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22.01.2014

15:54 Uhr

Ökostromanbieter

Naturstrom setzt jetzt auch auf Photovoltaik

VonDana Heide

ExklusivWeil die Kosten für Solarstrom so stark gesunken sind, lohnt es sich nun für den Düsseldorfer Ökostrompionier erstmals, die Energieform zuzukaufen. Bisher hatte das Unternehmen nur auf Wind- und Wasserkraft gesetzt.

Große Technologie-Sprünge: Die Kosten für Photovoltaikanlagen sind in den vergangenen Jahren stark gesunken. dpa

Große Technologie-Sprünge: Die Kosten für Photovoltaikanlagen sind in den vergangenen Jahren stark gesunken.

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel will den Ausbau von Solarstrom per Gesetz bremsen, doch für den Ökostromanbieter Naturstrom hat die Blütezeit der Sonnenenergie gerade erst begonnen. Das Unternehmen nimmt erstmals Sonnenenergie in sein Ökostrom-Portfolio mit auf.

Bisher war dem Düsseldorfer Anbieter der Strom aus Solaranlagen zu teuer, das Unternehmen kaufte ausschließlich Strom aus Wind- und Wasserkraftanlagen. Doch die Kosten für die Energie aus Photovoltaikanlagen sind in den vergangenen Jahren drastisch gesunken und mit ihnen die EEG-Vergütung für die Anlagen.

Die Naturstrom-Vorstände Thomas Banning (links) und Oliver Hummel im Windkanal.

Die Naturstrom-Vorstände Thomas Banning (links) und Oliver Hummel im Windkanal.

„Heute können wir Photovoltaikstrom für unter zehn Cent die Kilowattstunde produzieren“, sagt Naturstrom-Vorstand Thomas Banning im Gespräch mit Handelsblatt Online. Nun lohne es sich erstmals für den Ökostromanbieter, auch diese Energieform in sein Portfolio aufzunehmen – wenn auch zunächst nur zu einem Prozent. Das Unternehmen kauft den Strom direkt vom Produzenten. Damit der mitmacht, bekommt er von Naturstrom etwas mehr Geld für sein Produkt, als er durch die EEG-Vergütung, also die Abwicklung des Stromverkaufs über den Staat, bekommen würde.

Naturstrom ist Ökostromanbieter der ersten Stunde und mit 240.000 Kunden inzwischen auch einer der größten. Das Unternehmen kauft nicht nur Ökostrom ein, sondern betreibt auch selbst eigene Anlagen. Naturstrom bezieht seinen Strom von mehr als 200 dezentralen Öko-Kraftwerken. Weil deren Betreiber direkt von dem Düsseldorfer Unternehmen bezahlt werden, verzichten sie auf die Ökostromsubvention, was wiederum den Stromverbraucher entlastet. 

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Die Pläne von Bundeswirtschaftsminister Gabriel für eine starre Begrenzung des Ausbaus von Solarkraft und Co. kritisiert Naturstrom-Vorstand Oliver Hummel scharf: „Es ist doch paradox: In dem Moment, in dem wir bei der Photovoltaik den Punkt überschaubarer Kosten erreicht haben, tritt die Bundesregierung auf die Bremse“, sagte er im Gespräch mit Handelsblatt Online.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

22.01.2014, 16:56 Uhr

Zitat:
„Die Erneuerbaren Energien sind jetzt schon wettbewerbsfähig“, schlussfolgert Banning.

Nein, das sind sie eben nicht. Denn ein Wettbewerb setzt einen Markt voraus und den gibt es im Planwirtschafts-EEG nicht. Und die Erzeuger mussten sich bisher nicht um ihren weitgehend zufällig erzeugten Strom kümmern. Erst wenn sie ihren Strom selbstständig vermarkten müssen, dürfen wir von einem Markt reden. Solange das Prinzip "produce and forget" gilt, hängt die gesamte Branche am vom Bürger gefüllten Subventionstrog.

In der beigefügten Abhandlung, ist auch mal der "Wert" des EE-Stroms ermittelt worden:

http://www.eike-klima-energie.eu/uploads/media/Alt_Brief_Vortrag_Sinn_Energiewende_ins_Nichts_31.12.2013_01.pdf

Lesen bildet....

Empfehlung: streicht wenigstens die Vorrang-Einspeisung. Den Rest regelt dann tatsächlich "der Markt".

