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21.03.2013

17:02 Uhr

Ölriese

Rosneft schließt Übernahme von TNK-BP ab

Es ist offiziell: Rosneft ist nach der Übernahme von TNK-BP der größte börsennotierte Ölproduzent der Welt. Bei dem Geschäft flossen unter anderem rund 17 Milliarden Dollar an BP – in bar.

Das spiegelnde Konzern-Schild in Moskau: Rosneft ist nun offiziell der größte börsennotierte Ölproduzent. dpa

Das spiegelnde Konzern-Schild in Moskau: Rosneft ist nun offiziell der größte börsennotierte Ölproduzent.

MoskauDer staatliche russische Ölriese Rosneft ist nun offiziell der größte börsennotierte Ölproduzent der Welt. Der Konzern schloss am Donnerstag die milliardenschwere Übernahme des russisch-britischen Gemeinschaftsunternehmens TNK-BP ab. Das Geschäft wurde seit Oktober in Etappen abgewickelt.

TNK-BP, das drittgrößte Ölunternehmen in Russland, gehörte bisher dem britischen Mineralölkonzern BP und vier russischen Milliardären. Beide Seiten lagen jedoch lange Zeit über Kreuz und entschlossen sich deshalb zum Verkauf.

Der jahrelange Krimi um den Ölriesen TNK-BP

2003

Der britische Ölkonzern BP und ein Konsortium aus vier russischen Oligarchen mit dem Namen AAR gründen den Gemeinschaftskonzern TNK-BP. Die Konzerne legen damit ihre Förderanlagen, Raffinerien und Pipelines in Russland und der Ukraine zusammen.

2004

Russlands Präsident Putin will einen nationalen Energiekonzern schmieden. Er drängt den Gasriesen Gazprom und den Ölkonzern Rosneft zu einem Zusammenschluss. Doch die damals rund 7,6 Milliarden Dollar schwere Fusion scheitert. Die beiden Konzerne können sich nicht auf die Bedingungen eines Zusammenschlusses einigen.

2008

Zwischen den TNK-BP-Eignern BP und AAR entbrennt ein Streit über die Ausrichtung und Strategie des Gemeinschaftsunternehmens. Der Konflikt eskaliert, sogar der Kreml schaltet sich ein. BP-Techniker dürfen nicht mehr in Russland arbeiten.
Im Juni wird sogar dem damaligen BP-Manager und TNK-BP-Chef Bob Dudley das Visum entzogen. Er flieht aus Russland und leitet den Konzern fünf Monate lang von einem geheimen Ort aus.
Nach langen Verhandlungen unterzeichnen AAR und BP ein Memorandum, das die Streitigkeiten beilegen soll. Dudley tritt zurück und die russischen Oligarchen installieren einen eigenen Konzernchef. Heute ist Dudley Vorstandschef von BP.

2010

Der Streit zwischen den TNK-BP-Eignern scheint beigelegt. BP-Manager und AAR-Vertreter treten erstmals seit dem Streit wieder gemeinsam in der Öffentlichkeit auf.

2011

BP und Rosneft Unternehmen wollen gemeinsam Öl- und Gasvorkommen in der Arktis ausbeuten. Doch der Milliardendeal scheitert am Widerstand von TNK-BP-Aktionären, die sich übergangen fühlten. BP hätte laut Aktionärsvertrag zunächst TNK-BP das Geschäft vorschlagen müssen. Der TNK-BP-Minderheitsaktionär Andrej Prochorow verklagt BP auf elf Milliarden Dollar.

Juli 2012

Ein Schiedsgericht in der sibirischen Stadt Tjumen gibt der Klage des TNK-BP-Minderheitsaktionärs Andrej Prochorow Recht. BP will seinen Anteil an TNK-BP inzwischen verkaufen. Mal will das Oligarchen-Konsortium AAR zugreifen und sich das Gemeinschaftsunternehmen komplett aneignen. Mal signalisiert aber der Ölkonzern Rosneft Interesse.

Oktober 2012

Der Energieriese Rosneft könnte sowohl den BP-Anteil an TNK-BP, als auch den AAR-Anteil übernehmen.

Die Übernahme durch Rosneft sei in seinen Augen ein „sehr erfolgreiches Geschäft“, sagte Russlands Präsident Wladimir Putin laut russischen Nachrichtenagenturen bei einer feierlichen Zeremonie mit Rosneft-Chef Igor Setschin und BP-Chef Bob Dudley. Zwischen den früheren Eigentümern sei es nicht immer rund gelaufen. „Auf lange Sicht ist es meiner Meinung nach aber gut ausgegangen.“

BP-Chef Dudley sprach von einem „historischen Tag“ für sein Unternehmen. BP hat sich mit dem Verkauf seines Anteils neben 17 Milliarden Dollar in bar auch ein Aktienpaket von knapp 20 Prozent an Rosneft gesichert.

Von

afp

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