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16.03.2006

10:13 Uhr

Neuer Standort

Serviceplan expandiert nach Hamburg

Die Gerüchte kursieren seit Wochen, am Donnerstag wird es offiziell verkündet: Die Münchner Werbeagentur Serviceplan eröffnet einen weiteren Standort in Hamburg, der ab 1. April von den ehemaligen Springer & Jacoby-Chefs Alexander Schill (36) und Jörg Schultheis (37) geführt wird.

tel FRANKFURT. Die Münchner Agentur Serviceplan, deren Grundsatz es bisher war, alle Kommunikationsleistungen unter einem Dach anzubieten und bis auf Spezialdisziplinen keine Dependancen in anderen Städten zu gründen, begründet ihre Entscheidung für Hamburg wie folgt: "Wir gründen keinen Ableger, sondern gehen mit unserem kompletten Unternehmenskonzept nach Hamburg", sagt Florian Haller, Hauptgeschäftsführer der Serviceplan-Gruppe. Die Agentur ist mit 64 Mill. Euro Honorarumsatz und 460 Mitarbeitern die größte unabhängige deutsche Werbeagenturgruppe. An der Elbe soll nun ein weiteres "Haus der Kommunikation" entstehen, das alle Disziplinen von klassischer Werbung bis hin zu Mediaplanung und Eventmarketing vereinigt. So will das Unternehmen, das zunächst mit 25 Leuten in Hamburg startet, den Markt im Norden erobern. Mit zwei bis drei potentiellen Kunden sei man dort derzeit im Gespräch, sagt Serviceplan-Geschäftsführer Ronald Focken.

Schill und Schultheis, die bereits seit elf Jahren zusammenarbeiten, sind im vergangenen August überraschend aus dem Führungsteam der Hamburger Kreativ-Agentur Springer & Jacoby ausgeschieden. Offiziell begründeten das die beiden Agenturgründer Reinhard Springer & Konstantin Jacoby damals damit, dass der Schritt im Zuge eines groß angelegten Effizienzprogramms erfolge. Schill gehört mit mehr als 500 nationalen und internationalen Medaillen zu den am meisten ausgezeichneten Kreativen in Deutschland. Seinen Arbeiten ist es vor allem zu verdanken, dass Springer & Jacoby im vergangenen Jahr in den einschlägigen Branchenhitlisten wieder als kreativste Agentur auf Platz eins landete.

Seit ihrem Rausschmiss haben die beiden mit verschiedenen potenziellen Arbeitgebern gesprochen, darunter auch Töchter internationaler Werbekonzerne, wie verschiedene Brancheninsider berichten. Allerdings soll für Schill und Schultheis Hamburg als Standort wichtige Bedingung gewesen sein.

Stephan Rebbe, Mitgründer der Hamburger Agentur Kolle Rebbe, sieht die Serviceplan-Expansion sportlich: "Wettbewerb belebt das Geschäft." Zugleich ist er aber auch etwas skeptisch: "Bei inhabergeführten Agenturen ist der Geist der Inhaber die Seele der Agentur. Es ist immer ein Risiko, wenn jemand, der nicht aus dem eigenen Stall kommt, die Mutter an einem anderen Ort repräsentieren soll."

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