Banning

22.01.2014, 20:44 Uhr

Sehr geehrter Herr Feiden,
Lesen bildet, das stimmt. Deshalb 2 schnelle Vorschläge zum Nachlesen:
1. Die EEG-Vorlage heute im Bundeskabinett stellt fest,dass neue Kohle- und Gaskraftwerke 7 bis 11 Cent je kWh benötigen. Wind und Solarstrom produzieren wir in Deutschland aktuell für 6 bis 9,5 Cent je kWh, was nun weiter reduziert wird. Gerne stellen sich die Erneuerbaren Energien dem Wettbewerb zwischen den neuen Kraftwerken - mit 50 Jahre alten und abgeschriebenen Kohlekraftwerken, die in den kommenden Jahren ersetzt werden müssen, kann man aber weder Windanlagen noch moderne Gaskraftwerke vergleichen. Die vielgescholtenen Kosten des EEG haben mit den notwendigen Ersatzinvestitionen bei Kraftwerken und Netzen wohl mehr zu tun als mit den umweltverträglichen und ressourcenschonenden Erneuerbaren.
2. Ein Blick auf die Homepage www.naturstrom.de: Bei der NATURSTROM AG "vermarkten" wir unseren Ökostrom seit über 6 Jahren genau in dem Sinne, wie Sie und andere immer fordern. Wir beliefern unsere Kunden - im Gegensatz zu mehr als 90 % des verkauften Ökostrom in Deutschland, der spottbillig und im Tausch für "dreckigen" Strom aus Deutschland aus norwegischer und österreichischer Wasserkraft beschafft wird, aus deutschen EE-Kraftwerken direkt. Der produzierte Strom erhält KEINE Förderung aus dem EEG, wir setzen Strom aus Wind, Sonne und Wasser ein wie andere Versorger Strom aus Kohle und Uran: in zeitgleicher Belieferung. Denn wir nehmen den notwendigen Umbau der Energiewirtschaft ernst und sorgen für eine echte Integration der Erneuerbaren. Entsprechend dem bekannten Ziel aller Beteiligten: Versorgungssicherheit, Umweltverträglichkeit und Bezahlbarkeit. Doch genau diesen Weg schafft die Weisheit der Politik nun gerade ab. Über Wettbewerb reden gerne Viele, aber keiner der verantwortlichen Politiker erkundigt sich mal, wie Wettbewerb bei Ökostrom schon realisiert wird.
Gerne informiere ich Sie weiter - sprechen Sie mich einfach an.
Dr. Thomas E. Banning
NATURSTROM AG

Account gelöscht!

23.01.2014, 08:05 Uhr

Guten Morgen Herr Dr. Banning,
da scheint Ihr Unternehmen ja die grosse Ausnahme zu bilden. Wenn ich mir Ihre Homepage anschaue, fällt mir auf, dass Ihre Kraftwerke wohl überwiegend aus PV, Wind und Biomasse-Krafwerken bestehen. Ausser Biomasse ist keine der Erzeugungsformen grundlastfähig. Wie also stellen Sie die Grundlastfähigkeit her? Durch den Zukauf von Wasserkraft-Strom? Kohle und Atom sollten doch wohl ein "no go" sein. Die Wasserkraft macht mehr als 50% des EE-Stroms aus und Wasserkraft hatten wir schon vor dieser komischen "Energiewende". Und wie hoch sind Ihre Erzeugungskapazitäten im Vergleich zur gesamten bundesdeutschen Stromerzeugung? Sind es Prozent oder Promille. Vergessen Sie nicht: wir wollen ja nichts mehr und nichts weniger als die gesamte Stromerzeugung eines großen Industrielandes umstellen! Und das mnit volatilen Anlagen ohne nennenswerte Speicherkapazitäten.
Ich bin nicht gegen Fortschritt und sauberen Strom. Wenn ich mir allerdings diese "Wende" so ansehe (und durch den Vortrag von Sinn und Alts Brief zu dem Thema fühle ich mich darin bestätigt, dass die Politik das Thema nur benutzt), denke ich, dass hier eine riesige Fehlentwicklung (Fehlallokation von Kapital, finanzielle Belastung von Bürgern mit Niedrigeinkommen, Landschaftsvernichtung usw.) losgetreten wurde. Und alles nur wegen Wählerstimmenfang und Steuereinnahmen.
Gruß aus dem verspargelten Hunsrück!

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