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09.01.2004

14:30 Uhr

New Yorker Börse

Ermittlungen gegen Ex-Börsenchef Grasso

Die Aufsicht soll klären, ob mit der "unangemessenen Bezahlung" des früheren Börsenchefs und Verwaltungsratsvorsitzende Richard Grasso geltendes Recht verletzt wurde. Beträge zwischen 100 Millionen und 150 Millionen Dollar stehen im Raum.

HB NEW YORK. Der Verwaltungsrat der New Yorker Börse (NYSE) hat die amerikanische Wertpapier- und Börsenkommission SEC eingeschaltet. Dies hat das Aufsichtsgremium der weltgrößten Börse am Donnerstag bekannt gegeben. Es geht um die Zahlung von 139,5 Millionen Dollar an Grasso sowie weitere Grasso-Ansprüche von rund 48 Millionen Dollar.

Die NYSE hatte eine börseninterne Untersuchung der Entlohnung Grassos durchführen lassen. Es handelt sich um den so genannten Webb-Bericht, der von dem früheren Staatsanwalt Dan K. Webb auf Anordnung des neuen Verwaltungsrates der Börse erstellt worden war. Der Bericht wurde mit einem Begleitschreiben an die SEC und an Spitzer übermittelt. Der nach dem Rücktritt Grassos neu eingesetzte NYSE-Verwaltungsrat hob die „schweren Schäden für die Börse hervor“, die durch die unangemessene Bezahlung des früheren Börsenchefs entstanden seien. Die Börse verwies auch auf die fehlgeschlagene Überwachung. Die NYSE gab außerdem die Ernennung von Richard G. Ketchum (53) zum neuen Überwachungschef der Börse bekannt. Er wird Anfang Juni sein Amt antreten. Ketchum ist ein früherer Präsident der Nasdaq-Börse.

Die SEC, der die amerikanischen Aktienbörsen unterstehen, will prüfen, ob es bei der Bezahlung Grassos eine Verletzung von Wertpapiergesetzen oder der NYSE-Regeln gegeben hat. Sie SEC wolle ihre Untersuchung mit der des New Yorker Generalstaatsanwalts koordinieren, betonte sie. Spitzer solle heraus finden, ob es eine Verletzung der New Yorker Landesgesetze für nicht auf Gewinn ausgerichtete Unternehmen gegeben hat. Als solches operiert die New Yorker Börse.

In dem Bericht wurde nach Darstellung der amerikanischen Wirtschaftsagentur „Bloomberg“ auf eine „erhebliche Überbezahlung“ Grassos bei seiner Entlohnung und seinen Pensionsansprüchen zwischen 1995 und 2003 verwiesen. Diese Überbezahlung solle zwischen 100 Millionen und 150 Millionen Dollar betragen haben.

Der NYSE-Verwaltungsrat schwieg sich jedoch im Hinblick auf einen Nachfolger für den Interimsvorsitzenden John Reed aus. Reed möchte gerne zurücktreten. Es sei jedoch möglich, dass er seine Amtszeit verlängern könnte, berichtete die „New York Times“ am Freitag in ihrer Onlineausgabe. Mehrere Kandidaten, die Reed angesprochen habe, hätten die Stelle abgelehnt. Dazu zählten nach Angaben der Zeitung John H. Bryan, der frühere Chef von Sara Lee, sowie Ralph S. Larsen, der frühere Konzernchef von Johnson & Johnson.

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