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06.12.2013

18:02 Uhr

Palantir

Geheimdienst-Dienstleister mit Milliarden bewertet

Der Big-Data-Dienstleister Palantir ist Dienstleister für CIA und FBI – und das lohnt sich offenbar gewaltig. In einer Finanzierungsrunde wurde das Unternehmen laut Medienberichten mit neun Milliarden Dollar bewertet.

Radarkuppeln: Palantir wird auch immer wieder mit dem berüchtigten Überwachungs-Apparat des US-Geheimdiensts NSA in Verbindung gebracht. dpa

Radarkuppeln: Palantir wird auch immer wieder mit dem berüchtigten Überwachungs-Apparat des US-Geheimdiensts NSA in Verbindung gebracht.

New YorkHightech-Schnüffeln lohnt sich offenbar: Der Big-Data-Dienstleister Palantir, zu dessen Kunden US-Behörden wie der Geheimdienst CIA und das FBI gehören, wurde bei seiner jüngsten Finanzierungsrunde laut Medienberichten mit neun Milliarden Dollar bewertet worden. Das kalifornische Unternehmen selbst gab am Donnerstag (Ortszeit) nur eine Investition von knapp 58 Millionen Dollar ohne weitere Details bekannt. Palantir ist auf die Auswertung großer Datenmengen spezialisiert.

Die „Financial Times“ und das „Wall Street Journal“-Blog „Digits“ berichteten von der neuen Milliarden-Bewertung unter Berufung auf informierte Personen. Es sei ein Sprung von 50 Prozent seit der vergangenen Finanzierungsrunde vor drei Monaten, schrieb „Digits“. Im September seien die Investoren bei einer Finanzspritze von knapp 200 Millionen Dollar noch von einem Unternehmenswert bei sechs Milliarden Dollar ausgegangen.

Die jetzige Finanzierungsrunde könne auf rund 100 Millionen Dollar ausgedehnt werden, hieß es. Die Namen der Investoren hätten nicht in Erfahrung gebracht werden können. Seit der Gründung 2004 habe die Firma rund 650 Millionen Dollar eingesammelt.

Palantir wird auch immer wieder mit dem berüchtigten Überwachungs-Apparat des US-Geheimdiensts NSA in Verbindung gebracht. Das Unternehmen betonte mehrfach, dass seine Analyse-Software Prism nichts mit dem gleichnamigen NSA-Überwachungsprogramm zu tun habe.

Palantir bietet sein Know-How bei der Datenauswertung inzwischen unter anderem auch Banken und der Pharma-Industrie an. Das Geschäft mit der Privatwirtschaft macht inzwischen dem „Wall Street Journal“ zufolge rund 60 Prozent der Umsätze aus, die in diesem Jahr 450 Millionen Dollar erreichen sollen. Palantir schreibe Verluste, die Zahl der Mitarbeiter sei von 700 vor einem Jahr auf 1200 gestiegen. hieß es.

Die Firma entstand seinerzeit aus dem Versuch, die Technologie des Bezahldienstes PayPal zur Betrugsvermeidung auf den Antiterror-Kampf anzuwenden. Größter Aktionär ist laut Medienberichten der PayPal-Mitgründer und Risikoinvestor Peter Thiel.

Von

dpa

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