Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.11.2012

15:37 Uhr

Otellini geht im Mai

Intel muss sich nach einem neuen Chef umsehen

Nach fast acht Jahren an der Spitze geht Paul Otellini bei Intel von Bord. Der Chipkonzern hat ein halbes Jahr Zeit, einen Nachfolger zu finden. Bis Mai könnte Otellini noch einen großen Deal unter Dach und Fach bringen.

Geht bei Intel von Bord: Paul Otellini. Reuters

Geht bei Intel von Bord: Paul Otellini.

Santa ClaraEiner der mächtigsten Manager der Technologiebranche verabschiedet sich: Intel-Chef Paul Otellini hört im Mai auf. Ein Nachfolger stehe noch nicht fest, teilte der weltgrößte Chipkonzern am Montag mit. Intel dominiert mit seinen Prozessoren im PC-Markt, schafft es aber seit Jahren nicht, im boomenden Geschäft mit Smartphones und Tablets Fuß zu fassen.

„Es ist an der Zeit, weiterzuziehen, und das Ruder bei Intel an eine neue Führungsgeneration abzugeben“, sagte Otellini. Er war beinahe vier Jahrzehnte im Unternehmen, davon stand er fast acht Jahre an der Spitze des Chipkonzerns. Unter seiner Ägide wuchs Intel kräftig, wurde zuletzt aber von der Flaute im PC-Markt erwischt.

Verwaltungsratschef Andy Bryant lobte Otellini als „starke Führungspersönlichkeit“. Er habe das Unternehmen durch schwierige Zeiten geführt. Damit dürfte Bryant besonders auf die Wirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009 anspielen, die Intel fast ohne Blessuren überstanden hatte - anders als etwa der wesentlich kleinere Rivale AMD.

Chiphersteller: Schwacher PC-Markt macht Intel zu schaffen

Chiphersteller

Schwacher PC-Markt macht Intel zu schaffen

Die Flaute im PC-Geschäft macht dem größten Chip-Lieferanten Intel schwer zu schaffen.

Während Otellinis Amtszeit stieg der Jahresumsatz von 38,8 auf 54 Milliarden Dollar. Die Aktionäre durften sich über 23,5 Milliarden Dollar an Dividenden freuen. Intel-Prozessoren - die Rechenherzen eines Computers - stecken heute in vier von fünf Personal Computern. Mit einem Börsenwert von mehr als 100 Milliarden Dollar (78 Mrd Euro) gehört das Unternehmen aus dem kalifornischen Santa Clara zu den teuersten Konzernen der Welt.

Allerdings ist der Kurs seit Jahresbeginn um 17 Prozent gefallen. Grund sind die schnell sinkenden PC-Verkäufe. Zum einen halten sich Firmen angesichts der unsicheren Wirtschaftslage mit Neuanschaffungen zurück. Zum anderen greifen viele Verbraucher mittlerweile eher zu einem Tablet-Computer wie Apples iPad oder ihr Smartphone reicht ihnen fürs Surfen im Web.

Sharp & Co: Die erschöpften Helden

Sharp & Co

Die erschöpften Helden

Jetzt steckt der LCD- und Solar-Pionier Sharp in einer tiefen Krise.

Bei Smartphones und Tablet-Computern werden besonders sparsame Chips benötigt. Hier ist die Technologie des britischen Chip-Entwicklers ARM führend. Intel-Prozessoren, die leistungsstärker, aber dadurch auch stromhungriger sind, stecken bisher nur in einigen wenigen Smartphone-Modellen. Vor dem nächsten Chef liegt die überlebenswichtige Aufgabe, Intel in diesem Bereich stärker aufzustellen. Zuletzt war der Quartalsumsatz um 5 Prozent und der Gewinn um 14 Prozent gefallen.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×