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12.03.2014

14:32 Uhr

Ölpreis und Krisen

Airlines senken Gewinnprognose für 2014

Wegen steigender Kerosinpreise und Krisen haben die internationalen Fluggesellschaften ihre Gewinnprognose für 2014 um eine Milliarde Dollar gesenkt. Einen Rekordgewinn würde der Branchenverband IATA dennoch erzielen.

IATA-Chef Tony Tyler: Der Branchenverband senkt die Gewinnprognose für das Jahr 2014. ap

IATA-Chef Tony Tyler: Der Branchenverband senkt die Gewinnprognose für das Jahr 2014.

Genf Die internationalen Fluggesellschaften haben ihren für 2014 erwarteten Rekordgewinn wegen steigender Kerosinpreise und der Krisen in einigen Ländern gestutzt. Der Branchenverband IATA teilte am Mittwoch in Genf mit, statt der noch im Dezember ausgegebenen Prognose von 19,7 Milliarden Dollar (14,2 Milliarden Euro) erwarte er nun eine ganze Milliarde Dollar weniger. Doch auch mit 18,7 Milliarden Dollar würden die in der IATA zusammengeschlossenen Fluglinien den bisherigen Rekord von 2010 über 17,3 Milliarden Dollar schlagen.

Seit Dezember seien die Kerosinpreise stärker gestiegen als in der Prognose angenommen, erklärte IATA-Chef Tony Tyler. Unter anderem trage zur Preisentwicklung die politische Unsicherheit in der Ukraine bei, sagte er

Der höhere Ölpreis dürfte Schätzungen zufolge 2014 die Branche mit zusätzlichen 3 Milliarden Dollar belasten, doch steigende Passagierzahlen und größeres Frachtaufkommen machten einen Teil dieser höhere Kosten wett, hieß es.

Wo die Luftfracht wächst

Asien-Pazifik

Obwohl die Wirtschaft in Asien brummt, hat das Luftfrachtvolumen im Jahr 2013 um ein Prozent abgenommen. Trotz sinkender Nachfrage wurde die Kapazität um 0,8 Prozent erhöht.

Europa

Die europäischen Airlines haben 2013 wieder mehr Luftfracht transportiert. Insgesamt stieg das Volumen um 1,8 Prozent. Das letzte Quartal 2013 ist sogar das stärkste in zweieinhalb Jahren - ein Zeichen der Hoffnung für die gebeutelte Branche, insbesondere in Deutschland.

Nordamerika

Auch die Luftfracht in Nordamerika stagniert. Im vergangenen Jahr sank das Volumen leicht um 0,4 Prozent. Die Wirtschaft gewinn zwar langsam wieder an Fahrt, doch auch in diesem Jahr bleiben die Transporte noch auf niedrigem Niveau.

Mittlerer Osten

Das starke Wachstum im Mittleren Osten setzt sich fort. Die Golfregion boomt mit einer Wachstumsrate beim Luftfrachtvolumen von 12,8 Prozent. Dabei transportieren die arabischen Airlines vor allem auch immer mehr Fracht aus Afrika.

Lateinamerika

Das Frachtvolument der lateinamerikanischen Airlines sackte zwar im Dezember ab. Über das gesamte Jahr gesehen bleibt aber ein Plus von 2,4 Prozent. Die leichte Schwäche im Vergleich zum Vorjahr ist vor allem dem schwachen Wachstum in Brasilien geschuldet.

Afrika

Auch in Afrika legt die Luftfracht zu, wenn auch nur leicht. Unterm Strich steht ein Volumenzuwachs von einem Prozent. Dabei bremst vor allem die schwächelnde Wirtschaft in Südafrika das Wachstum der afrikanischen Airlines.

Neben der Ukraine lastet auch das seit Samstag verschollene Flugzeug der Malaysia Airlines mit 239 Menschen an Bord auf der Branche. Sorgen bereitet zudem Venezuela. Die Regierung in Caracas blockiert 3,7 Milliarden Dollar an Gewinn, die die dort ansässigen ausländischen Airlines erwirtschafteten und ihren Muttergesellschaften zuführen wollen.

Die IATA vertritt 240 Fluggesellschaften, die 84 Prozent des weltweiten Luftverkehrs abdecken.

Der nunmehr für 2014 erwartete Gewinn von 18,7 Milliarden Dollar liegt weit über den 2013 erzielten 12,9 Milliarden Dollar. Die für 2014 erwarteten Einnahmen summieren 745 Milliarden Dollar. Die Gewinnmarge pro Passagier bleibe mit erwarteten 5,65 Dollar jedoch „dünn“ und liege unter den 6,45 Dollar von 2010, hieß es.

Von

ap

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