Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.05.2014

06:18 Uhr

Österreichischer Baukonzern

Porr expandiert in Deutschland

VonHans-Peter Siebenhaar

Hochtief und Bilfinger bekommen neue Konkurrenz: Der Baukonzern Porr aus Österreich will sein Geschäft in Deutschland ausbauen und spätestens in vier Jahren einen Milliardenumsatz machen.

Porr will auch in Deutschland wachsen. Olof Werngren / Flickr

Porr will auch in Deutschland wachsen.

WienDer österreichische Baukonzern Porr strotzt vor Optimismus. Der Grund dafür ist das gut laufende Geschäft in Deutschland. „Wir sehen Spielraum im deutschen Markt, nachdem Hochtief und Bilfinger sich neue Schwerpunkte abseits des klassischen Baugeschäfts gesucht haben“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Strauss dem Handelsblatt (Dienstagausgabe). „Der Umsatzanteil des deutschen Geschäfts wird weiter wachsen.“

Porr hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt. „Wir machen in Deutschland einen Umsatz von 600 Millionen Euro. In drei bis vier Jahren wollen wir die Milliarden-Euro-Grenze erreichen“, sagte Strauss. Vor allem beim Hochbau wachse das Geschäft sehr stark. Hier will sich Porr auf Ballungszentren wie Berlin, Frankfurt, Stuttgart, München und das Rheinland konzentrieren. Das Unternehmen setzt besonders auf staatliche Investitionen in die Sanierung der Verkehrsinfrastruktur.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Deutschland ist für die Porr AG nach Österreich der wichtigste Markt. Das nach der Strabag größte Bauunternehmen Österreichs hat laut Strauss beim U-Bahn-Bau in Berlin, beim Emscher-Kanal im Ruhrgebiet und beim Bahnprojekt Stuttgart 21 gezeigt, dass man auch Großprojekte effizient stemmen könne. Zuletzt hatte das börsennotierte Unternehmen eine Niederlassung in Düsseldorf gegründet und dort 40 Ingenieure von einem insolventen Konkurrenten übernommen.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

14.05.2014, 11:46 Uhr

Da Bilfinger ja auf seiner Hauptversammlung kund getan hat, seine Ingenieurbausparte abzustoßen, könnte Porr sich doch mit einem Zukauf doch prima in Deutschland aufstellen

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×