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12.06.2017

14:58 Uhr

Opel-Chef

Karl-Thomas Neumann tritt zurück

Plötzlich ging alles ganz schnell: Opel-Chef Karl-Thomas Neumann gibt nach dem Verkauf an Peugeot seinen Posten ab. Sein Nachfolger wird Finanzchef Michael Lohscheller. Kehrt Neumann jetzt zu VW zurück?

Nach dem Verkauf an Peugeot geht der Chef von Bord. dpa

Karl-Thomas Neumann

Nach dem Verkauf an Peugeot geht der Chef von Bord.

FrankfurtBeim Autohersteller Opel ist der Chef Karl-Thomas Neumann von seinem Amt als Sprecher der Geschäftsführung zurückgetreten. Sein Nachfolger wird der bisherige Finanzchef Michael Lohscheller, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Neumann soll noch bis zum Abschluss des Verkaufsprozesses an den französischen PSA-Konzern Mitglied der Opel-Geschäftsführung bleiben, wie der Aufsichtsrat des Unternehmens weiterhin beschloss.

Über Neumanns Rücktritt hatte am Wochenende zuerst die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet, was vom Unternehmen aber zunächst nicht bestätigt worden war. Neumann erklärte: „Ich habe keinen Zweifel daran, dass Opel/Vauxhall mit dem Wechsel zur PSA-Gruppe noch erfolgreicher und stärker aufgestellt sein wird. Ich werde mich zunächst voll auf den Abschluss dieser Transaktion konzentrieren und anschließend die Zeit nehmen, über meine persönlichen nächsten Schritte zu entscheiden.“ Neumann hatte die Europatochter des US-Konzerns General Motors seit 2013 geführt, es aber nicht geschafft, sie in die Gewinnzone zurückzubringen.

Noch im März hatte Neumann betont, auch nach dem Verkauf an Peugeot auf dem Chefsessel zu bleiben. „Ich stehe ganz klar dafür, dass wir hier etwas aufbauen, das Zukunft hat“, sagte der Automanager damals in einem Interview.

PSA-Chef Carlos Tavares hatte in einem Interview noch einmal seine Vorgabe erneuert, dass Opel spätestens im Jahr 2020 Gewinn machen müsse. Den Plan dafür solle das Opel-Management innerhalb von 100 Tagen nach der Übernahme vorlegen und ihn dann umsetzen. Beim Neustart setze er auf die vorhandene Mannschaft, sagte Tavares. „Es sind alle Führungskräfte eingeladen, mit mir den Weg zu gehen. Sie müssen nur wissen, dass es so wie bisher nicht bleiben kann.“

Aus dem Team stammt auch der neue Chef Michael Lohscheller. Er gehört seit September 2012 dem Opel-Vorstand an und ist seit dem 1. Juli 2014 Finanzvorstand und Geschäftsführer Finanzen der Opel Group. Der Diplom-Kaufmann sammelte schon vor seiner Zeit bei Opel über viele Jahre Erfahrungen in der Automobilbranche: Lohscheller arbeitete bei Daimler, Mitsubishi und Volkswagen. Der 48-Jährige ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Die Übernahme von Opel durch den PSA-Konzern soll in der zweiten Jahreshälfte über die Bühne gehen, der 31. Juli sei der frühestmögliche Zeitpunkt, sagte ein Opel-Sprecher vor wenigen Tagen. Bis dahin müssten aber alle Voraussetzungen erfüllt sein, besonders die Freigabe durch die Kartellbehörden.

Neumann hatte die Übernahme durch PSA stets als richtigen Schritt bezeichnet. Möglicherweise sind bei den Franzosen aber seine hochfliegenden Pläne zur Elektromobilität nicht gut angekommen. Die von Neumann geplante Komplett-Umstellung der Marke Opel bis 2030 sei unrealistisch, erklärte am Sonntag der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer vom Car-Institut der Universität Duisburg-Essen. Man dürfe bei einer Volumen-Marke wie Opel die konventionellen Antriebe nicht so stark vernachlässigen, weil sie zu dem Zeitpunkt noch das weitaus größere Geschäftsfeld sein könnten.

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