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23.01.2014

18:07 Uhr

Öl- und Gaskonzern

Bis zu fünf Milliarden Euro für RWE-Tochter

Die Gebote für die RWE-Tochter Dea liegen zwischen 3,5 und fünf Milliarden Euro – das zumindest berichten mit dem Vorgang betraute Personen. Doch noch sei keine der drei Offerten verbindlich.

Das Logo von Deutschlands zweitgrößtem Energiekonzern RWE in Hamburg vor dem Firmensitz: Das Unternehmen ist mit rund 1400 Mitarbeitern in 14 Ländern vertreten. dpa

Das Logo von Deutschlands zweitgrößtem Energiekonzern RWE in Hamburg vor dem Firmensitz: Das Unternehmen ist mit rund 1400 Mitarbeitern in 14 Ländern vertreten.

FrankfurtDie Bieter für die RWE -Tochter Dea bewerten den Öl- und Gaskonzern Kreisen zufolge mit 3,5 bis fünf Milliarden Euro. Ein erstes Angebot der BASF -Tochter Wintershall belaufe sich auf rund 3,5 Milliarden Euro, ein Konsortium um den Finanzinvestor KKR mit Kufpec aus Kuwait biete etwa 4,2 Milliarden Euro und der russische Investor Michail Fridman rund fünf Milliarden Euro, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen am Donnerstag.

Doch seien die Offerten nicht verbindlich und könnten sich noch ändern, wenn die Interessenten die Bücher der RWE-Tochter genau geprüft hätten, hieß es weiter. Verbindliche Angebote würden dann nicht vor Ende März erwartet. Und möglicherweise werde noch ein vierter Bieter seinen Hut in den Ring werfen, sagte ein weiterer Insider. Die ungarische MOL suche derzeit einen Partner für ein mögliches Gebot. RWE, Wintershall, KKR, Kufpec, Fridman und MOL wollten sich nicht äußern.

RWE-Chef Peter Terium hatte Dea im März vergangenen Jahres ins Schaufenster gestellt. Der durch die Atomwende unter Druck geratene und mit mehr als 30 Milliarden Euro verschuldete Konzern will mit dem Verkaufserlös Luft für Investitionen in Wachstumsfelder bekommen.

Welche Kraftwerke RWE abschalten will

Amer 8

Der Energieversorger RWE will in den nächsten Jahren zahlreiche Kraftwerke aus dem Markt nehmen. Darunter ist auch das Steinkohlekraftwerk Amer 8 in den Niederlanden. Die Anlage mit einer Erzeugungskapazität von 610 Megawatt soll Anfang 2016 stillgelegt werden.

Moerdijk 2

Die meisten der Anlagen, die RWE aus dem Markt nehmen will, sind Gaskraftwerke, wie etwa Moerdijk 2 in den Niederlanden. Die Anlage hat eine Erzeugungskapazität von 430 Megawatt und soll bereits Ende dieses Jahres langfristig konserviert werden.

Gersteinwerk F und Gersteinwerk G

Auch die Anlagen Gersteinwerk F und Gersteinwerk G sollen eingemottet werden. Gersteinwerk F noch in diesem Jahr und Gersteinwerk G Mitte 2014. Die Gaskraftwerke haben jeweils eine Erzeugungskapazität von 355 Megawatt und stehen in Deutschland.

Weisweiler H und Weisweiler G

Weisweiler H und Weisweiler G arbeiten ebenfalls mit Gas. Die deutschen Kraftwerke haben jeweils eine Erzeugungskapazität von 270 Megawatt und sollen bis Oktober 2013 langfristig konserviert werden.

Emsland B und Emsland C

Die deutschen Gaskraftwerke Emsland B und Emsland C haben jeweils eine Erzeugungskapazität von 360 Megawatt und sollen bis Mitte 2014 zumindest in den Sommermonaten abgeschaltet werden.

RWE Dea mit Sitz in Hamburg und rund 1400 Mitarbeitern ist in 14 Ländern vertreten, darunter Deutschland, Großbritannien, Norwegen und Ägypten. Das Unternehmen hält Anteile an rund 190 Öl- und Gaslizenzen in Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika. Vor allem die Bewertungen der Geschäfte in Nordafrika klafften auseinander, sagte einer der Insider. 2012 fuhr die RWE-Tochter einen Betriebsgewinn von 685 Millionen Euro ein - gut ein Zehntel des Konzerngewinns.

Von

rtr

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