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31.03.2017

09:46 Uhr

Palmer Luckey

Das Wunderkind der VR-Welt verlässt Facebook

Palmer Luckey war das junge Gesicht der VR-Revolution. Doch eine Milliarden-Klage und eine Schmutzkampagne gegen Hillary Clinton brachte den Oculus-Mitgründer in Verruf. Jetzt hat er Facebook verlassen.

Facebook kaufte vor drei Jahren Oculus für rund zwei Milliarden Dollar und brachte die von Luckey bereits 2012 angekündigte VR-Brille Oculus Rift zur Serienreife. picture alliance

Palmer Luckey

Facebook kaufte vor drei Jahren Oculus für rund zwei Milliarden Dollar und brachte die von Luckey bereits 2012 angekündigte VR-Brille Oculus Rift zur Serienreife.

Menlo ParkDer Mitgründer des VR-Spezialisten Oculus, Palmer Luckey, der als eine treibende Kraft des aktuellen Trends zur virtuellen Realität galt, arbeitet nicht mehr für Facebook. Das weltgrößte Online-Netzwerk bestätigte am späten Donnerstag den Abgang des 24-Jährigen unter anderem der Website „UploadVR“, ohne Gründe zu nennen.

Palmer wurde in den vergangenen Jahren als das Wunderkind der Branche gepriesen, weil er schon als Teenager eigene VR-Brillen als alten Teilen zusammengebaut haben soll. Facebook kaufte vor drei Jahren Oculus für rund zwei Milliarden Dollar und brachte die von Luckey bereits 2012 angekündigte VR-Brille Oculus Rift zur Serienreife.

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Auf der Cebit ist der Trend zur virtuellen Realität angekommen: Die lange belächelte Technologie verspricht enormes Marktpotenzial. Nicht nur Mark Zuckerberg glaubt daran, dass sie ganze Branchen verändern wird.

Zuletzt bekam das Ansehen des Jungstars Risse. Die Spielefirma Zenimax warf Oculus und führenden Mitarbeitern Technologie-Diebstahl vor und stellte dabei auch die Legende vom Bastler Luckey in Frage. Zenimax wollte mehrere Milliarden, Geschworene sprachen der Firma immerhin noch rund 500 Millionen Dollar für verletzte Vertraulichkeitsvereinbarungen zu, mit einem Anteil von 50 Millionen Dollar für Luckey.

Zudem mussten sich Oculus und Facebook im vergangenen Herbst um Schadensbegrenzung bemühen, nachdem Luckeys heimliche Unterstützung des Lagers von Donald Trump im US-Wahlkampf für Spannungen mit Spieleentwicklern sorgte. Luckey hatte mit 10.000 Dollar die Organisation Nimble America unterstützt, die eine aggressive Plakat-Kampagne gegen Trumps Rivalin Hillary Clinton organisierte. Deswegen kündigten mehrere Software-Entwickler angekündigt, keine Spiele mehr für Oculus zu entwickeln. „Es tut mir sehr leid, dass mein Vorgehen negative Folgen für die Wahrnehmung von Oculus und dessen Partner hat“, schrieb Luckey damals.

Sechs Entwicklungen, die die kommenden Jahre beherrschen

Computing überall

Mobile Geräte bieten ständigen Online-Anschluss. Dadurch ist die kontinuierliche und damit aktuelle, weltweite Information der Nutzer, auch in der Produktion und im Handel, möglich.

Internet der Dinge (IoT)

Geräte tauschen untereinander und mit den Nutzern automatisch Infos aus. Etwa die Haushaltsgeräte mit dem Stromzähler, um die günstigsten Verbrauchszeiten herauszufinden.

3-D-Druck

Die neuen Drucker können fast jedes dreidimensionale Objekt herstellen. Typische Materialien sind Kunststoffe, Kunstharze, Keramiken und Metalle.

Big Data

Große Datenmengen, etwa aus dem IoT, von Social Media oder aus mobilen Geräten, werden automatisch analysiert und sind in Anwendungen eingebettet.

Intelligente Maschinen

Sie lernen selbstständig und handeln entsprechend dem Trends zur Industrie 4.0. Die smarten Maschinen gelten als Technologie, die vorhandene Geräte weitgehend ersetzt.

Systeme mit Umgebungsdaten

Sie erfassen, etwa via Sensoren, den Kontext der Nutzer und der Geräte und liefern ausgewählte Daten. Damit lassen sich zum Beispiel Sicherheitssysteme verstärken.

Quelle: Creditreform 1 2017

Oculus holte sich vor kurzem den ehemaligen Google-Manager Hugo Barra, der zuletzt die internationale Expansion beim chinesischen Smartphone-Überflieger Xiaomi leitete, als neuen Top-Manager. Die konkrete Rolle von Luckey bei der Firma war bereits seit einiger Zeit unklar.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg räumte bei der Aussage im Zenimax-Verfahren ein, dass die VR-Technologie noch weitere hohe Investitionen erfordere. Auch die Oculus Rift blieb – angesichts des hohen Preises und der Anforderungen an den Rechenleistung – bisher genauso wie die Konkurrenz-Brille HTC Vive eher ein Nischengerät.

Von

dpa

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