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24.06.2013

16:57 Uhr

Österreichischer Baukonzern

Rettung von Alpine Bau endgültig gescheitert

Das Aus für den österreichischen Bauriesen Alpine Bau ist besiegelt. Die Arbeiter sollen jedoch weiterbeschäftigt werden. Für die insolvente deutsche Tochter gibt es weiter Hoffnung.

Die Zeit für die Alpine Bau GmbH ist abgelaufen. Reuters

Die Zeit für die Alpine Bau GmbH ist abgelaufen.

WienDie Rettung der insolventen Alpine Bau GmbH ist gescheitert. Verhandlungen über eine Auffanggesellschaft sind erfolglos geblieben, wie Masseverwalter Stephan Riel mitteilte. Der Antrag auf Schließung der österreichischen Baufirma wurde am Montag vom Handelsgericht Wien bewilligt, wie ein Sprecher der dpa bestätigte. Knapp 5000 Mitarbeiter und 1400 Zulieferbetriebe sind von der Pleite betroffen. Für die ebenfalls insolvente deutsche Tochter gibt es aber noch Hoffnung.

„Die in Österreich getroffenen Entscheidungen haben keine unmittelbaren Auswirkungen auf das Verfahren der Alpine Deutschland AG“, sagte ein Sprecher der deutschen Tochter mit Sitz in Eching nördlich von München am Montag. Die Alpine Deutschland sei eine eigenständige Gesellschaft mit eigenständigem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung.

Management und Sanierungsexperte Arndt Geiwitz führten die Gespräche mit potenziellen Investoren daher weiter. Löhne und Gehälter der rund 1500 deutschen Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld bis zu drei Monate gesichert.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Die betroffenen Arbeiter in Österreich sollen von Bauunternehmen in ihrem Bundesland weiter beschäftigt werden. „Die Bauwirtschaft hat zugesagt, dass sie die Mitarbeiter der Alpine GmbH weitestgehend übernehmen wird und die Arbeit auf den Baustellen rasch wieder aufgenommen werden kann“, teilten Sozialminister Rudolf Hundstorfer und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner mit. Die österreichische Regierung hatte nach dem Alpine-Aus angekündigt, ein großes Konjunkturpaket schnüren zu wollen.

Insgesamt beschäftigt das zweitgrößte Bauunternehmen Österreichs rund 7500 Mitarbeiter im Inland und ebenso viele im Ausland. Einige Unternehmensteile wie etwa die Alpine-Energie, die Hazet Bau, die Alpine Bemo Tunneling oder die Universale Bau sind nicht von der Insolvenz betroffen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

24.06.2013, 17:11 Uhr

Es fehlt eine Billion Euro für Straßen, Stromnetz & Kinder!
nun gehen solche Firmen Bankrott die überall Baustellen haben und es steht nun still..und keiner hat Geld!

Wo sind denn die Milliaden ?

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