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16.10.2013

12:46 Uhr

NS-Vergangenheit

August Oetker arbeitet braune Konzerngeschichte auf

Die Beteiligung des Oetker-Konzern am Machtapparat des Nationalsozialismus ist bis heute in blinder Fleck in der Firmenhistorie. Konzernerbe August Oetker begegnet diesem Kapitel nun empirisch.

August Oetker: Der Konzernerbe betreibt Aufklärung in Sachen NS-Vergangenheit seines Vaters und des Unternehmens. dpa

August Oetker: Der Konzernerbe betreibt Aufklärung in Sachen NS-Vergangenheit seines Vaters und des Unternehmens.

DüsseldorfÜber Jahrzehnte war die Rolle, die der Nahrungsmittelriese Dr. Oetker während des Nationalsozialismus spielte, unklar. Der Hintergrund: Kein Familienmitglied sprach darüber, gerade Patriarch Rudolf-August Oetker äußerte sich zu dem Thema grundsätzlich nicht. „Kinder lasst mich damit in Ruhe“, zitiert Konzernerbe August Oetker im Interview mit der „Zeit“ seinen Vater. Als Erster Oetker-Spross hat sich der langjährige Unternehmenschef der Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels Firmengeschichte gewidmet. Im Buch „Dr. Oetker und der Nationalsozialismus“ beleuchten Historiker in seinem Auftrag und finanziert mit Konzerngelder die Jahre 1941 bis 1944.

Welche konkreten Verstrickungen aufgedeckt wurden, lässt die Vorabmeldung der „Zeit“ erst einmal offen. August Oetker, heute Beiratsvorsitzender des Unternehmens, sagt demnach im Interview klar: „Mein Vater war Nationalsozialist.“ Der heute 69-Jährige Urenkel des Firmengründers folgte seinem Vater als Konzernchef und prägte die Erfolgsgeschichte maßgeblich.

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August Oetker hat nach eigenen Angaben schon lange Interesse an der Aufarbeitung des Themas gezeigt. Doch erst nach dem Tod des Vaters konnte er sich mit diesem Anliegen durchsetzen. Aber auch mit seinen jüngeren Geschwister habe es Auseinandersetzungen deswegen gegeben. Die Angst um den guten Ruf des Vaters, aber auch des eigenen Konzerns hätten dabei eine entscheidende Rolle gespielt. Für den Oetker-Erben dominierte aber der Wunsch nach Aufklärung: . „Ich hatte das Gefühl: Jetzt geht es an die Fakten, jetzt wird der Nebel gelichtet“, sagte er der „Zeit“.

Warum sein Vater nie offen über die Verwicklungen gesprochen, kann August Oetker erklären, aber nicht verstehen: „Vielleicht wollte er nicht der gewesen sein, der er war. Vielleicht wollte er einen Teil seines Lebens redigieren. Das kann ich nachvollziehen. Aber dadurch wird es nicht besser.“

Von

alm

Kommentare (5)

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pendler

16.10.2013, 13:24 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

16.10.2013, 13:40 Uhr

Liebes Lottchen, das ist jetzt fast 70 Jahre her, fast ein ganzes Menschenalter. Von den Protagonisten lebt kaum noch einer. Strich drunter und Ende! Interessiert heute keinen Menschen mehr außer ein paar ewig Schuldbewußten und ein paar, die diese Schuld gerne in Deutschen kultivieren, um sie zahlungsbereit zu halten, und mir geht dieses "Aufarbeiten" und "mea maxima culpa"-Gejammer allmählich aus den Keks! Das ist Geschichte wie der 3ß-jährige Krieg! Punkt!

Account gelöscht!

16.10.2013, 13:49 Uhr

Ja, und ich wäre auch dafür, daß manche Zeitgenossen mal ihre linksextrem-gewalttätig-volksverhetzende Vergangenheit und Gegenwart aufarbeiten. Aber hier besteht eine auffällige Narrenfreiheit und wird natürlich auch in der Systempresse als Goldstandard behandelt.

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