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15.05.2012

11:50 Uhr

Neuer Vorstandschef

Ploss will Infineon auf Kurs halten

VonJoachim Hofer

Der erfahrene Ingenieur Reinhard Ploss wird neuer Vorstandschef des Chipherstellers Infineon. Analysten erwarten, dass er die Strategie beibehält. Für den 56-Jährigen gibt es auch schon einen Nachfolger.

Dr Reinhard Ploss, neuer Vorstandschef: Die Zurückhaltung muss er erst noch ablegen. Pressebild

Dr Reinhard Ploss, neuer Vorstandschef: Die Zurückhaltung muss er erst noch ablegen.

Die großen Auftritte sind nicht seine Sache. Seit fünf Jahren schon sitzt Reinhard Ploss im Vorstand von Infineon. Trotzdem kennt ihn außerhalb des Unternehmens und seiner Branche fast niemand. Die Außendarstellung überlässt der 56-jährige Franke lieber dem eloquenten Konzernchef Peter Bauer.

Doch mit der selbst auferlegten Zurückhaltung ist es bald vorbei. Mit dem Start des neuen Geschäftsjahrs Anfang Oktober übernimmt der Ingenieur den Chefposten bei Europas zweitgrößtem Halbleiterhersteller. Dann wird Ploss alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Mit dem Aufstieg hatte niemand gerechnet, denn der derzeitige Vorstandsvorsitzende Bauer ist bei Investoren hoch angesehen; auch im Aufsichtsrat ist seine Position ungefährdet. Doch der 51-Jährige leidet unter der Knochenkrankheit Osteoporose und sieht sich deshalb außerstande, weiterzumachen.

Dass sich Aufsichtsratschef Wolfgang Mayrhuber gerade Reinhard Ploss als Bauers Nachfolger ausgesucht hat, ist kein Zufall. Der Manager hat im Vorstand die mit Abstand größte Erfahrung aller vier Mitglieder. Schon seit 1986 arbeitet er für das Unternehmen. Damals war Infineon noch eine Sparte von Siemens. "In unserem dynamischen und zyklischen Geschäft ist Stabilität ein wesentlicher Erfolgsfaktor", begründet Mayrhuber die Ernennung.

Ploss ist ein wichtiger Teil jenes Teams um Peter Bauer, das in den vergangenen Jahren eine kaum für möglich gehaltene Erfolgsgeschichte wahr gemacht hat. Im Sommer 2008 stand die Firma noch kurz vor dem Aus. Doch dann stießen Bauer und seine Leute Sparten ab und konzentrierten sich auf ausgewählte Wachstumsfelder. Gleichzeitig sorgten sie über eine Kapitalerhöhung für dringend benötigtes Geld. Heute steht das einst chronisch defizitäre Unternehmen so gut da wie noch nie.

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