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15.05.2015

13:22 Uhr

Nobler „Anleihekönig“

Bill Gross möchte 2,7 Milliarden Dollar spenden

Als Gründer der Fondsgesellschaft Pimco wurde Bill Gross ein reicher Mann. Jetzt möchte der „Anleihekönig“ Gutes tun und möchte sein gesamtes Vermögen spenden. 700 Millionen Dollar gingen schon an wohltätige Zwecke.

Bill Gross hat als Fondsmanager einen exzellenten Ruf. Reuters

Bill Gross

Bill Gross hat als Fondsmanager einen exzellenten Ruf.

Unter den weltweit größten Stiftern ist Bill Gross bisher kein Name. Das dürfte sich rasch ändern. Der 71- jährige Anleiheinvestor hat bereits bis zu 700 Millionen Dollar für wohltätige Zwecke ausgegeben und will nach und nach sein verbleibendes Vermögen von zwei Milliarden Dollar stiften.

Das sei eine Größenordnung, die selbst für ihn eindrucksvoll sei, sagte Gross. Er definiere Erfolg jetzt anders als vor fünf oder zehn Jahren, sagte Gross. Während anfangs geschäftliche Erfolge oder das Wachstum der verwalteten Vermögen im Vordergrund standen und natürlich die eigene Familie - wie gut sich etwa Sohn oder Tochter beim Fußball schlugen - sei heute Erfolg abhängig davon, was er für die Welt um sich herum tun könne, um anderen zu helfen, sagte Gross.

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Starinvestor Bill Gross kritisiert die Niedrigzinspolitik der amerikanischen Fed. Der Kapitalismus brauche die Hoffnung auf Rendite, schreibt er an seine Investoren. Zu seiner Zeit bei Pimco klang dies noch ganz anders.

Als Mitgründer der Fondsgesellschaft Pacific Investment Management (Pimco) erwarb er sich den Titel „Anleihekönig“ indem er über Jahre hinweg die besten Erträge in der Branche erwirtschaftete. 2013, als sich das verwaltete Vermögen von Pimco der Marke von zwei Billionen Dollar näherte, zahlte Pimco Gross einen Bonus von 290 Millionen Dollar (258 Mio. Euro).

Im gleichen Jahr forderte der Hedgefondsmanager Carl Icahn via Twitter auf, es anderen Milliardären gleichzutun und den Großteil seines Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden. Zwei Tage danach sagten Gross und seine Frau Sue, sie würden alles stiften.

Das Prinzip festverzinslicher Wertpapiere

Zinsen und Rückzahlung

Festverzinsliche Anleihen haben einen fixen Zinskupon, der sich auf den Nominalbetrag von 100 Prozent, also zum Beispiel 1 000 Euro, bezieht. Zu diesem Betrag werden die Papiere am Ende der Laufzeit zurückbezahlt. Bei einem Kurs von 100 Prozent entspricht also die Rendite dem zugesicherten Zins.

Kurse und Renditen

Während der Laufzeit werden Anleihen gehandelt, deshalb schwanken die Kurse, die in Prozent angegeben werden. Der Rückzahlungswert bleibt unverändert bei 100 Prozent. Die Zinskupons, die sich auf den Nominalwert beziehen, verändern sich ebenfalls nicht. Weil Zinszahlungen und Tilgungen gleichbleiben, sinkt die Rendite für Neueinsteiger, wenn die Kurse steigen. Umgekehrt ist es genauso: Wenn die Kurse fallen, dann steigen die Renditen für Investoren, die neu zugreifen und bis zur Fälligkeit halten.

Renditeentwicklung

Entwicklung - Die Kurse vieler Anleihen - vor allem die von Staatsanleihen im Euro-Raum und in Japan - sind so stark über 100 Prozent gestiegen, dass Anleger trotz der Zinsen weniger Geld wiederbekommen, als sie angelegt haben. Somit sind die Renditen für Neueinsteiger sogar negativ.  Das geht umso schneller, weil die Kupons stetig sinken. So haben zweijährige Bundesschatzanweisungen in Deutschland seit dem 20. August 2014 einen Kupon von null Prozent, seit dem 21. Januar 2015 gilt das auch für fünfjährige Bundesobligationen. Die im Sommer 2016 platzierte zehnjährige Bundesanleihe hatte ebenfalls einen Null-Kupon, bei der aktuellen zehnjährigen Bundesanleihe liegt der Kupon aber bei 0,50 Prozent.

Bis jetzt hatte Gross noch nie den Umfang seiner Spenden publik gemacht. „Meine Frau Sue und ich bemühen uns, das nicht groß zu verkünden. Wir sind nicht die Art Mensch, die zu Gala- Veranstaltungen und Parties gehen. Wir bevorzugen es, gewissermassen, im Verborgenen zu wirken”, sagte Gross.

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