als Kronprinz. Nun wird auf Vasella aber ab Februar der bisherige Chef der Pharmasparte folgen.

Jimenez ist ein Durchstarter. Nicht einmal drei Jahre brauchte der ehemalige Konsumgütermanager von Heinz Ketchup, um an die Spitze des weltweit viertgrößten Pharmakonzerns vorzurücken. Der Außenseiter machte sich mit dem sehr erfolgreichen Management der größten Pharmasparte von Novartis einen Namen. Kollegen beschreiben seinen Stil als sehr geradlinig, durchorganisiert und effizient. Nachfolger von Jimenez als Chef der Pharmasparte wird David Eppstein, derzeit unter ihm als Chef der Onkologiesparte.

Als Jimenez vor zwei Jahren die Sparte übernahm, stand Novartis alles andere als gut da. Patentabläufe und zunehmende Konkurrenz durch Nachahmerprodukte drückten auf den Umsatz. Zwar hatte Novartis viele neue Produkte in der Pipeline, aber bis zur Marktreife war es in vielen Fällen noch weit.

Inzwischen steht die Pharmasparte von Novartis besser da denn je: ein überdurchschnittliches zweistelliges Umsatzplus, ein um 18 Prozent gesteigertes operatives Ergebnis und jede Menge neue Produkte. Der "hervorragende Leistungsausweis", so der Verwaltungsrat, hat denn auch überzeugt. "Joe hat sich tief in die Materie eingearbeitet. Er hat ganz genau gefragt, warum welche Moleküle wie wirken und quasi einen Crashkurs Biologie und Medizin absolviert. Das hat die Leute beeindruckt", meint Trevor Mundell, globaler Entwicklungschef in der Pharmasparte von Novartis. Er hätte ja auch Management auf Zahlenbasis machen können.

Je mehr sich Jimenez aber in die Materie einarbeitete, umso genauer konnte er dann auch die Ziele formulieren. Und die sind ehrgeizig: 2014 will Novartis acht neue Therapien auf den Markt bringen. Der Branchendurchschnitt liegt aktuell zwischen eins und drei neuen Molekülen pro Jahr, Novartis liegt mit drei bereits am oberen Ende. "Ich fordere ja nicht, dass wir acht neue Moleküle bringen, sondern acht neue Therapien, die auch mit bestehenden Wirkstoffen erreicht werden können", sagte Jimenez gestern dem Handelsblatt.

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