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30.06.2016

18:12 Uhr

Officefirst

IVG-Nachfolger will bald reif für Kapitalmarkt sein

Mit Officefirst geht ein neues Immobilienunternehmen in Deutschland an den Markt. Der IVG-Nachfolger soll noch vor dem Herbst reif sein. Ob er an die Börse geht oder direkt verkauft wird, ist noch offen.

Ein Vorzeigeprojekt am Frankfurter Flughafen. IVG

The Squaire

Ein Vorzeigeprojekt am Frankfurter Flughafen.

FrankfurtDas ausgegliederte Kerngeschäft des Immobilienriesen IVG soll noch vor dem Herbst reif für den Kapitalmarkt sein. Der neue Vorstandschef Michiel Jaski stellte am Donnerstag in Frankfurt den neuen Namen für das 3,25 Milliarden Euro schwere Portfolio aus 97 Büroimmobilien in sechs deutschen Metropolen vor: „Der Name Officefirst Immobilien steht für unser Selbstverständnis. Wir wollen das neue Unternehmen als einen der führenden Akteure für Büroimmobilien in Deutschland etablieren.“ Ob Officefirst an die Börse gehen oder direkt verkauft werde, halten die Manager sich offen. „Unser Ziel ist die Kapitalmarktfähigkeit im dritten Quartal“, sagte Officefirst-Chef Jaski. „Wir können uns heute noch nicht dazu äußern, was danach kommt.“

Die IVG, die 2013 angesichts der überbordenden Kosten für ihr Vorzeigeprojekt „The Squaire“ am Frankfurter Flughafen in die Pleite geschliddert war, will mit dem Erlös ihren Eignern – rund 30 angelsächsischen Hedgefonds – zu einem raschen Ausstieg verhelfen. Das Management von Officefirst würde den Gang an die Börse offenbar bevorzugen: „Wenn wir Immobilien verkaufen wollen würden, hätten wir keinen neuen Namen gebraucht“, sagte der für das operative Geschäft zuständige Vorstand Oliver Priggemeyer.

Das sind Deutschlands Immobilienriesen

Platz 6: GAG

Die GAG Immobilien AG bewirtschaftet rund 42.000 Wohnungen. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben der größte Vermieter in Köln. Die GAG verwalte damit 2,8 Millionen Quadratmeter Wohnfläche.

Platz 5: GSW

Die GSW Immobilien kommt auf 60.000 Wohnungen. Das Unternehmen ist börsennotiert und wurde im Jahr 1924 gegründet. Schwerpunkt der Arbeit ist Berlin, die GSW ist dort nach eigenen Angaben „ein führendes privates Wohnimmobilienunternehmen“.

Platz 4: TAG

Die TAG Immobilien AG kommt auf Platz vier der deutschen Wohnungsriesen. Das Unternehmen verwaltet 68.781 Wohnungen. Hauptstandorte sind nach eigenen Angaben die Großräume Hamburg und Berlin, die Region Salzgitter, Thüringen/Sachsen sowie Nordrhein-Westfalen. Sitz der TAG ist Hamburg.

Platz 3: Deutsche Wohnen

Die Deutsche Wohnen mit Sitz in Berlin bewirtschaftete im April 2013 insgesamt 82.500 Wohnungen. Aktuell gibt das börsennotierte Unternehmen die Zahl der Wohnimmobilien mit rund 89.500 an. Schwerpunkt ist der Großraum Berlin sowie das Rhein-Main-Gebiet, Rheinland, Hannover, Braunschweig, Magdeburg.

Platz 2: Gagfah

Die Gagfah Gruppe mit Sitz in Essen ist die Nummer zwei der Wohnimmobilien-Unternehmen in Deutschland. Im April bewirtschaftete das Unternehmen 145.000 eigene Mietwohnungen und 13.000 für Dritte verwaltete Wohnungen. Aktuell gibt das Unternehmen sogar 35.000 für Dritte verwaltete Wohnungen an.

Platz 1: Deutsche Annington

Die Deutsche Annington erregte mit dem Börsengang im Juli 2013 zuletzt großes Aufsehen. Das Bochumer Immobilienunternehmen bewirtschaftet 210.000 Wohnungen - davon 180.000 eigene. Die Deutsche Annington stieg im Jahr 2005 auf, als sie die Viterra AG mit 138.000 Wohnungen von Eon erwarb.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte am Dienstag erfahren, dass die IVG vor kurzem Investoren aufgefordert hat, noch im Juli Angebote für das Portfolio abzugeben. Als Interessenten gelten Gewerbeimmobilien-Investoren wie Alstria Office und Patrizia, die in Konsortien auftreten könnten. Parallel werde ein Börsengang vorbereitet, der noch in diesem Jahr über die Bühne gehen könnte.

Zunächst steht die Refinanzierung des Portfolios an, um die Zinsen zu drücken, wie Jaski sagte. „Wir stoßen dabei auf sehr breites Interesse von Banken.“ Rund die Hälfte der einst 4,2 Milliarden Euro Schulden hatte die IVG in der Insolvenz schon abgebaut.

Jaski und Priggemeyer wollen Officefirst als vollwertiges Immobilien-Unternehmen aufstellen. „Wir sehen uns nicht einfach nur als Portfolio-Manager“, sagte Jaski. „Wir wollen auch Mehrwerte aus Immobilien kreieren, die nicht zu hundert Prozent vermietet sind.“ Gut acht Prozent der Flächen stehen derzeit leer. Kunden wie Allianz, Daimler und Siemens zahlen im Jahr rund 207 Millionen Euro Miete. Auch Zukäufe seien denkbar. Projekte wie den „Squaire“ werde es aber nicht mehr geben. „Wir machen keine spekulativen Entwicklungen mehr“, sagte Jaski. Der futuristische „Squaire“ hatte mehr als eine Milliarde Euro gekostet, steht heute aber nur noch mit rund 700 Millionen in der Bilanz.

Von

rtr

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