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18.11.2011

18:58 Uhr

Olaf Koch

Ohne hochtrabende Sprüche an die Spitze

Privat bevorzugt Olaf Koch lautere Töne: Er liebt Rockmusik und greift auch gerne selbst zur Gitarre. Beruflich verzichtet er aber auf große Sprüche - und wird von Mitarbeitern als guter Analytiker geschätzt.

Verzichtet auf hochtrabende Sprüche: Olaf Koch. dpa

Verzichtet auf hochtrabende Sprüche: Olaf Koch.

DüsseldorfMit Krach kennt sich der kommende Metro -Chef Olaf Koch auch abseits des - zuletzt zerstrittenen - Düsseldorfer Handelskonzerns gut aus. Der 41jährige Familienvater liebt Rockmusik und greift in seiner Freizeit gern selbst zur Gitarre, wie Mitarbeiter berichten. Koch bevorzuge dabei die härtere Gangart - zumindest was die Musik angehe. Für seine Hobbys und seine Familie wird er nun aber noch weniger Zeit haben. Denn auf Koch warten vom 1. Januar 2012 an - dann soll er auf dem Chefsessel nehmen - große Aufgaben. Er übernimmt das Ruder bei einem Handelsriesen mit knapp 250.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von zuletzt rund 67 Milliarden Euro. Er wird von einem Aufsichtsrat kontrolliert, der in der Öffentlichkeit in den vergangenen Monaten vor allem durch medial ausgetragene Schlammschlachten auf sich aufmerksam machte. Zugleich steht der Düsseldorfer Handelsriese vor dem Umbruch - die Tochter Kaufhof soll verkauft werden, und auch die Supermarktkette Real steht zur Disposition.

Vor allem die Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat hatten für Koch ihr Gewicht in die Waagschale geworfen. Ihm wird von Vertretern der Kapitalseite zugetraut, mit Verkäufen Milliarden-Erlöse zu erzielen - und den Konzern, der im Sommer seine Umsatzprognose revidieren und Anfang November ein Fragezeichen hinter seine ehrgeizige Gewinnprognose setzten musste, operativ zum Erfolg zu führen.

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Mitarbeiter beschreiben Koch als offen und kommunikativ. Er trete ruhig auf, sei kein Freund hochtrabender Sprüche und könne auch zuhören. Koch könne aber auch sehr „straight“, sehr geradeaus sein - und sei dabei auch ein guter Analytiker. Er habe sich zudem schnell in das Thema Handel eingearbeitet. Im Konzern müsse er sich freilich noch eine breite Machtbasis schaffen - Koch wechselte erst im September 2009 in die Düsseldorfer Konzernzentrale und galt dort als Vertrauter des Metro-Chefs Eckhard Cordes. Zuvor arbeitete Koch beim Finanzinvestor Permira, wo er unter anderem die Investments Hugo Boss und Cognis betreute, und davor war er wie der scheidende Metro-Chef Cordes beim Autobauer Daimler.

Bei der Metro arbeitete Koch unter anderem am Programm Shape mit, durch das der Konzern die Kosten drücken und schlagkräftiger werden soll. Dabei kam es auch zu Konflikten mit den Vertretern der Arbeitnehmer. Auch am Streit um das Sagen bei der Metro-Tochter Media-Saturn war Koch beteiligt. Metro will bei Europas größtem Elektronik-Händler die umfassenden Vetro-Rechte der Alteigner beschneiden. Zumindest dieser Krach wird Koch auch in seiner neuen Funktion begleiten - denn Metro will im Rechtsstreit mit den Media-Saturn-Alteignern vor das Oberlandesgericht München ziehen.

Von

rtr

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