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19.01.2009

16:20 Uhr

Niederländische Universitäten

Holländische Uni-Absolventen sind sehr beliebt

VonRuth Reichstein

Nur drei Monate brauchen die Absolventen der Universität Maastricht im Durchschnitt, um einen Arbeitsplatz zu finden. Das ist absolute Spitze in Europa und ein Aushängeschild für das Institut in den Niederlanden. Auch bei deutschen Abiturienten ist das Nachbarland äußerst beliebt. Warum Arbeitgeber die Absolventen niederländischer Unis schätzen.

MAASTRICHT. Für Corinna Stauch, die beim Finanzdienstleister KPMG in der Nachwuchsförderung arbeitet, ist es nicht erstaunlich, dass die Studierenden aus dem Nachbarland begehrt sind auf dem Arbeitsmarkt – auch auf dem deutschen: „Diese Absolventen sind anders trainiert als die aus Deutschland: Sie haben einen Sprachvorteil, weil viele Seminare und Vorlesungen in Englisch stattfinden. Und da sie viel in kleinen Gruppen arbeiten, sind sie bei Präsentationen und in der Teamarbeit besser“, sagt Stauch.

Das wissen mittlerweile auch immer mehr deutsche Abiturienten. 14 000 Deutsche beginnen ihr Studium in den Niederlanden. Damit steht das Nachbarland in der Hitliste der deutschen Abiturienten ganz oben – auch wegen der guten Jobaussichten. „In meinen Bewerbungsgesprächen hatte ich den Eindruck, dass die Leute auf jeden Fall neugierig werden, wenn sie sehen, dass ich in den Niederlanden studiert habe. Sie fragen nach den Gründen und sind häufig überrascht, wenn sie feststellen, dass ich sogar Holländisch spreche“, sagt Felix Krause.

Der 30-Jährige hat vor fünf Jahren sein Studium in „International Business“ in Maastricht abgeschlossen und arbeitet jetzt bei Philips in Berlin. So soll es sein, finden viele Arbeitgeber: „Deutsche Absolventen aus den Niederlanden sind nicht den üblichen Weg gegangen. Das spricht für mehr Verantwortungsbewusstsein und Kreativität. Wir machen gute Erfahrungen. Die Mitarbeiter sind selbstständig und weniger introvertiert als die Absolventen von deutschen Universitäten“, sagt Roberto Jeschar, der für die Vertriebsabteilung, in der Felix Krause arbeitet, verantwortlich ist.

Das Zauberwort in den Niederlanden heißt „problemorientiertes Lernen“. Von Anfang an müssen sich die Studierenden selbstständig mit ganz konkreten Fällen auseinandersetzen, die ihnen später in ähnlicher Form im Beruf begegnen können. So mussten die Erstsemester im Studiengang „International Business“ in Maastricht dieses Jahr beispielsweise ein neues Marketing-Konzept für eine mittelständische Logistikfirma entwickeln. Außerdem sind die Universitäten meist sehr international orientiert. Halbjährige Auslandsaufenthalte sind in vielen Studiengängen Pflicht.

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