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05.08.2011

09:25 Uhr

Niederländer Terium im Gespräch

RWE droht Kampfabstimmung um Großmann-Nachfolge

VonJürgen Flauger

ExklusivWer wird der Nachfolger von RWE-Chef Jürgen Großmann? Der Konzern ist kurz davor, die Entscheidung zu fällen. Aber das ist nicht einfach: Es droht eine Kampfkandidatur.

Der Vorstandsvorsitzende der RWE AG, Jürgen Großmann, sagt so langsam servus. Quelle: dapd

Der Vorstandsvorsitzende der RWE AG, Jürgen Großmann, sagt so langsam servus.

DüsseldorfGeht es nach Aufsichtsratschef Manfred Schneider, ist die Nachfolge von RWE-Chef Jürgen Großmann geklärt: Er will am Montag dem Aufsichtsrat den Niederländer Peter Terium vorschlagen. Der 47-Jährige leitet die niederländische Tochter Essent. Er soll zunächst Vizechef werden und im Herbst 2012 Großmann beerben.

Nach Informationen des Handelsblatts aus Konzern- und Aufsichtsratskreisen muss Schneider aber noch viel Überzeugungsarbeit leisten. Denn auch der lange als Topkandidat gehandelte Vorstand Rolf Martin Schmitz, der das operative Geschäft leitet, ist noch im Rennen. Er kann nach wie vor auf die Unterstützung der kommunalen Aktionäre zählen, die 20 Prozent halten und vier Aufsichtsräte stellen.

Peter Terium: Niederländer soll neuer RWE-Chef werden

Peter Terium

Niederländer soll neuer RWE-Chef werden

Der niederländische RWE-Manager Peter Terium soll Kreisen zufolge die Nachfolge von Konzernchef Jürgen Großmann antreten - wenn die Kommunen zustimmen.

Die kommunalen Aktionäre wurden von Schneiders Vorschlag überrascht und sind verärgert. Sie erwägen sogar, Schmitz als Gegenkandidaten zur Wahl zu stellen. Schneider müsse versuchen, spätestens Sonntagabend, wenn sich Mitglieder des Präsidiums treffen, Einigkeit herzustellen, heißt es.

Schneider, der seit längerem Vorbehalte gegen Schmitz hatte, hat von der Personalberatung Egon Zehnder Führungskräfte aus der ersten und zweiten Reihe testen lassen. Er sei von Terium überzeugt, weil dieser für einen Generationenwechsel stehe.

Die Arbeitnehmerseite wartet noch ab. Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende, Verdi-Chef Frank Bsirske, sei "informiert", heißt es aus seinem Umfeld. "Es ist Privileg der Kapitalseite, einen Vorschlag für den Vorstandsvorsitz zu unterbreiten - und es ist am Aufsichtsratschef, Einigkeit herzustellen", sagt ein Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat. Bsirske habe Schneider aber schon gedroht, im Zweifel Schmitz zu wählen, falls er die Kapitalseite nicht einen kann..

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